Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Schädlichen Spurenstoffen auf die Schliche kommen

22.06.2015

Vom 22. bis zum 26. Juni 2015 diskutieren in Berlin Wissenschaftler und Doktoranden aus aller Welt über die hydrologischen und biogeochemischen Mechanismen, die den Um- und Abbau von Nähr- und Schadstoffen in Fließgewässersedimenten steuern. Die Sommerschule „HypoBASICS" findet im Rahmen des EU-Projekts „HypoTRAIN“ statt, das Anfang 2015 startete und federführend vom Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) geleitet wird.

Das Sediment am Grund eines Fließgewässers ist viel mehr als nur Sand, Kies oder Schlamm. Wenn Wasser in einem Fluss oder Bach talwärts fließt, bewegt es sich nicht nur oberflächlich vorwärts.


Transport und Stoffumsatz im Gewässerbett.

Grafik: Karin Meinikmann

Es dringt auch immer wieder in das Gewässerbett ein, um an anderer Stelle erneut an die Oberfläche zu treten. Die Sedimente wirken dabei wie ein Filter, der dem Flusswasser Nähr- und Schadstoffe entziehen kann. Komplexe physikalische, biologische und chemische Prozesse bestimmen diesen Filtermechanismus.

Das sedimentäre Gewässerbett von Fließgewässern nennen Wissenschaftler „hyporheische Zone“. Sie wird neben dem Flusswasser auch vom angrenzenden Grundwasser gespeist. Mit diesen Interaktionen von Grund- und Oberflächenwasser und deren Bedeutung für den Um- und Abbau von Schadstoffen beschäftigt sich das Projekt HypoTRAIN.

„Viele dieser Prozesse sind bisher nicht oder nur ansatzweise bekannt“, sagt Karin Meinikmann, die das Projekt am IGB koordiniert. „Mit unseren Ergebnissen möchten wir deshalb dazu beitragen, den Rückhalt, Transport und Abbau von Nähr- und Schadstoffen im Fließgewässer besser zu verstehen.“ Auf Grundlage der Ergebnisse sollen anschließend Maßnahmen für das Gewässermanagement entwickelt werden.

Arbeiten an ineinandergreifenden Themen

Am Projekt beteiligt sind insgesamt 20 Partnereinrichtungen aus der ganzen Welt, die eine große Bandbreite an Forschungsdisziplinen abdecken. 16 Doktoranden (drei davon am IGB) werden das Projekt mit Leben füllen und an ineinandergreifenden Themen arbeiten.

Sie widmen sich zum Beispiel der Transformation von organischen Spurenstoffen in der hyporheischen Zone, der Rolle, die Mikroorganismen oder Pflanzenwurzeln dabei spielen, der Quantifizierung von Wasserflüssen in der Übergangszone und der Entwicklung geeigneter Messmethoden.

Das Projekt zeichnet sich durch ein ausgereiftes Konzept zur Ausbildung seiner Doktoranden aus. Dazu gehören unter anderem mehrere Aufenthalte an anderen am Projekt beteiligten Forschungseinrichtungen oder Unternehmen sowie zwei zentrale Experimentalstudien, in deren Rahmen alle Doktoranden an denselben Untersuchungsstellen zusammenarbeiten werden. Die einwöchige Sommerschule im Juni 2015 ist der Auftakt für die Forschungsarbeiten, bei dem Kooperationen und Experimente gemeinsam geplant und abgestimmt werden.

Gefördert wird HypoTRAIN als „Innovative Training Network“ (ITN) im Rahmen des Horizon2020-Programms durch die EU. Das Akronym steht für den Volltitel „Hyporheic Zone Processes – A training network for enhancing the understanding of complex physical, chemical and biological process interactions in hyporheic zones“.

Ansprechpartner:
Karin Meinikmann
Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB), Berlin
Tel.: +49(0)30 641 81 671
E-Mail: meinikmann@igb-berlin.de

Dr. Jörg Lewandowski
Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB), Berlin
E-Mail: lewe@igb-berlin.de

Die Arbeiten des IGB verbinden Grundlagen- mit Vorsorgeforschung als Basis für die nachhaltige Bewirtschaftung der Gewässer. Das IGB untersucht dabei die Struktur und Funktion von aquatischen Ökosystemen unter naturnahen Bedingungen und unter der Wirkung multipler Stressoren. Forschungsschwerpunkte sind unter anderem die Langzeitentwicklung von Seen, Flüssen und Feuchtgebieten bei sich rasch ändernden globalen, regionalen und lokalen Umweltbedingungen, die Entwicklung gekoppelter ökologischer und sozioökonomischer Modelle, die Renaturierung von Ökosystemen und die Biodiversität aquatischer Lebensräume. Die Arbeiten erfolgen in enger Kooperation mit den Universitäten und Forschungsinstitutionen der Region Berlin/Brandenburg und weltweit. Das IGB gehört zum Forschungsverbund Berlin e. V., einem Zusammenschluss von acht natur-, lebens- und umweltwissenschaftlichen Instituten in Berlin. Die vielfach ausgezeichneten Einrichtungen sind Mitglieder der Leibniz-Gemeinschaft.

Weitere Informationen:

http://www.igb-berlin.de

Karl-Heinz Karisch | Forschungsverbund Berlin e.V.

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Energieträger: Biogene Reststoffe effizienter nutzen
29.03.2017 | Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

nachricht Sauerstoffkrisen in der Adria sind nicht nur vom Menschen verursacht
28.03.2017 | Universität Wien

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Quantenkommunikation: Wie man das Rauschen überlistet

Wie kann man Quanteninformation zuverlässig übertragen, wenn man in der Verbindungsleitung mit störendem Rauschen zu kämpfen hat? Uni Innsbruck und TU Wien präsentieren neue Lösungen.

Wir kommunizieren heute mit Hilfe von Funksignalen, wir schicken elektrische Impulse durch lange Leitungen – doch das könnte sich bald ändern. Derzeit wird...

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Organisch-anorganische Heterostrukturen mit programmierbaren elektronischen Eigenschaften

29.03.2017 | Energie und Elektrotechnik

Klein bestimmt über groß?

29.03.2017 | Physik Astronomie

OLED-Produktionsanlage aus einer Hand

29.03.2017 | Messenachrichten