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Unentdeckte Schätze direkt vor unserer Haustür

09.06.2011
Bereits Alexander von Humboldt war im 19. Jahrhundert von der Vielfalt in Baumkronen fasziniert.

Heute weiß man, dass ca. 40 Prozent aller bekannten Arten in den Baumkronen beheimatet sind. Aus diesem Artenreichtum an Organismen gehen potentiell ökonomisch attraktive Wert- und Wirkstoffe hervor, doch wurden die meisten bisher nicht untersucht.


Forschungsturm der TU Kaiserslautern

Auch die tatsächliche Artenzahl kann um einiges höher liegen und über das Zusammenwirken aller Arten auf Ökosystemleistungen wie Nährstoffverfügbarkeit, Photosynthese, Wasserrecycling oder Feinstaubfiltrierung klafft eine große Wissenslücke. Und dies, obwohl bekannt ist, dass Baumkronen ein Hot Spot der Biodiversität darstellen und die Blattoberfläche der Vegetationen größer ist als die gesamte Oberfläche der Erde.

Die von der Natur bereitgestellten Schätze und Potentiale in den Baumkronen werden nun von Biologen der Abteilung „Pflanzenökologie und Systematik“ an der TU Kaiserslautern in einem transdisziplinären Projekt erforscht.

In Kooperation mit dem Fachbereich Architektur und dem Forstamt Kaiserslautern wird hierzu ein bisher einzigartiger Kronenraumforschungsturm im Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen erstellt, welches das größte zusammenhängende Waldgebiet Europas umfasst.

Hohe Anforderungen wurden von den Biologen vorgegeben, um eine umweltverträgliche Langzeitforschung zu realisieren ohne das Baumkronenökosystem zu beeinflussen. Der Turm darf auf minimaler Grundfläche (3 x 3m) Prozesse im Waldboden kaum stören, muss sich 36 m hoch zwischen die Baumkronen schieben, darf keine seitlichen Abspannungen besitzen und muss den Forschern in den verschiedenen Stockwerken des Waldes Bewegungsfreiheit bieten - dass alles möglichst aus Nachwachsenden Baustoffen und ohne giftiger Imprägnierung, die die angrenzende Mikroorganismen beeinträchtigen können.

Mit finanzieller Unterstützung der Stiftung Innovation Rheinland-Pfalz wird dieses ehrgeizige Projekt nun von dem Team um Dr. Michael Lakatos, Prof. Burkhard Büdel und Prof. Helmut Klein-Kraneburg verwirklicht. Der Turm strahlt damit als Alleinstellungsmerkmal und fachlich neuer Impuls der mikrobiellen Kronenraumforschung weit über die Grenzen hinaus - obwohl man ihn in der Nähe von Trippstadt kaum sieht, da er sich als Holzbauwerk ästhetisch in das Waldbild einfügt. Ausgestattet mit ökologischen und meteorologischen Messinstrumenten wird er uns zukünftig nicht nur Klimadaten, sondern auch neue Erkenntnisse zum Artenschutz und zu Ökosystemprozessen bereitstellen.

Eine Zusammenfassung der Turmerrichtung ist am 10. Juni um 18:40 Uhr in SWR-Wetter zu sehen.

Dipl.-Volkswirt Thomas Jung
Leiter PR und Marketing
TU Kaiserslautern
Gottlieb-Daimler-Straße 47
67663 Kaiserslautern
Tel.: 0631/205-2049
Fax: 0631/205-3658
E-mail: thjung@verw.uni-kl.de

Thomas Jung | TU Kaiserslautern
Weitere Informationen:
http://www.uni-kl.de

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