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Regenwald: Globalisierung treibt Zerstörung voran

13.01.2009
Tropenexperten fordern mehr Druck seitens NGOs und Konsumenten

Konzerne tragen heute die Hauptschuld an der fortschreitenden Dezimierung der tropischen Regenwälder.

Zu diesem Schluss kommen Biologen am Smithsonian Tropical Research Institute in Panama, anlässlich einer im Journal Conservation Biology veröffentlichten Fachdiskussion. Von den 20 Mio. Quadratkilometern, die die als "grüne Lunge der Erde" bezeichneten Regenwälder ursprünglich bedeckten, wurde bereits die Hälfte vom Menschen zerstört.

Verantwortlich dafür sind vor allem die Holzwirtschaft sowie die Schaffung neuer Nutzflächen für den Ackerbau. Ein weiteres Viertel ist heute als Folge selektiver Schlägerungen stark beeinträchtigt. Die Zerstörung geht weiter, denn allein zwischen 2000 und 2005 wurden weitere 275.000 Quadratkilometer abgeholzt, was der Fläche Großbritanniens entspricht.

Als ein Funken Hoffnung scheinen die 350.000 Quadratkilometer an abgeholztem Regenwald, die derzeit brach liegen und langsam wieder nachwachsen. Rund zwei Jahrzehnte dauert es, bis sich erneut ein Blätterdach gebildet hat und die Hälfte der ursprünglichen Biomasse wiederhergestellt ist. "Es vergeht jedoch viel mehr Zeit, bis sich auch die vertriebene Tierwelt wieder angesiedelt hat", betont Bill Laurance, Tropenökologe am Smithsonian Tropical Research Institute, im pressetext-Interview. "Vögel und Säugetiere reagieren weitaus empfindlicher auf Veränderungen des Lebensraums als Insekten und kleinere Organismen." Die Straßen zu den Schlägerungen und Minen erleichterten kommerziellen Wilderern den Zutritt und führten gemeinsam mit den eingeschleppten Tierseuchen zu einem "katastrophalen Zusammenbruch der Biodiversität".

Die Formen der Regenwaldzerstörung haben sich in den letzten Jahren grundlegend geändert. "Vor 20 Jahren waren die zunehmende Bevölkerung und die Umformung des Regenwaldes in Ackerland im kleinen Maßstab noch der wichtigste Faktor für die Entwaldung. Heute trägt die Industrie die Hauptschuld", so Eldredge Bermingham, Direktor des Smithsonian Tropical Research Institute, gegenüber pressetext. Die steigende Bevölkerungszahl trage zwar zur Verstädterung vieler Länder bei, werde jedoch nicht mehr wie früher in direktem Zusammenhang zur Zerstörung der Tropen gesehen. "Selbst in Länder mit vergleichbar niedrigen Bevölkerungszahlen wie in der Republik Kongo ist die Entwaldung schon sehr weit fortgeschritten. Auch hier macht die Industrie zunehmend Druck, um Bodenschätze wie etwa Gas ausbeuten zu können", betont der Direktor des Forschungsinstituts.

Zugleich öffne diese Situation jedoch auch neue Möglichkeiten für den Schutz des Regenwaldes, betont Laurance. "Es war früher weit schwieriger als heute, die vielen für die Zerstörung verantwortlichen Menschen zu kontrollieren." Die Industrie, für die Laurance als Beispiel die Ölkonzerne nennt, böte eine vergleichsweise kleine Anzahl identifizierbarer Ansprechpartner. "Auf sie können nicht nur Regierungen mehr Druck ausüben, sondern auch Nicht-Regierungs-Organisationen (NGOs) und vor allem die Konsumenten. Diese haben große Macht, wie man besonders in Europa und Nordamerika spüren kann. Weite Teile der Bevölkerung sind sich hier bereits über die Thematik der Regenwaldzerstörung bewusst", so Laurance abschließend.

Johannes Pernsteiner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.stri.org

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