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Verwertungsquoten für mehr Ressourceneffizienz und Klimaschutz

14.05.2012
Verwertungsquoten für mehr Ressourceneffizienz und Klimaschutz

Bei der Erfassung und Verwertung von Wertstoffen in der neuen Wertstofftonne müssen Potenziale besser ausgeschöpft werden. Dies trägt mittel- und langfristig zum Ressourcen- und Klimaschutz bei. Dafür sollte es auch zukünftig spezielle Vorgaben für die Erfassung der Wertstoffe geben. Anders als heute sollte dabei nicht mehr das lizenzierte Verpackungsaufkommen, sondern die zu erfassende Wertstoffmenge pro Einwohner vorgegeben werden – mit dem Startwert von mindestens 22 Kilogramm pro Jahr.

Diese und weitere konkrete Vorschläge zur geplanten Wertstofferfassung für Metalle, Kunststoffe und beschichtete Kartonagen in der Wertstofftonne stellen das Öko-Institut und die HTP Ingenieurgesellschaft für Umweltverfahrenstechnik im Auftrag des Umweltbundesamtes am 14. Mai 2012 in einem Expertenworkshop in Dessau vor.

Quoten für die Wertstoffverwertung

Die Wissenschaftler präsentieren in ihrer Studie einen detaillierten Vorschlag für künftige ambitionierte Verwertungsquoten: So sollten die getrennt erfassten eisenhaltige Metalle nahezu restlos (95 Prozent) der stofflichen Verwertung zugeführt werden; Nicht-Eisenmetalle zu 72 Prozent, und kunststoffbeschichtete Kartonverpackungen zu 80 Prozent. Für Kunststoffe schlagen die Experten eine Verwertungszuführungsquote von insgesamt 90 Prozent vor, 60 Prozent davon müssen stofflich verwertet werden.

Vorgaben über Quoten dienen derzeit bereits als wichtiges Instrument, um die abfallwirtschaftlichen Ziele der Verpackungsverordnung zu erreichen. In der neuen Wertstofftonne sollen neben Verpackungen, die heute bereits in der „gelben Tonne“ oder im „gelben Sack“ gesammelt werden, weitere Wertstoffe wie Aluminium, Eisen, Kupfer sowie Kunststoffe gezielt erfasst und der Verwertung zugeführt werden. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben dazu die bestehenden Quotenvorgaben geprüft und Vorschläge für eine Einbeziehung der so genannten stoffgleichen Nichtverpackungen, also Kunststoffe und Metalle, die jenseits von Verpackungen zum Einsatz kommen, entwickelt.

Das vorgeschlagene Quotenmodell sollte darüber hinaus „selbstlernend“ gestaltet werden, um neue rohstoffliche und technische Rahmenbedingungen in der Zukunft zu berücksichtigen. Nur so kann es seine Lenkungsfunktion zur effektiven Rohstofferschließung in der Wertstofftonne dauerhaft gewährleisten. Nicht zuletzt schlagen die Experten vor, zur Verstärkung der Lenkungswirkung und zur Nutzung wettbewerblicher Effekte die Nichterfüllung der Vorgaben mit monetären Sanktionen zu ahnden.
Mehr Klimaschutz mit der Wertstofftonne

Die getrennte Sammlung, Sortierung und Verwertung von Verpackungsabfällen aus Privathaushalten leistet heute schon einen beachtlichen Beitrag zum Ressourcen- und Klimaschutz. Die Experten analysierten auch die zusätzlichen Potenziale zur Einsparung von Treibhausgasemissionen und energetischen Rohstoffen durch die Optimierung der Abfallsortierung und -verwertung mit der Wertstofftonne.

Das Ergebnis: Durch die zusätzliche Erfassung von „Nichtverpackungen“ und die Optimierung der Sortierung und des Recyclings der Wertstoffe kann der Beitrag zum Klimaschutz um bis zu 60 Prozent und der Beitrag zur Einsparung von Primärenergie um etwa 40 Prozent gesteigert werden.

„Neben den Abfällen aus Haushalten liegen auch im Bereich der Verpackungsabfälle aus dem Gewerbe weitere große Potenziale für Klimaentlastungen“, betont Dehoust. „Sie enthalten ähnliche Wertstoffe wie Abfälle aus privaten Haushalten, werden heute aber noch nicht nach demselben Quotensystem verwertet. Die möglichen zusätzlichen Beiträge zum Klimaschutz und zur Ressourcenschonung sind ähnlich hoch einzuschätzen wie im Bereich der Haushalte.“

„Analyse und Fortentwicklung der Verwertungsquoten für Wertstoffe“ von Öko-Institut und der HTP Ingenieurgesellschaft für Umweltverfahrenstechnik
http://www.oeko.de/oekodoc/1473/2012-050-de.pdf

Ansprechpartner:

Öko-Institut:
Günter Dehoust
Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Institutsbereich Infrastruktur & Unternehmen
Öko-Institut e.V., Büro Berlin
Telefon: +49 30 405085-355
E-Mail: g.dehoust(at)oeko.de
HTP Ingenieurgesellschaft für Umweltverfahrenstechnik:
Dr. Joachim Christiani
Geschäftsführer
HTP GmbH & Co. KG, Aachen
Tel.: +49 241 94900-0
E-Mail: christiani(at)htp.eu
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Romy Klupsch | idw
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http://www.oeko.de/oekodoc/1473/2012-050-de.pdf

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