Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wie steht es um den Umweltschutz in Deutschland?

29.05.2009
Umwelt-Kernindikatoren ab sofort aktualisiert im Internet

Wie entwickelt sich der Umweltschutz in Deutschland? Das gerade aktualisierte Umwelt-Kernindikatorensystem (KIS) des Umweltbundesamtes (UBA) gibt Antwort darauf.

Mehr als 50 Indikatoren beschreiben den Zustand der Umwelt und zeigen, wo die Umweltpolitik erfolgreich und wo noch mehr zu tun ist: Gute Noten erhält Deutschland für das Jahr 2008 beim Klimaschutz und beim Ausbau der erneuerbaren Energien. Zudem ist die Energie- und Ressourcenproduktivität gestiegen. "Auf diesen Erfolgen dürfen wir uns aber nicht ausruhen", sagt UBA-Vizepräsident Dr. Thomas Holzmann.

So muss Deutschland - trotz der verbesserten Energie- und Rohstoffproduktivität - den absoluten Energie- und Rohstoffverbrauch weiter senken, der Verkehrssektor muss nachhaltiger werden und auch bei der Luftreinhaltung sind die Erfolge für das Erreichen eines hohen Niveaus zum Schutz der Gesundheit und zum Erhalt der biologischen Vielfalt noch mit weiteren großen Anstrengungen verbunden. Auch bei der Verringerung der Flächeninanspruchnahme und dem Ausbau des ökologischen Landbaus hat Deutschland seine Ziele noch nicht erreicht.

Hier einige konkrete Ergebnisse für eine erfreuliche Entwicklung des Umweltschutzes:

- Die Treibhausgasemissionen gingen von 1990 bis 2008 um 23,3 Prozent zurück. Das Minderungsziel für Deutschland bis zum Jahr 2012 von 21 Prozent, bezogen auf das Jahr 1990, ist somit bereits vorfristig erreicht.

- Der Beitrag der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien zur gesamten Strombereitstellung betrug 2008 rund 14,8 Prozent. Das Ziel für 2010 von 12,5 Prozent ist somit übertroffen.

- Die Energieproduktivität erhöhte sich von 1990 bis 2008 um 40,7 Prozent. Hier sind weitere Anstrengungen notwendig, um das Ziel der Verdoppelung im Jahr 2020 gegenüber dem Jahr 1990 zu erreichen.

- Die Rohstoffproduktivität stieg zwischen 1994 und 2007 um 35,4 Prozent - bei einem rückläufigen Materialeinsatz um minus 9,7 Prozent und einem Anstieg des Bruttoinlandsproduktes um 22,3 Prozent. Die Entwicklung des Indikators ist positiv, aber das Tempo reicht für das gesetzte Ziel der Verdopplung gegenüber 1994 noch nicht aus.

- Gegenüber 1990 sank der Luftschadstoffindex der Emissionen bis 2007 um 56 Prozent auf 44 Prozent. Das Ziel der Bundesregierung liegt bei 30 Prozent bis zum Jahr 2010. Auch hier sind noch weitere Maßnahmen erforderlich, um das avisierte Ziel zu erreichen.

Besondere Anstrengungen sind weiterhin in diesen Bereichen erforderlich:

- Von 1999 bis 2006 sank die Transportintensität des Personenverkehrs auf 95,6 Prozent. Die Transportintensität des Güterverkehrs stieg dagegen auf 114 Prozent. Das Tempo der Entkoppelung von Personentransportintensität und Wirtschaftsleistung (Bruttoinlandsprodukt, BIP) ist noch zu gering. Bei der Gütertransportintensität findet sogar - im Hinblick auf das Ziel - eine gegenläufige Entwicklung statt.

- 2007 werden in Deutschland 5,1 Prozent der Anbaufläche nach den Prinzipien des ökologischen Landbaus bewirtschaftet. Das 20-Prozent-Ziel der Bundesregierung ist noch in weiter Ferne.

