Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Strom aus Kohle wird klimafreundlicher

26.02.2009
Siemens und E.ON bauen eine Pilotanlage zur Abscheidung von Kohlendioxid (CO2).

In der Anlage am Kohlekraftwerk Staudinger bei Hanau sollen rund 90 Prozent des CO2 aus einem Teilstrom der Kraftwerksabgase herausgewaschen werden. Die Anlage wird im Sommer 2009 in Betrieb gehen. Mit dem speziellen CO2-Waschprozess von Siemens verbraucht die Abscheidung des Treibhausgases vergleichsweise wenig Energie und belastet die Umwelt nicht.


Die Technik wurde bereits im Labor erprobt und eignet sich auch für die Nachrüstung konventioneller Kraftwerke.

Nach Ansicht von Experten bleibt Kohle ein wichtiger Energieträger. Prognosen zufolge wird der Verbrauch sogar weiter steigen, vor allem in Indien und China. Da die CO2-Emissionen von Kohlekraftwerken relativ hoch sind, wird intensiv daran gearbeitet, diesen Strom klimafreundlicher zu machen. Beim so genannten Post-Combustion-Capture-Verfahren wird das bei der Verbrennung entstandene Rauchgas mit einer Waschflüssigkeit in Kontakt gebracht. Das im Gas enthaltene CO2 bindet sich dann an das Waschmittel.

Mit einem geringen Restgehalt an CO2 strömt das gereinigte Abgas nach draußen, während die Waschsubstanz erwärmt wird, um das gebundene CO2 wieder aus ihr zu entfernen. Übrig bleibt reines CO2, das verdichtet und zu Lagerstätten transportiert werden kann. An der unterirdischen Speicherung von CO2 wird derzeit auch geforscht. Für das Waschmittel, das nicht verbraucht wird, beginnt der Prozess von Neuem.

Eine große Herausforderung ist der Energieverbrauch der CO2-Abscheidung: Dadurch reduziert sich der Wirkungsgrad des Kraftwerks um mehr als zehn Prozentpunkte. Am meisten Energie kostet die Erwärmung des Waschmittels zur Regeneration des gebundenen CO2. Die Experten von Siemens Energy haben deshalb eine Waschsubstanz mit einem niedrigeren Energiebedarf gewählt und anhand der Laboranlage viele Prozessparameter optimiert. Wichtig ist unter anderem der Einfluss von Begleitgasen wie Sauerstoff oder Schwefeldioxid. Das Resultat ist ein CO2-Waschverfahren, das nur 9,2 Prozentpunkte Wirkungsgrad kostet und damit deutlich weniger Energie verbraucht als bisherige Prozesse.

Das verwendete Waschmittel ist außerdem besonders stabil. Es reagiert wenig mit Spurenstoffen im Rauchgas und bleibt fast vollständig im Prozess erhalten, entweicht also nicht wie andere Waschsubstanzen mit dem Restgas. Die Pilotanlage testet die Technologie unter realen Kraftwerksbedingungen. Auf dem Prüfstand stehen die chemische Langzeitstabilität der Waschsubstanz und die Effektivität des Verfahrens. Darüber hinaus soll der Energieverbrauch weiter optimiert werden. (IN 2009.02.5)

Dr. Norbert Aschenbrenner | Siemens InnovationNews
Weitere Informationen:
http://www.siemens.de/innovation

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Wie Brände die Tundra langfristig verändern
12.12.2017 | Gesellschaft für Ökologie e.V.

nachricht Mit Drohnen Wildschweinschäden schätzen
12.12.2017 | Gesellschaft für Ökologie e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lange Speicherung photonischer Quantenbits für globale Teleportation

Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik erreichen mit neuer Speichertechnik für photonische Quantenbits Kohärenzzeiten, welche die weltweite...

Im Focus: Long-lived storage of a photonic qubit for worldwide teleportation

MPQ scientists achieve long storage times for photonic quantum bits which break the lower bound for direct teleportation in a global quantum network.

Concerning the development of quantum memories for the realization of global quantum networks, scientists of the Quantum Dynamics Division led by Professor...

Im Focus: Electromagnetic water cloak eliminates drag and wake

Detailed calculations show water cloaks are feasible with today's technology

Researchers have developed a water cloaking concept based on electromagnetic forces that could eliminate an object's wake, greatly reducing its drag while...

Im Focus: Neue Einblicke in die Materie: Hochdruckforschung in Kombination mit NMR-Spektroskopie

Forschern der Universität Bayreuth und des Karlsruhe Institute of Technology (KIT) ist es erstmals gelungen, die magnetische Kernresonanzspektroskopie (NMR) in Experimenten anzuwenden, bei denen Materialproben unter sehr hohen Drücken – ähnlich denen im unteren Erdmantel – analysiert werden. Das in der Zeitschrift Science Advances vorgestellte Verfahren verspricht neue Erkenntnisse über Elementarteilchen, die sich unter hohen Drücken oft anders verhalten als unter Normalbedingungen. Es wird voraussichtlich technologische Innovationen fördern, aber auch neue Einblicke in das Erdinnere und die Erdgeschichte, insbesondere die Bedingungen für die Entstehung von Leben, ermöglichen.

Diamanten setzen Materie unter Hochdruck

Im Focus: Scientists channel graphene to understand filtration and ion transport into cells

Tiny pores at a cell's entryway act as miniature bouncers, letting in some electrically charged atoms--ions--but blocking others. Operating as exquisitely sensitive filters, these "ion channels" play a critical role in biological functions such as muscle contraction and the firing of brain cells.

To rapidly transport the right ions through the cell membrane, the tiny channels rely on a complex interplay between the ions and surrounding molecules,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Materialinnovationen 2018 – Werkstoff- und Materialforschungskonferenz des BMBF

13.12.2017 | Veranstaltungen

Innovativer Wasserbau im 21. Jahrhundert

13.12.2017 | Veranstaltungen

Innovative Strategien zur Bekämpfung von parasitären Würmern

08.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rest-Spannung trotz Megabeben

13.12.2017 | Geowissenschaften

Computermodell weist den Weg zu effektiven Kombinationstherapien bei Darmkrebs

13.12.2017 | Medizin Gesundheit

Winzige Weltenbummler: In Arktis und Antarktis leben die gleichen Bakterien

13.12.2017 | Geowissenschaften