Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Quecksilbergehalt in Ozeanen steigt weiter an

03.04.2009
Wirtschaftsaufschwung in Asien sorgt für Verdopplung bis 2050

Ein Forscherteam um Elsie Sunderland von der Harvard University hat festgestellt, dass die Quecksilber-Werte im Pazifik stark ansteigen.

Durch das starke Wirtschaftswachstum in Asien - vor allem im Kohleland China - könnte sich die weltweiten Quecksilbergehalte bis 2050 verdoppeln. Die Zunahme würde auch bedeuten, dass sich mehr Methylquecksilber - das ist organisches Quecksilber - in Fischen anreichert. In dieser Form wirkt Quecksilber mehr als hundert Mal so giftig wie eine gleich große Menge dieses Elementes in anorganischer Bindungsform.

Die Studie, die im Fachmagazin Global Biogeochemical Cycles veröffentlicht wurde, kommt zu einer Zeit, in der Forscher und US-Behörden den Quecksilber-Kreislauf der Weltmeere genauer unter die Lupe nehmen, berichtet das Wissenschaftsmagazin Nature in seiner Online-Ausgabe.

"Das anorganische Quecksilber ist nicht das Problem", meint Greenpeace-Chemiker Herwig Schuster, im pressetext-Interview. Das wirkliche Problem sei die organische Form, die bioakkumulierbar ist und sich in Organen von Lebewesen anreichert. Besonders betroffen davon sind etwa große Raubfische wie der Tun oder auch Haie, erklärt der Chemiker. "Methylquecksilber ist einer der gefährlichsten Stoffe überhaupt", meint der Mikrobiologe Horst Felsch gegenüber pressetext. "Das Gefährliche daran ist, dass dieses Gift fettlöslich ist", ergänzt der Umweltmediziner Klaus Rhomberg auf Nachfrage von pressetext.

Ganz klar ist es noch nicht, wie aus dem atmosphärischen Quecksilber, das einerseits direkt in die Meere gekippt wird, andererseits über Flüsse und Abgase dorthin gelangt, das organische Quecksilber gebildet wird. Sunderland hat entdeckt, dass ein beträchtlicher Anteil des Methylquecksilbers sich im Meer selbst bildet. Dazu müssen die Bedingungen allerdings optimal sein, wie Schuster auch betont. Offensichtlich bietet totes absinkendes Plankton den Mikroben ein Substrat und eine Reaktionsoberfläche auf der dieser Wandel zu den größeren Methylquecksilbermolekülen erfolgt. Aufsteigende Strömungen treiben diese Substanzen dann irgendwo anders wieder an die Meeresoberfläche. Dort werden sie schließlich auch wieder von Tieren - und schließlich auch vom Menschen aufgenommen. In vorangegangenen Studien konnten Forscher feststellen, dass die höchste Konzentration von Methylquecksilber dort herrscht, wo auch das Algenwachstum besonders üppig ausfällt.

Methylquecksilber ist die bei Fisch am häufigsten vorkommende Form von Quecksilber. Zugleich ist es auch die am stärksten toxische Quecksilberform, die vom Menschen über die Nahrung aufgenommen wird. Allein in den USA stammen 40 Prozent des gesamten Quecksilbers, das vom Menschen aufgenommen wird, aus Speisefischen. Die US-Gesundheitsbehörde warnt daher Schwangere und Kleinkinder davor, große Raubfische zu konsumieren. Vor dem zu häufigen Konsum fettreicher Speisefische wird allerdings ebenso abgeraten.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.greenpeace.at

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Mehr wärmeliebende Tiere und Pflanzen durch Klimawandel
20.02.2017 | Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseen

nachricht Gebietsfremde Arten weltweit auf dem Vormarsch
15.02.2017 | Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Im Focus: Innovative Antikörper für die Tumortherapie

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig von diesen teuren Medikamenten profitieren, wird intensiv an deren Verbesserung gearbeitet. Forschern um Prof. Thomas Valerius an der Christian Albrechts Universität Kiel gelang es nun, innovative Antikörper mit verbesserter Wirkung zu entwickeln.

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig...

Im Focus: Durchbruch mit einer Kette aus Goldatomen

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des Wärmetransportes

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des...

Im Focus: Breakthrough with a chain of gold atoms

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

Im Focus: Hoch wirksamer Malaria-Impfstoff erfolgreich getestet

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Der Lkw der Zukunft kommt ohne Fahrer aus

21.02.2017 | Veranstaltungen

Physikerinnen und Physiker diskutieren in Bremen über aktuelle Grenzen der Physik

21.02.2017 | Veranstaltungen

Kniffe mit Wirkung in der Biotechnik

21.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Der Lkw der Zukunft kommt ohne Fahrer aus

21.02.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Zur Sprache gebracht: Und das intelligente Haus „hört zu“

21.02.2017 | Messenachrichten

Wie Proteine zueinander finden

21.02.2017 | Biowissenschaften Chemie