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Schädigt Mikroplastik Meeresorganismen?

06.03.2013
Das Forschungs- und Trainingsprogramm GAME startet sein elftes Projekt

Die zunehmende Menge an Plastikmüll im Meer ist ein Problem, das alle Ozeane gleichermaßen betrifft. In seinem mittlerweile elften Projekt untersucht das Forschungs- und Trainingsprogramm GAME am GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel rund um den Globus die Auswirkungen von kleinsten Plastikteilchen auf Küstenökosysteme.

In dieser Woche treffen sich die teilnehmenden Studentinnen und Studenten aus sieben Nationen erstmals in Kiel am GEOMAR.

Egal ob als Kunstfaser in Textilien, als Gehäuse für Elektrogeräte oder als Verpackung für Lebensmittel – Plastik ist aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. Es ist billig herzustellen und praktisch in der Anwendung. Doch spätestens bei der Entsorgung zeigen sich die Gefahren. Denn die meisten Kunststoffe sind nur schwer wiederverwertbar, sie sind nicht kompostierbar und in der Natur kaum abbaubar.

In vielen Teilen der Welt landen ausgediente Plastikgegenstände deshalb einfach im Müll. Über Flüsse und Strände wandern sie ins Meer, wo sie Jahrhunderte lang bleiben. Wellenschlag, Reibung an Felsen oder anderen Treibgütern lassen die einzelnen Teile immer kleiner werden, bis sie mit bloßem Auge nicht mehr zu erkennen sind. Umso größer ist dann die Gefahr, dass Tiere sie aufnehmen und dadurch beeinträchtigt werden.

Welche Auswirkungen dieses sogenannte Mikroplastik genau auf die Ökosysteme der Küsten weltweit hat, untersucht das Studien- und Trainingsprogramm GAME des GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel in seinem mittlerweile elften Projekt. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer treffen sich in dieser Woche erstmals in Kiel, um sich während der nächsten vier Wochen gemeinsam auf die geplanten Versuche vorzubereiten. „In diesem Jahr sind 14 Studierende aus sieben Nationen dabei“, sagt Programmkoordinator Dr. Mark Lenz vom GEOMAR, „und mit einer Studentin aus Mexiko ist außerdem ein neues Partnerland zum GAME-Netzwerk hinzugekommen.“

Zu den ersten Höhepunkten für die GAME-Studierenden gehörte gestern ein Empfang im Kieler Rathaus. „Wir freuen uns immer wieder, so viele begeisterte Studentinnen und Studenten aus der ganzen Welt in Kiel begrüßen zu können und wünschen ihnen viel Erfolg bei den anstehenden wissenschaftlichen Untersuchungen“, sagte der stellvertretende Stadtpräsident Rainer Tschorn. Er wünschte den Teilnehmern neben der Arbeit aber auch schöne Tage in der Landeshauptstadt.

Bis Ende März lernen die Studierenden am GEOMAR Grundlagen des Versuchsaufbaus kennen und sie bereiten sich auf das gemeinsame Projekt vor. Im April reisen sie in Zweier-Teams, bestehend aus einem deutschen und einem ausländischen Studenten, in die jeweiligen Partnerländer, um dort die vorbereiteten Versuche zur Auswirkung des Mikroplastiks im jeweiligen Ökosystem durchzuführen. Während der praktischen Versuchsphase werden sie von erfahrenen Wissenschaftlern der Partnerinstitute betreut.

Im September und Oktober kehren alle Teilnehmer zurück ans GEOMAR, um gemeinsam die Ergebnisse auszuwerten. „Die Frage, wie sich der intensive Einsatz von Plastik in allen Lebensbereiche auf die Umwelt auswirkt, wird immer drängender. Gleichzeitig gibt es kaum Untersuchungen zur Auswirkung von Mikroplastik auf die Lebewelt der Küstengebiete. Mit unserem globalen Versuch betreten wir also wissenschaftliches Neuland“, sagt Dr. Lenz. Für die Studierenden ist das Projekt gleichzeitig ein wichtiger Schritt in ihrer wissenschaftlichen Karriere, denn es bereitet sie intensiv auf eine wissenschaftliche Laufbahn vor und liefert zudem die Daten für ihre Masterarbeiten.

Andreas Villwock | idw
Weitere Informationen:
http://www.geomar.de/go/game

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