Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Quelle giftiger Partikel beim Laserdruck identifiziert

12.02.2009
Eine Mrd. Partikel pro Ausdruck durch Dämpfe und Temperaturwechsel

Beim Ausdruck mit einem Laserdrucker belastet die Fixierung der Druckseite wie auch der häufige Temperaturwechsel die Luft mit giftigen Kleinstpartikeln. Zu diesem Schluss kommen Forscher der Queensland University of Technology (QUT).

Sie suchten nach der genauen Herkunft des belastenden Feinstaubs und der ultrafeinen Partikeln, die bereits in zahlreichen früheren Studien als Ausstöße von Laserdruckern nachgewiesen worden waren. Dabei identifizierte man zwei verschiedene Formen, in der die Laserdrucker Partikel ausstoßen.

"Je mehr sich der Drucker erhitzt, umso eher formen sich diese Partikel, doch auch die Häufigkeit des Temperaturwechsels spielt eine Rolle", so die Studienautorin Lidia Morawska gegenüber ScienceDaily. Das Forschungsergebnis soll den Konsumenten die Mechanismen verständlich machen, die bei Laserdruckern zu höherer Belastung führen und die Entwicklung emissionsloser Drucker beschleunigen.

Die Untersuchung verglich einen Drucker mit hohen Ausstößen mit einem, der nur wenige Partikel freisetzte. Der erste arbeitete bei einer niedrigeren Durchschnittstemperatur, vollzog jedoch schnelle Temperaturveränderungen, die zu mehr Ausstößen von kondensiertem Dampf führten. Hingegen zeigte sich beim Drucker mit der besseren Temperaturregelung ein reduzierter Ausstoß ultrafeiner Partikel. Als zweites Kriterium für den Partikelausstoß erkannten die Forscher den Dampf, der im Moment der Fixierung des gedruckten Bildes auf das Papier freigesetzt wurde. "Beim Druckprozess wird Tonerfarbe geschmolzen. Wenn diese warm ist, verdampfen bestimmte Inhaltsstoffe. Diese Dämpfe verschmelzen oder kondensieren in der Luft und bilden die ultrafeinen Partikel", erklärt Morawska. Die freigesetzten Materialien seien somit das Ergebnis der Kondensation von organischen Inhaltsstoffen, die sowohl vom Papier als auch vom heißen Toner abstammen.

Für Schlagzeilen sorgte Morawska erstmals 2001 mit Raumluftmessungen. Sie wies damals nach, dass die hohe Feinstaubbelastung, die sie in Büros feststellte, nicht aus eindringenden Abgasen des Straßenverkehrs entstammte, sondern durch Bürogeräte selbst hervorgerufen wurde. Zahlreiche Studien haben seither mehr Licht in die dunkle Seite des Laserdrucks gebracht und stets neue Elemente entdeckt, die etwa die Schleimhäute des Menschen angreifen und teilweise krebserregend sind. "Gezeigt wurde etwa, dass jede gedruckte Seite eine Mrd. Partikel im Raum freisetzt", sagt Hans-Joachim Stelting, Vorsitzender der Stiftung nano-Control http://www.nano-control.de , im pressetext-Interview. Die Druckerindustrie habe sich an bestimmten Studien beteiligt, die die Art und Herkunft der Partikel erforschten. Der nach Ansicht Steltings wichtigste Bereich sei dabei jedoch stets ausgespart geblieben. "Bisher fehlt der Nachweis, wie sich Laserdrucker auf die Gesundheit des Menschen auswirken", so der Hamburger Feinstaubspezialist. In diesem Jahr soll dieses Versäumnis durch eine groß angelegte Studie nachgeholt werden.

Ein Streitpunkt unter Wissenschaftlern ist noch immer die Rolle des Toners für die Luftbelastung. Eine Studie des WKI Braunschweigs stellte fest, dass dieser kaum am Druckerausstoß der Nanopartikel beteiligt ist. "Dennoch setzt ein auch nur geringer Ausstoß des Toners von einem Prozent pro Seite zig Millionen Partikeln in die Luft frei", so Stelting. Zudem sei die Oberfläche der Toner-Feinstaubpartikel mit ultrafeinen Sekundärpartikeln besetzt, die bis in den Nanobereich gehen. Ultrafeine Partikel unterscheiden sich vom Feinstaub durch ihre geringere Größe. "Sie bewegen sich mit etwa 0,1 Mikrometer schon fast im atomaren Bereich und können nur durch Laserlicht festgestellt werden." Je kleiner die Partikel seien, desto größer sei auch die Gefahr, die sie für die Gesundheit des Menschen bedeuteten, so Stelting.

So unterschiedlich das Emissionsverhalten bei den jeweiligen Druckermodellen auch ist, so wenig können es Konsumenten derzeit überprüfen. "Es gibt keine Richtlinien und Grenzwerte, außerdem decken bisherige Prüfzeichen für Laserdrucker die Schadstoffe nicht ab und kontrollieren sie auch nicht", so Stelting. Auch über Richtlinien des Arbeitsschutzes sei wenig zu bewirken, da viele Drucker im Privathaushalt stehen.

Johannes Pernsteiner | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.qut.edu.au

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Fernerkundung für den Naturschutz
17.08.2017 | Hochschule München

nachricht "Brauchen wir das?" Auf dem Weg zu einer umweltgerechten Bedarfsprüfung von Infrastrukturprojekten
09.08.2017 | Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung - UFZ

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Eine Karte der Zellkraftwerke

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Chronische Infektionen aushebeln: Ein neuer Wirkstoff auf dem Weg in die Entwicklung

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Computer mit Köpfchen

18.08.2017 | Informationstechnologie