Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Staubbelastungen in Müllverbrennungsanlagen untersucht

30.09.2008
Untersuchungen klären Situation an Arbeitsplätzen in Müllverbrennungsanlagen

In Deutschland belastet Staub mehrere Millionen Beschäftigte an ihren Arbeitsplätzen.

Bereits im Jahre 2001 legte der Ausschuss für Gefahrstoffe deshalb den Allgemeinen Staubgrenzwert für die alveolengängige Staubfraktion mit 3 mg/m³ für Arbeitsplätze fest.

Ab 2004 gelten für die einatembare Staubfraktion 10 mg/m³. Eine der Branchen, die als Ausnahmen aufgenommen wurden, waren Kraftwerke. Seitens der Betreiber von Müllverbrennungsanlagen (MVA) bestand von Anfang an großes Interesse an einer Klärung dieser Situation und einer branchenübergreifenden Beschreibung der Staubbelastungen.

Deshalb untersuchten die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) und das Ingenieurbüro Probiotec, Düren, die Belastungssituation durch Staub in diesen Unternehmen. Die BAuA hat die Ergebnisse jetzt als Bericht "Staubbelastungen an Arbeitsplätzen in Müllverbrennungsanlagen" veröffentlicht.

In zwölf Müllverbrennungsanlagen führte die Forschergruppe Arbeitsplatzmessungen durch, um Belastungen durch die einatembare und die alveolengängige Staubfraktion zu ermitteln. Die Messungen erfolgten in allen Arbeitsbereichen mit möglicher Staubbelastung. Dabei zeigte sich, dass sowohl Arbeitsbereiche und Tätigkeiten mit Belastungen unterhalb der Arbeitsplatzgrenzwerte als auch Problembereiche mit deutlichen Grenzwertüberschreitungen existieren.

Alle Messungen zeigten, dass sich die Belastungen in erster Linie durch die einatembare Staubfraktion charakterisieren lassen. Wird deren Arbeitsplatzgrenzwert von 10 mg/m³ eingehalten, ist keine Überschreitung des Arbeitsplatzgrenzwertes von 3 mg/m³ für die alveolengängige Staubfraktion zu erwarten. Bei Arbeitsplatzmessungen im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung in den Arbeitsbereichen einer MVA sollten deshalb die Belastungen durch die einatembare Staubfraktion gemessen werden.

Im Normalbetrieb erweisen sich die Krankabinen und die Kesselhäuser als Bereiche mit unkritischen Staubbelastungen. Zudem kann bei Rundgängen unter störungsfreien Bedingungen davon ausgegangen werden, dass die Arbeitsplatzgrenzwerte eingehalten werden. Dafür ergibt sich bei der Anlieferung ein geteiltes Bild. Hier kann von einer Grenzwerteinhaltung ausgegangen werden, wenn sich die Beschäftigten und auch die Mitarbeiter der anliefernden Firmen möglichst selten in unmittelbarer Nähe der Abkippstellen aufhalten. Im Müllbunker treten durchgehend Staubbelastungen auf, die sich oberhalb der Arbeitsplatzgrenzwerte befinden. Hier sind entsprechende Zugangsregelungen zu treffen und persönliche Schutzausrüstung zu verwenden. Aufgrund der in den Stäuben enthaltenen Inhaltsstoffe ist bei der Reststoffverladung grundsätzlich Atemschutz zu tragen.

Erste Untersuchungsergebnisse weisen bei der jährlich durch Fremdfirmen durchgeführten Revision auf deutlich erhöhte Belastungen und Überschreitungen der Arbeitsplatzgrenzwerte hin. Hier setzt deshalb ein weiteres Forschungsprojekt der BAuA an.

Bericht FP 1504 der BAuA "Staubbelastungen an Arbeitsplätzen in Müllverbrennungsanlagen"; R. Hebisch, N. Fröhlich, M. Keischgens, ISBN: 978-3-88261-088-8, 40 Seiten. Der gesamte Bericht befindet sich als PDF-Datei (789 KB) im Bereich Publikationen in der Rubrik Fachbeiträge auf der BAuA-Homepage http://www.baua.de.

Jörg Feldmann | idw
Weitere Informationen:
http://www.baua.de/nn_5846/de/Publikationen/Fachbeitraege/F1504,xv=vt.pdf
http://www.baua.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Paradiese in Gefahr: Bayreuther Studierende forschen auf den Malediven zu Plastikmüll in den Meeren
13.04.2017 | Universität Bayreuth

nachricht Ozeanversauerung: Wie individuell sind die Reaktionen?
06.04.2017 | GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Immunzellen helfen bei elektrischer Reizleitung im Herzen

Erstmals elektrische Kopplung von Muskelzellen und Makrophagen im Herzen nachgewiesen / Erkenntnisse könnten neue Therapieansätze bei Herzinfarkt und Herzrhythmus-Störungen ermöglichen / Publikation am 20. April 2017 in Cell

Makrophagen, auch Fresszellen genannt, sind Teil des Immunsystems und spielen eine wesentliche Rolle in der Abwehr von Krankheitserregern und bei der...

Im Focus: Tief im Inneren von M87

Die Galaxie M87 enthält ein supermassereiches Schwarzes Loch von sechs Milliarden Sonnenmassen im Zentrum. Ihr leuchtkräftiger Jet dominiert das beobachtete Spektrum über einen Frequenzbereich von 10 Größenordnungen. Aufgrund ihrer Nähe, des ausgeprägten Jets und des sehr massereichen Schwarzen Lochs stellt M87 ein ideales Laboratorium dar, um die Entstehung, Beschleunigung und Bündelung der Materie in relativistischen Jets zu erforschen. Ein Forscherteam unter der Leitung von Silke Britzen vom MPIfR Bonn liefert Hinweise für die Verbindung von Akkretionsscheibe und Jet von M87 durch turbulente Prozesse und damit neue Erkenntnisse für das Problem des Ursprungs von astrophysikalischen Jets.

Supermassereiche Schwarze Löcher in den Zentren von Galaxien sind eines der rätselhaftesten Phänomene in der modernen Astrophysik. Ihr gewaltiger...

Im Focus: Deep inside Galaxy M87

The nearby, giant radio galaxy M87 hosts a supermassive black hole (BH) and is well-known for its bright jet dominating the spectrum over ten orders of magnitude in frequency. Due to its proximity, jet prominence, and the large black hole mass, M87 is the best laboratory for investigating the formation, acceleration, and collimation of relativistic jets. A research team led by Silke Britzen from the Max Planck Institute for Radio Astronomy in Bonn, Germany, has found strong indication for turbulent processes connecting the accretion disk and the jet of that galaxy providing insights into the longstanding problem of the origin of astrophysical jets.

Supermassive black holes form some of the most enigmatic phenomena in astrophysics. Their enormous energy output is supposed to be generated by the...

Im Focus: Neu entdeckter Exoplanet könnte bester Kandidat für die Suche nach Leben sein

Supererde in bewohnbarer Zone um aktivitätsschwachen roten Zwergstern gefunden

Ein Exoplanet, der 40 Lichtjahre von der Erde entfernt einen roten Zwergstern umkreist, könnte in naher Zukunft der beste Ort sein, um außerhalb des...

Im Focus: Resistiver Schaltmechanismus aufgeklärt

Sie erlauben energiesparendes Schalten innerhalb von Nanosekunden, und die gespeicherten Informationen bleiben auf Dauer erhalten: ReRAM-Speicher gelten als Hoffnungsträger für die Datenspeicher der Zukunft.

Wie ReRAM-Zellen genau funktionieren, ist jedoch bisher nicht vollständig verstanden. Insbesondere die Details der ablaufenden chemischen Reaktionen geben den...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Smart-Data-Forschung auf dem Weg in die wirtschaftliche Praxis

21.04.2017 | Veranstaltungen

Baukultur: Mehr Qualität durch Gestaltungsbeiräte

21.04.2017 | Veranstaltungen

Licht - ein Werkzeug für die Laborbranche

20.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Intelligenter Werkstattwagen unterstützt Mensch in der Produktion

21.04.2017 | HANNOVER MESSE

Forschungszentrum Jülich auf der Hannover Messe 2017

21.04.2017 | HANNOVER MESSE

Smart-Data-Forschung auf dem Weg in die wirtschaftliche Praxis

21.04.2017 | Veranstaltungsnachrichten