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TU-Forscherin testet verschiedene Rasenarten auf Brachland in Hellersdorf-Marzahn

22.09.2009
Rund 100 "Wiesengesellschaften" gibt es in der Hauptstadt

Eine 21.600 Quadratmeter große Fläche wurde dafür vorübergehend mit Rollrasen bedeckt. Mit über 2.500 öffentlichen Grünanlagen, Grünzügen und Stadtplätzen gilt Berlin schon lange als "grüne Metropole".

Durch Stadtbrache und Plattenbau-Peripherie entstehen derzeit viele Freiflächen, die dauerhaft als Wiesenanlagen umfunktioniert werden können. Wie genau "urbane Wiesen" angelegt und gepflegt werden sollten, untersucht Doktorandin Leonie Fischer innerhalb eines Graduiertenkollegs der TU Berlin.

"Angesichts 'schrumpfender Städte' gewinnen Wiesen als 'Lückenfüller' immer mehr an Bedeutung", erklärt Leonie Fischer. Durch den starken Rückgang der Industrialisierung und den demografischen Wandel werden viele Wohnungen nicht mehr benötigt und Häuser abgerissen. Ganze Gebiete sterben aus und verkommen. "Dieser 'Schrumpfungsprozess' ist weltweit zu beobachten. Im Berliner Bezirk Hellersdorf-Marzahn sind beispielsweise durch den Abriss von Schulen, Kindertagesstätten und Kinderspielplätzen bisher etwa 100 Hektar frei geworden", berichtet Leonie Fischer. Nun gelte es, für diese Freiflächen den passenden Wiesentyp zu finden.

Fischers Arbeit befasst sich mit Methoden und vegetationsökologischen Zusammenhängen der Wiesenvegetation im urbanen Raum. Sie ist Teil des Graduiertenkollegs "Stadtökologische Perspektiven - Optimierung urbaner Naturentwicklung: Naturfunktionen und Lebensumwelt der Stadtbewohner im dynamischen Wandel" am Fachgebiet Ökosystemkunde und Pflanzenökologie an der TU Berlin. In einem ersten Schritt untersucht die junge Wissenschaftlerin, welche Wiesentypen es in Berlin gibt und wie sie in der Stadt verteilt sind. Im zweiten Schritt werden dann verschiedene Wiesen vor Ort getestet.

In Berlin gibt es rund 100 sogenannter "Wiesengesellschaften". Auf Flughäfen findet man zum Beispiel Trockenrasen vor, sogenannte Frischwiesen wachsen im Schlosspark Charlottenburg und im Tiergarten. Wie im außerstädtischen Bereich, kann man auch in der Stadt geeignete Wiesenstandorte bezüglich Bodeneigenschaften und Witterungsverhältnissen finden. Mit ihrer Arbeit will Leonie Fischer eine Brücke schlagen zwischen den ästhetischen Anforderungen der Anwohner und der Ökologie der Wiese.

"Auch die Kosten müssen berücksichtigt werden. Wohnungsbaugesellschaften haben ein großes Interesse daran, die Pflegekosten möglichst niedrig zu halten. Sie wollen Wiesen extensiv nutzen, das heißt, dass sie nicht öfter als dreimal im Jahr gepflegt werden müssen", erläutert Leonie Fischer. In Hellersdorf-Marzahn hat sie mit ihrem Team mehr als 10 Flächen von insgesamt 20 mal 20 Metern bearbeitet und verschiedene Versuchsvarianten in vier mal vier Meter großen Beeten angelegt. Im Frühjahr 2010 werden die Anwohner zu den Versuchsflächen befragt. Die Auswertung der Fragebögen wird dann Aufschluss darüber geben, wie die Wiesen wahrgenommen und genutzt werden.

"Schon bei den Arbeiten an den Wiesenanlagen wurden wir von den Anwohnern angesprochen. Sie schlugen vor, die Wiese doch bunter zu gestalten, zum Beispiel mit Mohn. Ich bin dankbar für solche Anregungen. Als Planerin ist es mir sehr wichtig, nicht Wissenschaft um der Wissenschaft willen zu praktizieren, sondern meine Ergebnisse in der Praxis anzuwenden. Deshalb haben wir unsere Testreihe auch direkt vor Ort aufgebaut und nicht in einem Gewächshaus", erklärt Leonie Fischer.

Weitere Informationen erteilt Ihnen gern: Dipl.-Ing. Leonie Fischer, Technische Universität Berlin, Institut für Ökologie, Fachgebiet Ökosystemkunde/Pflanzenökologie, Tel.: 030/314-71282, E-Mail: leonie_fischer@mailbox.tu-berlin.de

Dr. Kristina R. Zerges | idw
Weitere Informationen:
http://www.tu-berlin.de

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