- Seit 1991 gingen die Stickstoffüberschüsse auf landwirtschaftlich genutzten Flächen um insgesamt 20 Prozent zurück. Angesichts eines Überschusses von immer noch über 100 Kilogramm pro Hektar reicht die bisherige Stickstoffeffizienz nicht aus, um das Ziel von 80 Kilogramm pro Hektar bis 2010 zu erreichen.

- Die tägliche Flächeninanspruchnahme für Siedlungen und Verkehr ist im Zeitraum von 1992 bis 2007 von 120 Hektar pro Tag auf knapp unter 100 Hektar pro Tag zurückgegangen. Bis 2020 soll der Zuwachs der Siedlungs- und Verkehrsfläche auf 30 Hektar pro Tag sinken. Von diesem Ziel der deutschen Nachhaltigkeitsstrategie sind wir noch weit entfernt.

- Die Artenvielfalt und Landschaftsqualität hat sich in den vergangenen zehn Jahren kaum verändert und beträgt immer noch 70 Prozent des Ziels der Bundesregierung für 2015. Das Ziel ist ohne erhebliche zusätzliche Anstrengungen von Bund, Ländern und Kommunen in möglichst allen Politikfeldern nicht erreichbar.

Umweltindikatoren sind ein wichtiges Instrument für eine Erfolgskontrolle der Umweltpolitik. Bei der Sammlung der Daten arbeitet das UBA eng mit anderen Bundesbehörden zusammen - etwa dem Bundesamt für Naturschutz, dem Bundesamt für Strahlenschutz sowie dem Statistischen Bundesamt.

Mit der Aktualisierung des Indikatorensystems gestaltete das UBA gleichzeitig auch den Internetauftritt der "Daten zur Umwelt - Umweltzustand in Deutschland" übersichtlicher und nutzerfreundlicher. Neue Funktionen ermöglichen den Nutzerinnen und Nutzern, Querverweise zu Hintergrundinformationen, zu verwandten Umweltthemen sowie zu weiterführenden Links und Literaturhinweisen zu erhalten.
Das Umwelt-Kernindikatorensystem des UBA finden Sie unter www.umweltbundesamt.de/daten-zur-umwelt/umwelt-kernindikatoren.
Die "Daten zur Umwelt" stehen unter www.umweltbundesamt.de/daten-zur-umwelt
zur Verfügung.

Martin Ittershagen | idw
Weitere Informationen:
http://www.umweltbundesamt.de
http://www.umweltbundesamt.de/daten-zur-umwelt

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Frühwarnsignale für Seen halten nicht, was sie versprechen
05.12.2016 | Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB)

nachricht Besserer Schutz vor invasiven Arten
15.11.2016 | Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Elektronenautobahn im Kristall

Physiker der Universität Würzburg haben an einer bestimmten Form topologischer Isolatoren eine überraschende Entdeckung gemacht. Die Erklärung für den Effekt findet sich in der Struktur der verwendeten Materialien. Ihre Arbeit haben die Forscher jetzt in Science veröffentlicht.

Sie sind das derzeit „heißeste Eisen“ der Physik, wie die Neue Zürcher Zeitung schreibt: topologische Isolatoren. Ihre Bedeutung wurde erst vor wenigen Wochen...

Im Focus: Electron highway inside crystal

Physicists of the University of Würzburg have made an astonishing discovery in a specific type of topological insulators. The effect is due to the structure of the materials used. The researchers have now published their work in the journal Science.

Topological insulators are currently the hot topic in physics according to the newspaper Neue Zürcher Zeitung. Only a few weeks ago, their importance was...

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochgenaue Versuchsstände für dynamisch belastete Komponenten – Workshop zeigt Potenzial auf

09.12.2016 | Seminare Workshops

Ein Nano-Kreisverkehr für Licht

09.12.2016 | Physik Astronomie

Pflanzlicher Wirkstoff lässt Wimpern wachsen

09.12.2016 | Biowissenschaften Chemie