Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Seidenstraße durch Gletscherschmelze bedroht

16.06.2009
Chinesisches Tor zum historischen Handelsweg überflutet

Der Zugang zur historischen Seidenstraße in China ist bald nicht mehr passierbar. Nach Untersuchungen des Geologen Chi-Yuen Wang von der University of California in Berkeley werden schmelzende Gletscher den so genannten Hexi-Korridor zwischen den Qilian-Bergen und den niedrigen Hügeln der Wüste Gobi überfluten.

Das Schicksal droht aber auch anderen Trockenregionen, die nahe an Gletschern liegen. Die schmelzenden Gletscher werden zu großräumigen Überschwemmungen und anschließend zu noch stärkerer Trockenheit führen, berichtet das Wissenschaftsmagazin New Scientist in seiner Online-Ausgabe.

"Die Region ist extrem trocken. Die mittlere Niederschlagsmenge beträgt jährlich etwa 125 Millimeter", so Wang, der auch als Hydrologe tätig ist. Der Wassermangel war in den vergangenen Jahren ein geringeres Problem als in den Jahren zuvor. Obwohl Bewässerung den Grundwasserspiegel im 20. Jahrhundert deutlich gesenkt hatte, begann dieser 2003 erneut zu steigen.

Seit 2005 ist es regelmäßig zu Überschwemmungen gekommen. Bei Isotopen-Untersuchungen des Brunnenwassers konnte der Forscher gemeinsam mit seinem Kollegen Jian Sheng Chen vom Hydrologie-Laboratorium der Hohai Universität in Nanjing feststellen, dass der Großteil des dazugekommenen Wassers aus den geschmolzenen Gletschern der Umgebung stammte. Dieses hat sich mit dem Wasser der zyklischen Regenfälle, die aus der Verdunstung der Bewässerungssysteme entstanden war, gemischt.

Die Tatsache, dass sich die Niederschlagsmenge in höheren Lagen allerdings kaum erhöht hat, lege den Schluss nahe, dass das Wasser fast ausschließlich aus der Gletscherschmelze stammt. Die Temperaturen in den Qilian-Bergen sind seit den 1980er Jahren um jährlich 0,04 Grad Celsius gestiegen. Die Gletscher sind an manchen Stellen um bis zu sieben Meter während eines Jahres zurückgegangen. Schmelzender Permafrost erleichtert das Eindringen ins Grundwasser und offensichtlich auch die Vermengung mit dem Quellwasser. Bei den Quellen handelt es sich um Oasen. Bewässerungssysteme haben den Hexi-Korridor zu einer Brotkammer der Region werden lassen. Insgesamt 26 Mio. Menschen leben hier - und alle sind von den Brunnen abhängig.

In den zwei Städten Zhangye und Jiuquan hat es in den vergangenen Jahren immer wieder Überschwemmungen gegeben - am schlimmsten waren sie im Winter als der Grundwasserspiegel stieg und kein Wasser für die Bewässerungssysteme abgezapft wurde. Die Forscher rechnen damit, dass bis 2050 die Gletscher rund um den Korridor verschwunden sein werden.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://berkeley.edu

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Das Schweigen der Hummeln
15.11.2017 | Karlsruher Institut für Technologie

nachricht Nachhaltige Wasseraufbereitung löst Algenprobleme
26.10.2017 | SCHOTT AG

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Transparente Beschichtung für Alltagsanwendungen

Sport- und Outdoorbekleidung, die Wasser und Schmutz abweist, oder Windschutzscheiben, an denen kein Wasser kondensiert – viele alltägliche Produkte können von stark wasserabweisenden Beschichtungen profitieren. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) haben Forscher um Dr. Bastian E. Rapp einen Werkstoff für solche Beschichtungen entwickelt, der sowohl transparent als auch abriebfest ist: „Fluoropor“, einen fluorierten Polymerschaum mit durchgehender Nano-/Mikrostruktur. Sie stellen ihn in Nature Scientific Reports vor. (DOI: 10.1038/s41598-017-15287-8)

In der Natur ist das Phänomen vor allem bei Lotuspflanzen bekannt: Wassertropfen perlen von der Blattoberfläche einfach ab. Diesen Lotuseffekt ahmen...

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Im Focus: «Kosmische Schlange» lässt die Struktur von fernen Galaxien erkennen

Die Entstehung von Sternen in fernen Galaxien ist noch weitgehend unerforscht. Astronomen der Universität Genf konnten nun erstmals ein sechs Milliarden Lichtjahre entferntes Sternensystem genauer beobachten – und damit frühere Simulationen der Universität Zürich stützen. Ein spezieller Effekt ermöglicht mehrfach reflektierte Bilder, die sich wie eine Schlange durch den Kosmos ziehen.

Heute wissen Astronomen ziemlich genau, wie sich Sterne in der jüngsten kosmischen Vergangenheit gebildet haben. Aber gelten diese Gesetzmässigkeiten auch für...

Im Focus: A “cosmic snake” reveals the structure of remote galaxies

The formation of stars in distant galaxies is still largely unexplored. For the first time, astron-omers at the University of Geneva have now been able to closely observe a star system six billion light-years away. In doing so, they are confirming earlier simulations made by the University of Zurich. One special effect is made possible by the multiple reflections of images that run through the cosmos like a snake.

Today, astronomers have a pretty accurate idea of how stars were formed in the recent cosmic past. But do these laws also apply to older galaxies? For around a...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

VDI-Expertenforum „Gefährdungsanalyse Trinkwasser"

20.11.2017 | Veranstaltungen

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungen

Roboter für ein gesundes Altern: „European Robotics Week 2017“ an der Frankfurt UAS

17.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Klein aber Fein: Das Designhaus "Frankel" aus England

20.11.2017 | Unternehmensmeldung

Mehr Sicherheit beim Fliegen dank neuer Ultraschall-Prüfsysteme

20.11.2017 | Maschinenbau

Spin-Strom aus Wärme: Neues Material für höhere Effizienz

20.11.2017 | Physik Astronomie