Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Ungeahnte Rohstoffquellen vor der eigenen Tür

14.01.2011
DBU fördert Projekt zur Wiederverwendung von Altmaterial – Qualifizierung von Arbeitslosen

Aus alt mach neu: Materialien, die sonst auf der Mülldeponie landen würden, werden in dem DBU-geförderten MÖWE-Projekt künftig für die Wiederverwertung aufbereitet.Osnabrück. Rohstoffe werden weltweit knapper und begehrter. Die Wiederverwendung von Materialien deutlich zu erhöhen, wird künftig unvermeidbar. Qualifiziertes Fachpersonal ist gefragt.

Ein neues Vorhaben des Qualifizierungs- und Beschäftigungsprojekts MÖWE aus Osnabrück zeigt, wie damit schon auf lokaler Ebene angefangen werden kann: Altmaterialien, die etwa bei Haushaltsauflösungen anfallen, sollen Langzeitarbeitslose und Jugendliche in der Berufsorientierungsphase fachgerecht aufarbeiten und erneut zum Verkauf anbieten. Das Konzept, die Stadt als Rohstoffquelle zu nutzen, wird mit beruflicher Qualifizierung gekoppelt.

Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) fördert das Projekt mit 124.500 Euro. „Das Vorhaben ist ein Paradebeispiel für den Dreiklang der Nachhaltigkeit: umweltschonend, wirtschaftlich und sozial“, betonte DBU-Generalsekretär Dr. Fritz Brickwedde. Er übergab heute in Osnabrück den Förderbescheid an MÖWE-Geschäftsführer Michael Strob.

Projekt soll bei beruflicher Orientierung helfen

Griffe, Scharniere oder Schrauben – bei Haushaltsauflösungen fallen große Mengen an Altmaterial an. Zusätzlich sind es bei Abbruchgebäuden auch Fenster und Türen oder gar Teile aus Bad- und Kücheneinrichtungen. In der Regel werden sie entsorgt und landen auf der Mülldeponie – „dabei verbirgt sich darin ein häufig ungenutztes Potenzial“, sagte Strob. „Dieses Material wollen wir künftig fachgerecht aufbereiten und langfristig ein Konzept für eine Art ‚Second Hand Shop’ für Baumarktartikel entwickeln.“ Die Arbeit sollen vor allem Langzeitarbeitslose und junge Erwachsene mit bildungsfernem Hintergrund übernehmen. Das Projekt könne ihnen helfen, sich beruflich zu orientieren und den Weg in den ersten Arbeitsmarkt zu finden, so Strob. MÖWE-Betriebsleiter Thomas Schulke fügte hinzu, dass mindestens 100 Personen in den drei Jahren Projektlaufzeit an der Ma ßnahme teilnehmen werden, um sich für künftige Arbeiten zu qualifizieren. Rund 45 Handwerksbetriebe und Unternehmen der Region seien zur fachlichen Begleitung in das Vorhaben eingebunden.

Kreislaufwirtschaft wird gestärkt und Umwelt geschont

Die Materialien unbeschadet ausbauen, fachgerecht transportieren und anschließend säubern und reparieren – „Learning-by-doing“ ist das Prinzip des MÖWE-Konzepts. „So wird nachhaltiges Wirtschaften auf lokaler Ebene praxisnah umgesetzt“, erklärte Verena Exner, DBU-Referatsleiterin für Umweltkommunikation in der mittelständischen Wirtschaft. Abfall lasse sich vermeiden, die Kreislaufwirtschaft werde gestärkt und so die Umwelt geschont. „Das Projekt zeigt: Gebrauchte Gegenstände wieder zu verwerten, heißt, attraktive Produkte aus alten Materialien zu generieren und so zum bewussten Schutz unserer Ressourcen beizutragen“, so Exner.

Enge Zusammenarbeit mit Bildungsbüro "Lernen vor Ort"

Die Inhalte des Projekts sind Teil der Umsetzung der Bildungsinitiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) „Lernen vor Ort“ in Osnabrück. In dieser Initiative arbeitet das BMBF mit deutschen Stiftungen zusammen. Vorgesehen sind lokale Patenschaften, in denen einzelne Stiftungen Kommunen vor Ort bei der Verwirklichung ihres Bildungsmanagements unterstützen. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) als „Themenpate“ für das Aktionsfeld Wirtschaft, Technik, Umwelt und Wissenschaft sowie die Bürgerstiftung der Stadt Osnabrück als so genannter „Grundpate“ haben die gemeinsame Patenschaft für das Programm in Osnabrück übernommen. Daher ist in dem MÖWE-Projekt eine enge Zusammenarbeit mit dem Bildungsbüro „Lernen vor Ort“ der Stadt Osnabrück vorgesehen.

Weitere soziale und kirchliche Einrichtungen in das Projekt eingebunden

Die MÖWE gGmbH ist eine Qualifizierungswerkstatt und Ausbildungsstätte für verschiedene Berufe und engagiert sich seit über 25 Jahren in der Qualifizierung von langzeitarbeitslosen Menschen mit besonderen sozialen Schwierigkeiten. Zu der Einrichtung gehören ein Sozialkaufhaus und eine Fahrradwerkstatt. Sie bietet außerdem verschiedene Dienstleistungen wie beispielsweise Malerarbeiten oder Transport- und Umzugshilfen an. Weitere Kooperationspartner, die das aktuelle Vorhaben unterstützen, sind das Bischöfliche Generalvikariat Osnabrück, der Caritasverband für die Diözese Osnabrück, die Arbeitsgemeinschaft Osnabrück (AGOS), der Abfallwirtschaftsbetrieb der Stadt Osnabrück, das Kolping Bildungswerk Diözesanverband Osnabrück und die Einrichtung MaßArbeit aus dem Landkreis Osnabrück.

Ansprechpartner für Fragen zum Projekt (AZ 28377):
Thomas Schulke, MÖWE gGmbH,
Telefon: 0541/5068810, Telefax: 0541/5068820

| DBU
Weitere Informationen:
http://www.dbu.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Fernerkundung für den Naturschutz
17.08.2017 | Hochschule München

nachricht "Brauchen wir das?" Auf dem Weg zu einer umweltgerechten Bedarfsprüfung von Infrastrukturprojekten
09.08.2017 | Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung - UFZ

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Eine Karte der Zellkraftwerke

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Chronische Infektionen aushebeln: Ein neuer Wirkstoff auf dem Weg in die Entwicklung

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Computer mit Köpfchen

18.08.2017 | Informationstechnologie