Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Umweltforschung: Plastikmüll in Gewässern

03.08.2012
Plastikmüll landet oft in Gewässern und verbleibt dort mit ungewissen Folgen für das Ökosystem. Weil diese Kontamination nun erstmals präzise analysiert werden kann, lassen sich auch die Auswirkungen auf Mensch und Tier besser untersuchen.

Synthetische Kunststoffe sind fester Bestandteil des modernen Lebens - nicht zuletzt als kaum abbaubarer Abfall. Ein Großteil davon gelangt über die Flüsse ins Meer. Im Nordpazifik etwa hat sich mit dem „Great Pacific Garbage Patch“ ein gigantischer schwimmender Teppich aus Plastikmüll gebildet, der eine Gefahr für die dort lebenden Organismen darstellt.

Werden die bunten Kunststoffteile mit natürlicher Nahrung verwechselt und gefressen, können sie den Verdauungstrakt blockieren oder aber den Hormonhaushalt der Tiere massiv stören.

Kleinere Kunststoffpartikel im Millimeter- und Mikrometerbereich sind nicht weniger weit verbreitet und nicht weniger gefährlich, vor allem weil sie sich über „Bioakkumulation“ entlang der Nahrungskette anreichern. Bislang konnte die Verschmutzung aquatischer Ökosysteme durch Kunststoffe aber nicht exakt bestimmt und damit das Risiko nicht umfassend abgeschätzt werden.

„Mit Hilfe einer neuen Methode können wir jetzt ökologisch relevante Plastikpartikel aus dem Sediment über eine Dichtetrennung quantifizieren“, sagt der LMU-Biologie Professor Christian Laforsch.

Plastik auf dem Prüfstand

Der „Munich Plastic Sediment Separator“ (MPSS) wurde zusammen mit Forschern der TU München aus dem Institut für Wasserchemie und Chemische Balneologie in München entwickelt. Das Gerät erlaubt, unterschiedliche Plastikpartikel bis zu einer Größe von weniger als einem Millimeter aus aquatischem Sediment zu extrahieren, zu quantifizieren und auch zu identifizieren. „Unsere Methode ist herkömmlichen Ansätzen deutlich überlegen“, sagt Hannes Imhof, der Erstautor der Studie.

Viele Anwendungen sind denkbar, denn eine Separations und-Identifikationsrate von bis zu 100 Prozent ist bislang unerreicht, auch etwa in der Recycling-Industrie. „Die Problematik rund um Plastikmüll in aquatischen Ökosystemen ist ein hochaktuelles und zukunftsträchtiges Forschungsgebiet“, sagt Laforsch. „Wir können jetzt die Belastung von Gewässern mit Plastik exakt nachweisen und damit die Auswirkungen auf die Lebewesen in diesen essentiellen und zugleich hochempfindlichen Lebensräumen untersuchen. Über das Trinkwasser und Speisefische gehört dazu natürlich nicht zuletzt auch der Mensch.“ (suwe)

Publikation:
A novel, highly efficient method for the separation and quantification of plastic particles in sediments of aquatic environments
Hannes K. Imhof, Johannes Schmid, Reinhard Niessner, Natalia P. Ivleva, and Christian Laforsch
Limnology and Oceanography: Methods, Juli 2012
Doi 10.4319/lom.2012.10.524
Ansprechpartner:
Professor Christian Laforsch
Department Biologie II and
GeoBio-Center der LMU
Tel: +49 (0) 89 2180-74-252
Fax: +49 (0) 89 2180-74-204
E-Mail: laforsch@zi.biologie.uni-muenchen.de
Web: http://sci.bio.lmu.de/ecology/evol_e/people_laforsch_e.html

Luise Dirscherl | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-muenchen.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Mehr wärmeliebende Tiere und Pflanzen durch Klimawandel
20.02.2017 | Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseen

nachricht Gebietsfremde Arten weltweit auf dem Vormarsch
15.02.2017 | Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Im Focus: Innovative Antikörper für die Tumortherapie

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig von diesen teuren Medikamenten profitieren, wird intensiv an deren Verbesserung gearbeitet. Forschern um Prof. Thomas Valerius an der Christian Albrechts Universität Kiel gelang es nun, innovative Antikörper mit verbesserter Wirkung zu entwickeln.

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig...

Im Focus: Durchbruch mit einer Kette aus Goldatomen

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des Wärmetransportes

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des...

Im Focus: Breakthrough with a chain of gold atoms

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

Im Focus: Hoch wirksamer Malaria-Impfstoff erfolgreich getestet

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Der Lkw der Zukunft kommt ohne Fahrer aus

21.02.2017 | Veranstaltungen

Physikerinnen und Physiker diskutieren in Bremen über aktuelle Grenzen der Physik

21.02.2017 | Veranstaltungen

Kniffe mit Wirkung in der Biotechnik

21.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rittal vereinbart mit den Betriebsräten Sozialpläne

21.02.2017 | Unternehmensmeldung

Der Lkw der Zukunft kommt ohne Fahrer aus

21.02.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Zur Sprache gebracht: Und das intelligente Haus „hört zu“

21.02.2017 | Messenachrichten