Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Untersuchung der Leistungsfähigkeit von Ökosystemen in Gebirgslandschaften

17.11.2008
Grundlegend neue Erkenntnisse über den Zusammenhang zwischen Klimaänderungen, agrar- und forstwirtschaftlichen Produktionsformen und der Versorgung der Bevölkerung mit Trinkwasser versprechen zukünftige Forschungsarbeiten eines neuen Internationales Graduiertenkollegs zur Ökosystemforschung mit der Universität Bayreuth als Sprecherhochschule.

Zusammen mit zwei Partnern in Südkorea wird das neue Graduiertenkolleg in den nächsten viereinhalb Jahren mit insgesamt 3,3 Mio. € von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert. Dazu werden in Bayreuth 15 Stipendien ausgeschrieben.

Grundlegend neue Erkenntnisse über den Zusammenhang zwischen Klimaänderungen, agrar- und forstwirtschaftlichen Produktionsformen und der Versorgung der Bevölkerung mit Trinkwasser versprechen geplante Forschungsarbeiten eines neuen Internationales Graduiertenkollegs zur Ökosystemforschung mit der Universität Bayreuth als Sprecherhochschule. In Zusammenarbeit mit zwei Partnern in Südkorea, der Kangwon National University in Chuncheon und dem Korean Forest Research Institute in Seoul, wird das neue Graduiertenkolleg mit dem Titel "Ökologische Heterogenität in komplexem Gelände" - Complex Terrain and Ecological Heterogeneity (TERRECO)" in den nächsten viereinhalb Jahren mit insgesamt 3,3 Mio. € von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert.

Ökosysteme werden heute in den Umweltwissenschaften als Leistungsträger aufgefasst, die für die Versorgung der Menschen mit lebenswichtigen Gütern wesentliche Voraussetzungen schaffen. Zu solchen ökosystemaren Leistungen zählen beispielsweise die Verfügbarkeit natürlicher Ressourcen für die Nahrungsmittelproduktion, die Lieferung von Trinkwasser und die Luftreinhaltung. Das neue Internationale Graduiertenkolleg befasst sich vorrangig mit der Leistungsfähigkeit von Ökosystemen in Gebirgslandschaften, und dabei insbesondere mit ihren Funktionen für die Bereitstellung von Trinkwasser.

Bergregionen machen rund 20% der Erdoberfläche aus. Sie versorgen heute mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung mit Trinkwasser. Seit einigen Jahrzehnten bewirken jedoch Klimawandel und landwirtschaftliche Nutzung, dass sich die Eigenschaften und Strukturen dieser Ökosysteme erheblich verändern. In welcher Weise ändern sich dadurch auch ihre Leistungsfähigkeit und die Lebensgrundlagen von Menschen ? Diese Frage wollen die deutschen und koreanischen Wissenschaftler und Wissenschaftler unter dem Dach von TERRECO genauer untersuchen.

Dabei geht es zunächst einmal darum, mehr über die verschiedenartigen Faktoren zu erfahren, die die innere Verfasstheit von Ökosystemen in Bergregionen und deren Funktionen für die Bereitstellung von Trinkwasser beeinflussen. Die geplanten Forschungsarbeiten erstrecken sich daher unter anderem auf die Beschaffenheit von Böden, Inhaltsstoffe in der Luft und im Regenwasser, Verläufe von fließenden Gewässern, auf die Artenvielfalt in der Tier- und Pflanzenwelt, agrar- und forstwirtschaftliche Produktionsformen und die ihnen zugrunde liegenden Sozial- und Wirtschaftsstrukturen.

Sowohl in Deutschland als auch in Korea sollen Gebirgslandschaften unter diesen Aspekten erforscht werden. Die daraus hervorgehenden Erkenntnisse werden dann systematisch zusammengeführt mit dem Ziel, die kausalen Zusammenhänge zu ermitteln, die zwischen den komplexen Strukturen und Prozessen innerhalb von Ökosystemen einerseits und ihrer Leistungsfähigkeit andererseits bestehen.

Von besonderer Bedeutung in diesen Forschungsprojekten ist die Entwicklung von Modellen und computergestützten Simulationen. Dadurch ist es möglich, unterschiedliche Szenarien bezüglich des Klimawandels und der Landnutzung in Beziehung zu setzen mit der Verfügbarkeit von qualitativ hochwertigem Trinkwasser und weiteren lebenswichtigen Gütern.
Angestrebt wird ein Bewertungsschlüssel, mit dessen Hilfe sich die Folgen ökosystemarer Veränderungen für die Trinkwasserversorgung in unterschiedlichen Weltregionen abschätzen lassen. Aus diesen Erkenntnissen und Prognosen können konkrete Handlungsempfehlungen für Politik und Wirtschaft abgeleitet werden.

Für die Forschungsarbeiten im Rahmen von TERRECO hat die Universität Bayreuth 13 Promotionsstipendien und 2 Postdoc-Stipendien ausgeschrieben. Bewerbungsfrist ist der 15. Januar 2009. Die Nachwuchswissenschaftler und -wissenschaftlerinnen werden sowohl in Deutschland als auch in Korea forschen.
Sie nehmen dabei nicht nur an fachbezogenen Seminaren teil, sondern auch an koreanischen Sprachkursen, einer Sommeruniversität und weiteren fächerübergreifenden Lehrveranstaltungen, die in Bayreuth und in Korea angeboten werden. Innerhalb der Universität Bayreuth sind insbesondere das Bayreuther Zentrum für Ökologie und Umweltforschung (BayCEER) sowie das Zentrum für Naturrisiken und Entwicklung Bayreuth (ZENEB) an der Koordinierung der Forschungsprojekte beteiligt.

Christian Wißler

Kontakt und weitere Informationen:
Professor Dr. John Tenhunen
Lehrstuhl für Pflanzenökologie
Universität Bayreuth
D-95440 Bayreuth
Tel.: +49 (0)921 55-2570
E-Mail: john.tenhunen@uni-bayreuth.de

Jürgen Abel | idw
Weitere Informationen:
http://www.bayceer.uni-bayreuth.de/terreco
http://www.uni-bayreuth.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Den Trends der Umweltbranche auf der Spur
17.10.2017 | Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO

nachricht Etablierung eines Zuchtprogramms zum Schutz der letzten Saolas
17.10.2017 | Forschungsverbund Berlin e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Im Focus: Neutron star merger directly observed for the first time

University of Maryland researchers contribute to historic detection of gravitational waves and light created by event

On August 17, 2017, at 12:41:04 UTC, scientists made the first direct observation of a merger between two neutron stars--the dense, collapsed cores that remain...

Im Focus: Breaking: the first light from two neutron stars merging

Seven new papers describe the first-ever detection of light from a gravitational wave source. The event, caused by two neutron stars colliding and merging together, was dubbed GW170817 because it sent ripples through space-time that reached Earth on 2017 August 17. Around the world, hundreds of excited astronomers mobilized quickly and were able to observe the event using numerous telescopes, providing a wealth of new data.

Previous detections of gravitational waves have all involved the merger of two black holes, a feat that won the 2017 Nobel Prize in Physics earlier this month....

Im Focus: Topologische Isolatoren: Neuer Phasenübergang entdeckt

Physiker des HZB haben an BESSY II Materialien untersucht, die zu den topologischen Isolatoren gehören. Dabei entdeckten sie einen neuen Phasenübergang zwischen zwei unterschiedlichen topologischen Phasen. Eine dieser Phasen ist ferroelektrisch: das bedeutet, dass sich im Material spontan eine elektrische Polarisation ausbildet, die sich durch ein äußeres elektrisches Feld umschalten lässt. Dieses Ergebnis könnte neue Anwendungen wie das Schalten zwischen unterschiedlichen Leitfähigkeiten ermöglichen.

Topologische Isolatoren zeichnen sich dadurch aus, dass sie an ihren Oberflächen Strom sehr gut leiten, während sie im Innern Isolatoren sind. Zu dieser neuen...

Im Focus: Smarte Sensoren für effiziente Prozesse

Materialfehler im Endprodukt können in vielen Industriebereichen zu frühzeitigem Versagen führen und den sicheren Gebrauch der Erzeugnisse massiv beeinträchtigen. Eine Schlüsselrolle im Rahmen der Qualitätssicherung kommt daher intelligenten, zerstörungsfreien Sensorsystemen zu, die es erlauben, Bauteile schnell und kostengünstig zu prüfen, ohne das Material selbst zu beschädigen oder die Oberfläche zu verändern. Experten des Fraunhofer IZFP in Saarbrücken präsentieren vom 7. bis 10. November 2017 auf der Blechexpo in Stuttgart zwei Exponate, die eine schnelle, zuverlässige und automatisierte Materialcharakterisierung und Fehlerbestimmung ermöglichen (Halle 5, Stand 5306).

Bei Verwendung zeitaufwändiger zerstörender Prüfverfahren zieht die Qualitätsprüfung durch die Beschädigung oder Zerstörung der Produkte enorme Kosten nach...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Dezember 2017

17.10.2017 | Veranstaltungen

Intelligente Messmethoden für die Bauwerkssicherheit: Fachtagung „Messen im Bauwesen“ am 14.11.2017

17.10.2017 | Veranstaltungen

Meeresbiologe Mark E. Hay zu Gast bei den "Noblen Gesprächen" am Beutenberg Campus in Jena

16.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

17.10.2017 | Informationstechnologie

Pflanzen gegen Staunässe schützen

17.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Den Trends der Umweltbranche auf der Spur

17.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz