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Schutz der Meere kommt nur schleppend voran

24.11.2008
Weniger als ein Prozent der weltweiten Ozeanfläche unter Schutz

Weltweit steht nur ein Prozent der Meeresflächen unter Schutz. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie der Umweltorganisation The Nature Conservancy (TNC) im Fachmagazin Conservation Letters.

Regierungen haben bekannt gegeben, dass bis 2012 die Quote auf zehn Prozent ansteigen soll. Nach Meinung eines Studienautors sei das unter den derzeitigen Voraussetzungen kaum einhaltbar. Erst kürzlich hatten Forscher anhand zahlreicher Studien die Wichtigkeit von maritimen Schutzgebieten unterstrichen.

"Für jene von uns, die den ganzen Arbeitsbereich auf den Schutz der Meere abgestellt haben, ist es klar ersichtlich, dass die Unterschutzstellung der Ozeane jener auf dem Land hinterherhinkt", so Mark Spalding von TNC. Rund zwölf Prozent der Landfläche der Erde sind in irgendeiner Art als Schutzgebiete ausgewiesen. Es sei deprimierend, dass es derart langsam vorangeht. Laut Spalding gebe es jedoch Hoffnung. Erst vor vier Jahren hatten die rund 190 Unterzeichnerstaaten der UN-Biodiversitätskonvention beschlossen, mindestens zehn Prozent der Meeresgebiete zu schützen, die ökologisch wertvoll sind. Unter Schutz stellen bedeutet nicht, dass damit alle Fischereiaktivitäten verboten sind, sondern vielmehr, dass die Nutzung nachhaltig erfolgt.

Nach Angaben der TNC-Studie variieren die Schutzgebiete in den einzelnen Staaten sehr stark. Neuseelands Küste ist beispielsweise zu 70 Prozent unter Schutz gestellt, während die meisten Mittelmeerländer weniger als zwei Prozent als solche ausgewiesen haben. Lobenswert erwähnt wird auch der westafrikanische Staat Guinea-Bissau, dessen Regierung massiv in die Errichtung eines Schutzgebietes des ökologisch wertvollen Bijagos Archipels investiert hat. Besonders positive Erwähnung finden zudem auch Palau, Mikronesien, Indonesien und einige karibische Inselstaaten.

Wie wichtig marine Schutzzonen sind, unterstreicht auch der Meeresbiologe Ron O'Dor, Koordinator des Census of Marine Life in Washington DC und Wissenschaftler an der Dalhousie Universität im pressetext-Gespräch. "Positive Veränderungen, vor allem die Erholung der Fischpopulationen, sind bereits nach wenigen Jahren in solchen Schutzgebieten deutlich bemerkbar." Das habe man am ersten marinen Park westlich von Hawaii sehen können. "Auch wenn man der Bush-Regierung in Sachen Umweltschutz nicht viele positive Dinge nachsagen kann, ist die Schaffung vier weiterer großer mariner Schutzzonen im Pazifik beschlossene Sache", so der Forscher. "Wir müssen auch in der Öffentlichkeit ein verstärktes Bewusstsein dafür erzeugen, dass die Meere lebensnotwendig sind."

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.nature.org
http://www.coml.org

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