Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Software ermöglicht günstigen Ersatz kritischer Stoffgemische

19.12.2013
Wie lassen sich Gefahrstoffe in Rezepturen für Chemie- und Kunststoffprodukte gezielt austauschen?

In der Industrie wird diese Frage oft mit »nur unter großem Aufwand« und »verbunden mit erheblichen Kosten« beantwortet. Dank einer von Fraunhofer UMSICHT entwickelten Software lautet die Antwort künftig mit »formula«.


Dank formula sind kritische Stoffe in Gemischen simpel ersetzbar.
Infografik: Fraunhofer UMSICHT

formula erlaubt eine zeit- und kosteneffiziente Substitution einzelner Stoffe in Gemischen. Gleichzeitig treibt das Projekt die Entwicklung nachhaltiger, für Mensch und Umwelt ungefährlicher Werkstoffe voran. formula wird gefördert durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie.

Die nachhaltige Entwicklung von chemischen Produkten und Kunststoffen ist nicht nur aus ökologisch-sozialer Sicht notwendig, sondern für die Industrie auch finanziell relevant. Verbraucher weigern sich vermehrt Produkte mit kritischen Inhalten, wie Kunststoffe, die Phthalat als Weichmacher enthalten, zu kaufen. Und das aus gutem Grund: Der Stoff hat hormonähnliche Eigenschaften*.

Auch spielen die Rohstoffverknappung und die damit einhergehenden steigenden Preise für Rohstoffe eine wirtschaftliche Rolle. Dies ist insbesondere für Branchen problematisch, die hauptsächlich mit komplexen Gemischen verschiedener Stoffe arbeiten. Fehlt ein Stoff, lässt er sich meist nicht einfach durch einen anderen ersetzen. Grund hierfür sind die komplexen Beziehungen im Gesamtstoffsystem. Entsprechend erforderlich ist es oft ganze Stoffgruppen der Rezeptur zu substituieren oder anzupassen.

Günstige und ungefährliche Ersatzstoffe

Fraunhofer UMSICHT entwickelt in Kooperation mit dem Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung eine softwareunterstützte Methode zur effektiven Substitution von bedenklichen Stoffen durch unbedenkliche Alternativen. Angestrebt ist ein systematischer und fortwährender Ersatz kritischer Stoffe durch Substanzen mit keinem oder geringerem Gefährdungspotenzial für Mensch und Umwelt.

Das Tool ermöglicht vergleichende Darstellungsmöglichkeiten für gefundene Alternativstoffe anhand funktioneller, toxikologischer und wirtschaftlicher Kriterien. Auch sind innovative Such- und Formulierungsalgorithmen geplant. Ende Januar 2014 soll ein erster Demonstrator fertiggestellt sein.

Iris Kumpmann | Fraunhofer-Institut
Weitere Informationen:
http://www.umsicht.fraunhofer.de/

Weitere Berichte zu: Kunststoff Rezeptur Stoffgemische UMSICHT

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Plastik – nicht nur Müll
26.04.2017 | Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V.

nachricht Paradiese in Gefahr: Bayreuther Studierende forschen auf den Malediven zu Plastikmüll in den Meeren
13.04.2017 | Universität Bayreuth

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Im Focus: Making lightweight construction suitable for series production

More and more automobile companies are focusing on body parts made of carbon fiber reinforced plastics (CFRP). However, manufacturing and repair costs must be further reduced in order to make CFRP more economical in use. Together with the Volkswagen AG and five other partners in the project HolQueSt 3D, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) has developed laser processes for the automatic trimming, drilling and repair of three-dimensional components.

Automated manufacturing processes are the basis for ultimately establishing the series production of CFRP components. In the project HolQueSt 3D, the LZH has...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Ballungsräume Europas

26.04.2017 | Veranstaltungen

200 Weltneuheiten beim Innovationstag Mittelstand in Berlin

26.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Wie digitale Technik die Patientenversorgung verändert

26.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Akute Myeloische Leukämie: Ulmer erforschen bisher unbekannten Mechanismus der Blutkrebsentstehung

26.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Naturkatastrophen kosten Winzer jährlich Milliarden

26.04.2017 | Interdisziplinäre Forschung

Zusammenhang zwischen Immunsystem, Hirnstruktur und Gedächtnis entdeckt

26.04.2017 | Biowissenschaften Chemie