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"Steckdose“ für Schiffe senkt Emissionen

10.09.2008
Bewohner des Lübecker Hafengebiets werden künftig deutlich weniger Umweltbelastungen durch den Schiffsverkehr ausgesetzt: In der norddeutschen Hafenstadt wurde jetzt Deutschlands erste Landstromversorgung für die Handelsschifffahrt in Betrieb genommen.

Mit der von Siemens entwickelten Lösung Siharbor beziehen Schiffe während ihrer Liegezeit Strom über das Landnetz, statt ihn mit Dieselgeneratoren an Bord zu produzieren. Bezogen auf den europäischen Energiemix entstehen 35 Prozent weniger Kohlendioxid (CO2), über 95 Prozent weniger Stickoxide und 90 Prozent weniger Feinstaub als beim Betrieb des Schiffsdiesels.


Die Lösung ist Bestandteil des Siemens-Umweltportfolios, mit dem der Konzern im vergangenen Geschäftsjahr einen Umsatz von 17 Milliarden Euro erzielte.

Mit der am Lübecker Terminal Nordlandkai installierten Landstromversorgung nutzen die Schiffe nun erstmals Strom aus Kraftwerken, indem sie sich – vergleichbar mit einer Steckdose – mit Kabel und Stecker an einen Anschlusspunkt am Kai anschließen.

Erster Abnehmer für den Landstrom ist die schwedische Schifffahrtslinie Transatlantic.

Bei dem Lübecker Landanschluss handelt es sich um eine reine 50-Hertz-Anlage, da die Bordnetze der Schiffe mit derselben Frequenz betrieben werden wie das Netz an Land. Bei zwei Dritteln aller Schiffe weltweit funktioniert das Bordnetz jedoch mit 60 Hertz. Für die Landstromversorgung in Europa ist daher eine Anpassung erforderlich. Hierfür hat Siemens das Siplink-System, das Herzstück der Siharbor Lösung, entwickelt, bei dem zwei Umrichter durch einen Gleichspannungszwischenkreis miteinander verbunden und jeweils an ein Stromnetz angeschlossen sind. Damit ist Siplink in der Lage, nicht nur aus einem Verteilungsnetz heraus ein Inselnetz zu speisen, sondern auch Stromversorgungsnetze mit unterschiedlichen Parametern einander anzupassen und miteinander zu verbinden.

Die Frachtschifffahrt trägt die Hauptlast des weltweiten Güterverkehrs. Mehr als 90 Prozent der globalen Handelsströme laufen über die Weltmeere. Der Transport über See trägt etwa gleichviel zum weltweiten CO2-Ausstoß bei wie der Flugverkehr. Bei der Verbrennung von Schiffsdiesel werden indes deutlich höhere Emissionen an Schwefel und Feinstaub freigesetzt als bei anderen Treibstoffen. (IN 2008.09.1)

Dr. Norbert Aschenbrenner | Siemens InnovationNews
Weitere Informationen:
http://www.siemens.de/innovation

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