Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Start Naturschutzprojekt an der Aller

06.12.2012
Naturschutzprojekt an der Aller verbindet Lebensräume und stärkt die biologische Vielfalt

Heute startet das vom Bundesumweltministerium geförderte Aller-Naturschutzprojekt. Im Einzugsgebiet der Aller werden Naturschutzmaßnahmen mit Umweltbildung sowie mit der Vernetzung und der aktiven Anleitung von Akteuren verbunden. Ziel des Projekts ist es, die biologische Vielfalt an den Gewässern und Auen der Aller nachhaltig zu steigern.

Das Bundesumweltministerium (BMU) stellt aus dem Bundesprogramm Biologische Vielfalt über eine Million Euro zur Verfügung. Das Bundesamt für Naturschutz (BfN), begleitet das Naturschutzprojekt als Bewilligungsbehörde fachlich. Das Projekt ist gemeinsam von der Aktion Fischotterschutz e.V. und der Volkswagen AG initiiert worden. Die Volkswagen AG stellt zusätzlich 213.600 Euro an Fördergeldern bereit, die Aktion Fischotterschutz e.V. steuert 140.543 Euro Eigenanteil bei.

Die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium Ursula Heinen-Esser: „Es sprechen viele Gründe dafür, dass wir alles daran setzen, den ökologischen Zustand unserer Gewässer und Auen nachhaltig zu verbessern. Unsere naturnahen Auenlandschaften sind Zentrum der Biodiversität, Grundlage für einen vorsorgenden Hochwasserschutz und Anziehungspunkte für Naturtouristen. Wir müssen dieses Naturkapital für heutige und zukünftige Generationen erhalten und entwickeln.“

BfN-Präsidentin Beate Jessel: „Das Aller-Projekt verfolgt einen umfassenden Ansatz, in dem aktiver Naturschutz und Umweltbildung verbunden und ein Netzwerk von geschulten Akteuren vor Ort aufgebaut wird. Dies gemeinsam schafft eine hervorragende Basis für eine nachhaltige Sicherung und Steigerung der biologischen Vielfalt entlang der Aller.“

Das Projekt hat den Titel „Das Aller-Projekt – Verbindung von Lebensräumen zur Erhöhung der biologischen Vielfalt“. Das Projektgebiet umfasst das gesamte Gewässersystem der Aller von der Quelle in Sachsen-Anhalt bis zur Mündung in die Weser im Landkreis Verden in Niedersachsen. Innerhalb des Gebietes sollen gewässerökologische Maßnahmen zur Verbesserung der Artenvielfalt an Gewässern und Auen umgesetzt sowie die Eigendynamik der Fließgewässer gefördert werden. Mit der Extensivierung von Uferrandstreifen und Pflanzungen von Gehölzen werden Lebensräume entwickelt und zu Lebensraumkorridoren vernetzt, die das gesamte Einzugsgebiet durchziehen. Die Umsetzung des Aller-Projekts wird größtenteils außerhalb von Schutzgebieten stattfinden. Mit diesem Schwerpunkt auf Gebieten, die sonst nicht im Fokus des Naturschutzes stehen, werden bereits vorhandene Naturschutzprojekte sinnvoll ergänzt und eine ganzheitliche, nachhaltige Entwicklung der Gewässer und Auen entlang der Aller gefördert.

Die Planung und Umsetzung der Maßnahmen vor Ort erfolgt in Zusammenarbeit mit lokalen Akteuren, wie Fischerei- und Naturschutzverbänden. Diese Akteure werden angeleitet und unter-einander vernetzt, damit sie in Zukunft selbstständig Gewässermaßnahmen umsetzen können, die die biologische Vielfalt steigern.

Mit einem eigens für das Projekt angeschafften fahrbaren Gewässerlabor, dem „Aller-Mobil“, soll Kindern und Jugendlichen das Thema „Biologische Vielfalt“ nahe gebracht werden. In Zukunft erforschen Schulklassen und Gruppen mit dem mobilen Gewässerlabor die Tier- und Pflanzenwelt an den Gewässern vor Ort. Hierbei stehen neben Keschern, Lupen und Mikroskop zur Bestimmung der Lebewesen im Gewässer, auch Geräte zur chemischen und physikalischen Gewässeruntersuchung zur Verfügung. So können die Schüler – wie richtige Wissenschaftler – Aussagen zur Gewässergüte und über die Naturnähe eines Gewässers treffen.

Die Umsetzung der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt (NBS) wird seit 2011 durch das Bundesprogramm Biologische Vielfalt unterstützt. Gefördert werden Vorhaben, denen im Rahmen der NBS eine gesamtstaatlich repräsentative Bedeutung zukommt oder die diese Strategie in besonders beispielhafter Weise umsetzen. Die geförderten Maßnahmen tragen dazu bei, den Rückgang der biologischen Vielfalt in Deutschland zu stoppen und mittel- bis langfristig in einen positiven Trend umzukehren. Sie dienen dem Schutz und der nachhaltigen Nutzung sowie der Entwicklung der biologischen Vielfalt und gehen über die rechtlich geforderten Standards hinaus. Akzeptanzbildende Maßnahmen der Informationen und Kommunikation tragen dazu bei, das gesellschaftliche Bewusstsein für die biologische Vielfalt zu stärken.

Weitere Informationen unter http://www.biologischevielfalt.de/verfahren.html.

Franz August Emde | Bundesamt für Naturschutz
Weitere Informationen:
http://www.bfn.de
http://www.biologischevielfalt.de/verfahren.html

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Mit Urzeitalgen zu gesundem Wasser: Wirtschaftliches Verfahren zur Beseitigung von EDC im Abwasser
27.04.2017 | Technische Universität Bergakademie Freiberg

nachricht Plastik – nicht nur Müll
26.04.2017 | Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: TU Chemnitz präsentiert weltweit einzigartige Pilotanlage für nachhaltigen Leichtbau

Wickelprinzip umgekehrt: Orbitalwickeltechnologie soll neue Maßstäbe in der großserientauglichen Fertigung komplexer Strukturbauteile setzen

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bundesexzellenzclusters „Technologiefusion für multifunktionale Leichtbaustrukturen" (MERGE) und des Instituts für...

Im Focus: Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

58 europäische Industrie- und Forschungspartner aus 11 Ländern forschten unter der Leitung des VIRTUAL VEHICLE drei Jahre lang, um Europas führende Position im Bereich Embedded Systems und dem Internet of Things zu stärken. Die Ergebnisse von DEWI (Dependable Embedded Wireless Infrastructure) wurden heute in Graz präsentiert. Zu sehen war eine Fülle verschiedenster Anwendungen drahtloser Sensornetzwerke und drahtloser Kommunikation – von einer Forschungsrakete über Demonstratoren zur Gebäude-, Fahrzeug- oder Eisenbahntechnik bis hin zu einem voll vernetzten LKW.

Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction geklungen hätte, ist in seinem Ansatz bereits Wirklichkeit und wird in Zukunft selbstverständlicher Teil...

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationaler Tag der Immunologie - 29. April 2017

28.04.2017 | Veranstaltungen

Kampf gegen multiresistente Tuberkulose – InfectoGnostics trifft MYCO-NET²-Partner in Peru

28.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen

27.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Über zwei Millionen für bessere Bordnetze

28.04.2017 | Förderungen Preise

Symbiose-Bakterien: Vom blinden Passagier zum Leibwächter des Wollkäfers

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wie Pflanzen ihre Zucker leitenden Gewebe bilden

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie