Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

TERRECO: Neuer Ansatz in Ökosystemforschung

17.09.2009
Das Graduiertenkolleg TERRECO macht bei der Tagung der Gesellschaft für Ökologie, die in dieser Woche an der Universität Bayreuth stattfindet, mit einem eigenen Symposium auf sich aufmerksam.

In dem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Projekt erforschen Wissenschaftler der Universität Bayreuth in Kooperation mit südkoreanischen Partneruniversitäten den Einfluss von Klima- und Landnutzungsänderungen auf die Lebenssituation der Bevölkerung in einer südkoreanischen Gebirgsregion. TERRECO steht dabei für "Complex Terrain and Ecological Heterogeneity - Ökologische Heterogenität in komplexem Gelände".

In dem Untersuchungsgebiet nahe der nordkoreanischen Grenze wird in steilem Gelände konventioneller und ökologischer Anbau betrieben. Die konventionell wirtschaftenden Landwirte setzen dabei für den Anbau von Reis und Wurzelfrüchten sehr hohe Düngermengen ein. Die Kombination mit anhaltendem Monsunregen führt dazu, dass der Boden verstärkt abgetragen und Dünger, Sedimente und Pestizide ins Trinkwasser ausgewaschen werden. Als Folge dieser unangepassten Nutzung verringert sich die "Dienstleistung" des Ökosystems, zu der auch sauberes Trinkwasser gehört, und zwingt die Bevölkerung zu zeit- und kostenintensiven Anpassungen.

Im Zuge des Klimawandels und vor allem durch die Häufung von Starkregenereignissen in dieser Region wird sich diese Problematik in Zukunft verstärken. Im Rahmen von TERRECO arbeiten Natur-, Sozial und Wirtschaftswissenschaftler an Lösungsstrategien, die den örtlichen Entscheidungsträgern als Handlungsempfehlung dienen sollen.

Eröffnet wurde das Symposium vom Leiter des Graduiertenkollegs, Professor Dr. John Tenhunen. Er sprach über die Bedeutung von Gebirgsregionen als Wasserlieferant für landwirtschaftliche Flächen. Dr. Dennis Otieno erklärte, wie in unwegsamem Gelände der Wasserhaushalt von Wäldern untersucht wird und wie deren Wasserverbrauch von der Sonneneinstrahlung, der Temperatur und der Wasserverfügbarkeit abhängig ist. Bodenphysiker Professor Dr. Bernd Huwe hielt einen Vortrag zur Modellierung des Wasserflusses im Boden. Mit Hilfe eines ungiftigen Farbstoffes kann er den Weg des Wassers durch Poren und Wurzelbahnen verfolgen. Im Vortrag von Privatdozent Dr. Gian-Reto Walther stand die Biodiversität im Mittelpunkt. Das Symposium endete mit einem Vortrag von Dr. Thomas Koellner, seit April Professor für Ecological Services (Ökosystemare Dienstleistungen). Koellner erklärte, wie durch Interviews mit der örtlichen Bevölkerung sozialwirtschaftliche Daten erhoben werden, um Traditionen und Beweggründe des menschlichen Handelns besser zu verstehen. Sowohl die naturwissenschaftlichen als auch die sozialwirtschaftlichen Daten bilden die Grundlage für computergestützte Simulationsmodelle, mit denen Entscheidungshilfen für zukünftiges Handeln erarbeitet werden.

TERRECO bietet einen neuen Ansatz bei der Erforschung von Ökosystemdienstleis-tungen und ihrer Beeinflussung durch den Menschen. Vernetzter als in den vergangenen Jahrzehnten üblich arbeiten Natur-, Sozial- und Wirtschaftswissenschaftler transdisziplinär an einer Problemstellung. Das Projekt ist vorerst auf viereinhalb Jahre angelegt, mit der Möglichkeit einer Verlängerung auf neun Jahre, und wird etwa 80 Doktoranden darauf vorbereiten, die ökologischen Herausforderungen der gegenwärtigen und zukünftigen Generationen zu meistern.

Frank Schmälzle | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-bayreuth.de/aktuelles/TERRECO

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Eisenmangel hemmt marine Mikroorganismen
19.05.2017 | GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel

nachricht Wie verändert der Verlust von Arten die Ökosysteme?
18.05.2017 | Deutsches Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) Halle-Jena-Leipzig

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Im Focus: Neuer Ionisationsweg in molekularem Wasserstoff identifiziert

„Wackelndes“ Molekül schüttelt Elektron ab

Wie reagiert molekularer Wasserstoff auf Beschuss mit intensiven ultrakurzen Laserpulsen? Forscher am Heidelberger MPI für Kernphysik haben neben bekannten...

Im Focus: Wafer-thin Magnetic Materials Developed for Future Quantum Technologies

Two-dimensional magnetic structures are regarded as a promising material for new types of data storage, since the magnetic properties of individual molecular building blocks can be investigated and modified. For the first time, researchers have now produced a wafer-thin ferrimagnet, in which molecules with different magnetic centers arrange themselves on a gold surface to form a checkerboard pattern. Scientists at the Swiss Nanoscience Institute at the University of Basel and the Paul Scherrer Institute published their findings in the journal Nature Communications.

Ferrimagnets are composed of two centers which are magnetized at different strengths and point in opposing directions. Two-dimensional, quasi-flat ferrimagnets...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Diabetes Kongress 2017:„Closed Loop“-Systeme als künstliche Bauchspeicheldrüse ab 2018 Realität

23.05.2017 | Veranstaltungen

Aachener Werkzeugmaschinen-Kolloquium 2017: Internet of Production für agile Unternehmen

23.05.2017 | Veranstaltungen

14. Dortmunder MST-Konferenz zeigt individualisierte Gesundheitslösungen mit Mikro- und Nanotechnik

22.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Medikamente aus der CLOUD: Neuer Standard für die Suche nach Wirkstoffkombinationen

23.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Diabetes Kongress 2017:„Closed Loop“-Systeme als künstliche Bauchspeicheldrüse ab 2018 Realität

23.05.2017 | Veranstaltungsnachrichten

CAST-Projekt setzt Dunkler Materie neue Grenzen

23.05.2017 | Physik Astronomie