Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Auf den Spuren des Grüns

08.02.2010
Forscherinnen der TU Berlin untersuchen die Pflanzenverwendung in historischen Stadtparks

Parks als grüne Oasen der Stadt sind heute für alle Bewohner europäischer Städte von großer Bedeutung. In ihnen liegt jedoch auch ein großes Potenzial für die Erforschung der Gartenkulturgeschichte und der Pflanzenökologie.

Diese beiden Bereiche treffen sich in dem neuen interdisziplinären Forschungsprojekt GreenTraces, das Stadtparks des 19. Jahrhunderts in Berlin, Warschau, Budapest, Bukarest und anderen Städten betrachtet. Es verbindet gleichzeitig die Bereiche Denkmalpflege und Ökosystemkunde.

Das innovative Projekt, in dem insbesondere das Wechselspiel zwischen kulturhistorischen Mustern und pflanzenökologischen Prozessen in Stadtparkanlagen verschiedener europäischer Großstädte untersucht werden soll, wurde gemeinsam von der Landschaftsarchitektin Dr.-Ing. Sylvia Butenschön und der Biologin und Geografin Dr. Ina Säumel - beide Wissenschaftlerinnen an der TU Berlin - entwickelt.

"Interessant ist, dass im Vorkriegseuropa ein viel stärkerer kultureller Austausch herrschte, als dies heute der Fall ist. Das zeigen auch die Gartenkunstwerke", erklärt Sylvia Butenschön vom Fachgebiet Denkmalpflege des Instituts für Stadt- und Regionalplanung. So vergleichen die Forscherinnen Ergebnisse aus den Partnerstädten, um die Verflechtungen in der Zunft der Gartenkünstler, gemeinsame Vorbilder und regionale Besonderheiten zu ermitteln.

Ina Säumel vom Fachgebiet Ökosystemkunde des Instituts für Ökologie betont die ökologischen Aspekte der Untersuchung: "Die Pflanzenverwendung in historischen Stadtparks beeinflusst die Artenzusammensetzung in den Städten und kann Ausbreitungsprozesse initiieren." So wird der europaweite Vergleich entlang eines Nord-Süd-Gradienten auch Aussagen zur Pflanzenverwendung und zu deren ökologischen Folgen im Zuge des Klimawandels ermöglichen.

Inzwischen haben die Projektleiterinnen das Thema auf der "2nd International Conference on Landscape and Urban Horticulture" im Juni 2009 in Bologna einer internationalen Fachöffentlichkeit vorgestellt. Dabei konnten auch weitere potenzielle Projektpartner interessiert werden. Aktuell leiten sie außerdem ein Studienprojekt zu dieser Thematik. Fünfzehn Studierende des Studiengangs Landschaftsplanung der TU Berlin untersuchen die historische Pflanzenverwendung und ihre ökologischen Folgen am Beispiel der vier Berliner Stadtparkanlagen Humboldthain, Viktoriapark, Bürgerpark Pankow und Schillerpark.

"Damit wollen wir die Untersuchungsmethodik des Forschungsprojektes vorab testen", erläutert Ina Säumel. Am Fachgebiet Denkmalpflege wird derzeit der Antrag auf mehrjährige Förderung für das Projekt "GreenTraces from past to future: Stadtparks als kulturelles und ökologisches Erbe Europas" erarbeitet. So sollen die Stadtparks als grüne Spuren aus der Vergangenheit für die Gegenwart lesbar werden.

2.724 Zeichen

Weitere Informationen erteilen Ihnen gern: Dr.-Ing. Sylvia Butenschön, Technische Universität Berlin, Institut für Stadt- und Regionalplanung, Fachgebiet Denkmalpflege, Tel: 030/314-28076, E-Mail: s.butenschoen@isr.tu-berlin.de

Dr. Ina Säumel, Technische Universität Berlin , Institut für Ökologie, Fachgebiet Ökosystemkunde, Tel.: 030/314-71373, E-Mail: Ina.saeumel@tu-berlin.de

Dr. Kristina R. Zerges | idw
Weitere Informationen:
http://www.pressestelle.tu-berlin.de/?id=4608
http://www.pressestelle.tu-berlin.de/medieninformationen/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Wasserqualität von Flüssen: Zusätzliche Reinigungsstufen in Kläranlagen lohnen sich
24.05.2017 | Eberhard Karls Universität Tübingen

nachricht Eisenmangel hemmt marine Mikroorganismen
19.05.2017 | GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

DFG fördert 15 neue Sonderforschungsbereiche (SFB)

26.05.2017 | Förderungen Preise

Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

26.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Unglaublich formbar: Lesen lernen krempelt Gehirn selbst bei Erwachsenen tiefgreifend um

26.05.2017 | Gesellschaftswissenschaften