Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Uni Kassel unterstützt Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie auf dem Weg zu null CO2-Ausstoß

18.07.2013
Ein von der EU finanziertes Projekt soll die europäische Lebensmittel- und Getränkeindustrie energieeffizienter machen und damit Kohlendioxidemissionen verringern. Zuständig für die Fallstudien in Deutschland ist eine Arbeitsgruppe der Universität Kassel. Ab jetzt können sich Unternehmen melden, die Interesse an einer Energieanalyse haben.

Die Universität Kassel und die Hochschule für Technik Stuttgart arbeiten gemeinsam mit Organisationen aus Großbritannien, Österreich, Polen und Spanien daran, die europäische Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie auf dem Weg zu höherer Energieeffizienz und einer Verringerung der CO2-Emissionen zu begleiten.

Das übergeordnete Ziel des Projekts „GREENFOODS Towards zero fossil CO2 emission in the European food & beverage industry“ ist es, deren Wettbewerbsfähigkeit zu stärken, die Energieversorgungssicherheit zu erhöhen und nachhaltige Produktion in Europa zu erhalten. Es wird erwartet, dass durch das Projekt rund 600 Millionen Tonnen CO2-Emissionen pro Jahr vermieden werden können. GREENFOODS ist im April 2013 gestartet und wird aus dem Programm Intelligent Energy Europe der EU kofinanziert.

Das Projekt ist auf zwei Jahre angelegt. Es wendet sich vorwiegend an Molkereien, Bäckereien, Fleischereien, Unternehmen der Fischverarbeitung, Produzenten von Babynahrung, Getreideprodukten und Futtermitteln sowie Brauereien und Fruchtsafthersteller. Für die Unternehmen ist die Teilnahme kostenlos.

Die Fachgebiete Solar- und Anlagentechnik und Agrartechnik der Universität Kassel übernehmen im Rahmen der Arbeitsteilung die Fallstudien in Deutschland. Das Kasseler Teilprojekt wird von der EU mit rund 135.000 Euro gefördert. Die teilnehmenden Unternehmen können von dabei von folgenden Projektaktivitäten und -ergebnissen profitieren:

• Erfahrene Projektpartner führen 200 Energieanalysen in Firmen der Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie durch. Im Rahmen einer solchen Analyse werden die Energieflüsse in einem Unternehmen (insbesondere die Wärme- und Kälteerzeugung und deren Einsatz im Produktionsprozess) genau durchleuchtet, um mögliche Energieeffizienzmaßnahmen zu identifizieren, wie beispielsweise Wärmerückgewinnung. Auch die Möglichkeiten für die Integration von Energie aus erneuerbaren Quellen - wie Solarthermie oder Biomasse - oder von Wärmepumpen werden geprüft. Betriebe, die sich jetzt bei den Projektpartnern melden, haben die Chance, einen detaillierten Überblick über ihren Energieverbrauch zu bekommen und bei Umsetzung der Maßnahmen ihre Energiekosten signifikant zu verringern.

Aus diesen 200 Betrieben werden 20 ausgewählt, die noch einen Schritt weiter gehen wollen. Für diese werden detaillierte Umsetzungskonzepte erstellt. Schließlich werden fünf Teilnehmer, die während der Projektlaufzeit Maßnahmen umsetzen möchten, dabei betreut. Es wird erwartet, dass dadurch 600 Tonnen CO2-Emissionen pro Jahr vermieden werden können.

• Basierend auf eigener Expertise sowie auf den Ergebnissen der Energieanalysen wird das Projektkonsortium das “GREENFOODS Branchenkonzept” entwickeln. Dieses verbindet technologische Expertise aus den Bereichen der Lebensmittel- und Getränkeherstellung sowie Energieeffizienz und erneuerbare Energien und unterstützt die Anwender – hauptsächlich Energieverantwortliche aus den genannten Branchen, aber auch Technologieanbieter und Energieberater – dabei, maßgeschneiderte Lösungen für Klein- und Mittelunternehmen (KMU) zu entwerfen, die ihre Prozesse und Energieversorgung optimieren wollen. Kern des Branchenkonzepts ist ein Programm zur Optimierung und Abgleichung von Energie- und Materialströmen, das auch die Berechnung des Primärenergiebedarfs und der CO2-Emissionen, die Integration von Abwärme, Prozesstechnologien sowie Technologien für Energieeffizienz und erneuerbare Energien und deren Wirtschaftlichkeitsberechnung beinhaltet. Diese Berechnungen werden durch Empfehlungen für die praktische Anwendung und für dauerhaftes Energiemanagement speziell in KMU ergänzt.

• Das Projektteam wird auch die Frage geeigneter Finanzierungs- und Förderungsmodelle behandeln, da mangelnde Finanzierung häufig einen Hinderungsgrund für die Anwendung innovativer Technologien zur Gewinnung von Energie aus erneuerbaren Quellen oder für Energieeffizienzmaßnahmen darstellt. Dieses Problem betrifft nicht nur KMU, tritt dort jedoch verstärkt auf.

• Das geplante GREENFOOS WikiWeb stellt die genannten Informationsmaterialien sowie ein Kompendium zu Energieversorgungs- und Prozesstechnologien, ergänzt um Best Practice Beispiele, gebündelt und für Unternehmen der Branche übersichtlich aufbereitet, kostenlos online zur Verfügung.

• Ein spezieller GREENFOODS Kurs wird entwickelt und in den beteiligten Ländern als Zusatzmodul zum erfolgreichen Lehrgang „EUREM Europäischer Energiemanager“ angeboten. Der Kurs wird für die Nahrungs- und Getränkeindustrie essentielles Know-how zu smarten und grünen Technologien vermitteln, die Teilnehmenden in die Anwendung des Branchenkonzepts einführen und über verfügbare Finanzierungsmöglichkeiten informieren.

• Über das Projektende im Juli 2015 hinaus, werden „Virtuelle Energiekompetenzzentren” in jedem Teilnehmerland das Wissen weiterverbreiten und als „One-stop-shop” für die entwickelten Tools und Materialien dienen.

Interessierte finden auf www.green-foods.eu weitere Informationen und können dort den Newsletter abonnieren, der sie über die nächsten Schritte und zukünftige Entwicklungen im Projekt auf dem Laufenden hält.

Ansprechpartner für Informationen zum Projekt:
Dr. Barbara Sturm, M.Sc. Bastian Schmitt
Universität Kassel
Mönchebergstr. 19, 34109 Kassel
Tel: 0561/804-2634
E-mail: bschmitt@uni-kassel.de
Das Projekt in den Social Media:
Facebook: GREENFOODSproject
Twitter: @GREENFOODS_AEE, #GREENFOODSproject
Linkedin Gruppe: http://www.linkedin.com/groups?gid=4989642&mostPopular=&trk=tyah

Dr. Guido Rijkhoek | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-kassel.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Fernerkundung für den Naturschutz
17.08.2017 | Hochschule München

nachricht "Brauchen wir das?" Auf dem Weg zu einer umweltgerechten Bedarfsprüfung von Infrastrukturprojekten
09.08.2017 | Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung - UFZ

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Eine Karte der Zellkraftwerke

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Chronische Infektionen aushebeln: Ein neuer Wirkstoff auf dem Weg in die Entwicklung

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Computer mit Köpfchen

18.08.2017 | Informationstechnologie