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Virtual Arabia und CO2-Sequestrierung

08.12.2008
21 Millionen US-Dollar starke Forschungspartnerschaft mit King Abdullah University of Science and Technology (KAUST) unterzeichnet - "Virtual Arabia" und "CO2-Sequestrierung"

Die Technische Universität München setzt einen historischen Schritt auf die arabische Halbinsel: Präsident Prof. Wolfgang A. Herrmann unterzeichnete einen Kooperationsvertrag mit der King Abdullah University of Science and Technology (KAUST). Für eine Laufzeit von vier Jahren werden drei große Forschungsprojekte bearbeitet - zunächst an der TU München, nach Eröffnung der KAUST im September 2009 auch in Saudi-Arabien. Dafür stellt KAUST der TUM 21 Millionen US-Dollar zur Verfügung.

Die TUM ist die einzige deutsche Universität, die KAUST Im Rahmen eines "Special Partnership Programs" in ihr Netzwerk mit weltweiten Spitzenuniversitäten einbindet. Mit dem Geld werden neue Wissenschaftlerstellen geschaffen. Außerdem werden Forschungsaufenthalte an der jeweils anderen Universität ermöglicht. Von Seiten der TUM managt die neu gegründete TUM.International GmbH das Engagement in Saudi Arabien. Sie hat die Projekte angebahnt und administriert die finanzielle Abwicklung.

Zwei der Forschungsprojekte stammen aus dem Bereich des wissenschaftlichen Hochleistungsrechnens. Sie werden von Prof. Dr. Hans-Joachim Bungartz geführt. Unter dem Titel "Virtual Arabia" entsteht eine 3D-Darstellung Saudi Arabiens mit einer Auflösung von zehn Zentimetern. Der Clou dabei ist, dass nicht nur die Oberfläche abgebildet wird, sondern auch die darunter liegenden geologischen Strukturen, u.a. mit den seismischen Prozessen, die darin stattfinden. Das zweite Projekt dreht sich um die CO2-Sequestrierung. Es gibt Bestrebungen, das klimaschädliche Gas Kohlendioxid dauerhaft unterirdisch zu deponieren. Diese Art der "Entsorgung" kann einen positiven Zusatznutzen haben.

Wenn das Gas in fast entleerte Ölquellen geleitet wird, drückt es das noch vorhandene Öl nach oben. Die TUM-Forscher wollen darstellen, wie sich das CO2 unter der Erde ausbreitet. Die komplizierten unterirdischen Strukturen mit unzähligen Spalten und kleinsten Poren machen die Simulation der Prozesse besonders schwierig und rechenintensiv. Hierfür ist die TUM mit dem Leibniz-Rechenzentrum auf dem Campus Garching bestens gerüstet.

Kohlendioxid steht auch im Mittelpunkt des Interesses von Prof. Dr. Bernhard Rieger (WACKER-Lehrstuhl für Makromolekulare Chemie). Der Chemiker forscht gemeinsam mit dem Lehrstuhl für Anorganische Chemie (Prof. Dr. Wolfgang A. Herrmann und Prof. Dr. Fritz Kühn) nach Wegen, wie man Kohlendioxid als wertvollen Chemiebaustein für die Herstellung neuer Werk- und Wirkstoffe in den Stoffkreislauf zurückführen kann. Um das sehr stabile Molekül CO2 zum Reagieren zu bringen, verwenden die TUM-Chemiker maßgeschneiderte Katalysatoren. Ziel ist die Entwicklung neuer hochwertiger Stoffklassen.

Innerhalb von nur zwei Jahren entsteht in Saudi Arabien unweit von Jeddah am Roten Meer ein Wissenschaftscampus auf 3600 Hektar Fläche. Bis zur Eröffnung am 1. September 2009 werden dort über zwei Milliarden US-Dollar investiert. In Zusammenarbeit mit der Saudi Aramco als dem weltweit größten Ölförder-Unternehmen entsteht eine Forschungsuniversität, die nicht nach Fakultäten sondern nach Zukunftsthemen organisiert ist: Ressourcen, Energie, Umwelt-, Bio-, Ingenieur- und Materialwissenschaften, Angewandte Mathematik und Computerwissenschaften. Wichtiger Partner von KAUST sind neben der TUM die Spitzenuniversitäten Berkeley, Stanford, Austin/Texas, Cambridge und Imperial College London.

Dr. Ulrich Marsch | idw
Weitere Informationen:
http://portal.mytum.de/welcome

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