Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Trinkwasser aus dem Meer energiearm gewinnen

06.11.2008
Siemens entwickelt eine Technologie zur Meerwasserentsalzung, die den Energieverbrauch um mindestens 50 Prozent verringert.

Wie das Forschungsmagazin Pictures of the Future in seiner neuesten Ausgabe berichtet, soll das Salz mittels eines elektrischen Felds aus dem Wasser entfernt werden.


Für die Entwicklung der Technologie wird das Unternehmen von der Regierung von Singapur finanziell unterstützt. Siemens Water Technologies siedelte hier seine weltweite Zentrale für die Forschung und Entwicklung von Wassertechnologien an. Jetzt hat Siemens Corporate Technology auch eine Niederlassung in dem Stadtstaat eröffnet.

Auf den ersten Blick ist Wasser weltweit im Überfluss vorhanden, weil 71 Prozent der Erdoberfläche damit bedeckt ist. Doch über 97 Prozent davon sind nicht trinkbares Meerwasser. Länder, in denen natürliche Wasserquellen rar sind, wie die Wüstenstaaten der Arabischen Emirate oder Singapur, setzen daher auf Meerwasserentsalzung.

Bisherige Anlagen basieren entweder auf dem Prinzip der Erhitzung und Verdunstung, die jedoch mit rund zehn Kilowattstunden (kWh) je Kubikmeter einen hohen Energieverbrauch haben, oder der Umkehrosmose, bei der das Wasser durch einen Filter gepresst wird, was rund drei KWh pro Kubikmeter beansprucht.

Um diesen hohen Verbrauch zu senken, knüpfte die Regierung Singapurs ein Forschungsnetz und gründete das so genannte Waterhub. Dieses Kompetenzzentrum bietet Herstellern von Wassertechnologien modernste Labore, Zugang zu gut ausgebildetem Personal und Möglichkeiten für Feldversuche. Hier entwickelte das Siemens-Forschungsteam auch das Konzept zur energiearmen Entsalzungstechnologie, bei der Salze in einem elektrischen Feld aus dem Meerwasser entfernt werden.

Bei dem Prozess wird mittels einer Elektrodialyse, einer so genannten Austauschenthärtung und einem neuartigen kontinuierlichen Elektroentsalzungsprozess auf Basis einer De-Ionisation das Salz mit 1,5 kWh je Kubikmeter und somit mindestens 50 Prozent weniger Energiebedarf und entsprechend weniger Kosten abgeschieden. Im Vergleich mit der bisher üblichen Verdampfungstechnologie ergeben sich sogar Einsparungen von 90 Prozent.

Siemens Water Technologies gewann mit der Technologie einen Wettbewerb unter 35 Einreichungen, den die Regierung von Singapur ausgeschrieben hatte. Das Projekt wird mit drei Millionen US-Dollar gefördert. Siemens will nun bis 2011 eine Demonstrationsanlage errichten. (RN 2008.11.1)

Dr. Norbert Aschenbrenner | Siemens ResearchNews
Weitere Informationen:
http://www.siemens.de/innovation

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Müll in den Weltmeeren überall präsent: 1220 Arten betroffen
23.03.2017 | Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung

nachricht Internationales Netzwerk bündelt experimentelle Forschung in europäischen Gewässern
21.03.2017 | Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Im Focus: Auf der Spur des linearen Ubiquitins

Eine neue Methode ermöglicht es, den Geheimcode linearer Ubiquitin-Ketten zu entschlüsseln. Forscher der Goethe-Universität berichten darüber in der aktuellen Ausgabe von "nature methods", zusammen mit Partnern der Universität Tübingen, der Queen Mary University und des Francis Crick Institute in London.

Ubiquitin ist ein kleines Molekül, das im Körper an andere Proteine angehängt wird und so deren Funktion kontrollieren und verändern kann. Die Anheftung...

Im Focus: Tracing down linear ubiquitination

Researchers at the Goethe University Frankfurt, together with partners from the University of Tübingen in Germany and Queen Mary University as well as Francis Crick Institute from London (UK) have developed a novel technology to decipher the secret ubiquitin code.

Ubiquitin is a small protein that can be linked to other cellular proteins, thereby controlling and modulating their functions. The attachment occurs in many...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

Über Raum, Zeit und Materie

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Besser lernen dank Zink?

23.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Innenraum-Ortung für dynamische Umgebungen

23.03.2017 | Architektur Bauwesen