Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

"MOSE": Rinden-Staubsauger gegen Ölpest

12.11.2010
Portables Gerät verspricht effizientere Aufräumarbeiten

Studenten an der Technisch-Naturwissenschaftlichen Universität Norwegens (NTNU) haben einen Staubsauger für die Aufräumarbeiten bei Ölaustritten entwickelt. "MOSE" (Mechanical Oil spill Sanitation Equipment") ist dabei viermal effizienter als herkömmliche Methoden, so die Universität. Dazu setzt das Gerät darauf, erst Bindemittel wie Baumrinde auf das Öl aufzubringen, um dann das entstandene Gemisch aufzusaugen.


Spezial-Staubsauger: MOSE macht das Öl weg (Foto: Nina Tveter/NTNU Info)

"Der Öl-Staubsauger automatisiert somit, was wir bislang von Hand machen", sagt Silje Rabben, eine der beteiligten Produktdesign-Studentinnen. Zusammen mit drei Kollegen hat sie das unternehmen Kaliber Industrial Design gegründet. Jetzt werden Investoren für die Weiterentwicklung und Vermarktung der Lösung gesucht.

Bewährt, doch effizienter

Bei Ölaustritten an Land kommen oft Bindemittel wie Rinde, Torfmoos oder bestimmte Chemikalien zum Einsatz, die dann von Hand eingesammelt werden müssen. MOSE setzt darauf, das bewährte Verfahren effizienter zu machen. Der Staubsauger nutzt einen speziellen Kopf, mit dem zuerst Rinde oder ein anderes Bindemittel aufgetragen und durch rotierende Bürsten mit dem Öl vermischt wird. Danach wird die Drehrichtung der Bürsten umgekehrt. Sie schrubben dann das unterliegende Gestein, während das Gerät das ölige Gemenge aufsaugt.

Das Team legt großen Wert darauf, den Öl-Staubsauger so portabel wie möglich zu machen. Die aktuelle Ausführung des tragbaren Geräts wiegt zehn Kilogramm, doch wollen die Entwickler das Gewicht noch auf weniger als ein Drittel reduzieren. Zudem soll MOSE so umgestaltet werden, dass der Staubsauger zusammenlegbar und somit platzsparender zu transportieren ist.

Küsten-Säuberung

Der Spezialstaubsauger ist für Aufräumarbeiten nach Lecks an Land geeignet. Vielleicht noch größer ist das Potenzial, Küsten im Fall einer Ölpest schneller und gründlicher zu reinigen. Wie wichtig das sein kann, hat in diesem Jahr die Deepwater-Horizon-Katastrophe ins öffentliche Bewusstsein gerufen. Wie lange Ölverschmutzung gerade die Gezeitenzone einer Küsten belastet, zeigt wiederum das Beispiel der Exxoz Valdez. Über 20 Jahre nach dem Tankerunfall ist die Küste Alaskas weiter von der Ölpest betroffen (pressetext berichtete: http://pressetext.com/news/100415028/).

Thomas Pichler | pressetext.redaktion
Weitere Informationen:
http://ntnu.edu
http://kaliberdesign.no

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Von der Weser bis zur Nordsee: PLAWES erforscht Mikroplastik-Kontaminationen in Ökosystemen
20.09.2017 | Universität Bayreuth

nachricht Der Monsun und die Treibhausgase
18.09.2017 | Forschungszentrum Jülich

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: The pyrenoid is a carbon-fixing liquid droplet

Plants and algae use the enzyme Rubisco to fix carbon dioxide, removing it from the atmosphere and converting it into biomass. Algae have figured out a way to increase the efficiency of carbon fixation. They gather most of their Rubisco into a ball-shaped microcompartment called the pyrenoid, which they flood with a high local concentration of carbon dioxide. A team of scientists at Princeton University, the Carnegie Institution for Science, Stanford University and the Max Plank Institute of Biochemistry have unravelled the mysteries of how the pyrenoid is assembled. These insights can help to engineer crops that remove more carbon dioxide from the atmosphere while producing more food.

A warming planet

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zum Biomining ab Sonntag in Freiberg

22.09.2017 | Veranstaltungen

Die Erde und ihre Bestandteile im Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

DFG bewilligt drei neue Forschergruppen und eine neue Klinische Forschergruppe

22.09.2017 | Förderungen Preise

Lebendiges Gewebe aus dem Drucker

22.09.2017 | Biowissenschaften Chemie