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Projektstart NAUWA: Lösungsansätze für nachhaltige Wasserinfrastruktursysteme

06.08.2009
Der klimatische sowie der demografische Wandel erfordern neue Wasserinfrastruktursysteme, gleichzeitig ermöglicht der technische Fortschritt innovative Lösungen.

Die sich daraus ergebenden Fragestellungen untersucht das Forschungsprojekt NAUWA, das im seit 2009 unter aktiver Beteiligung von vier nordrhein-westfälischen Kommunen angelaufen ist.

Ziel des Projektes, das von Wissenschaftlern des Fraunhofer ISI in Zusammenarbeit mit der Kommunal- und Abwasserberatung NRW sowie der Emschergenossenschaft/Lippeverband durchgeführt wird, ist es, Handlungsoptionen zu zeigen, wie die Kommunen ihre bestehenden Wasserinfrastruktur an die sich veränderten und zukünftigen Randbedingungen anpassen können.

Urbane Wasserinfrastrukturen umfassen sowohl die kommunale Wasserversorgung als auch den Umgang mit Abwasser und Regenwasser. Änderungen verschiedener Randbedingungen sowie das Leitbild einer nachhaltigen Entwicklung stellen die Kommunen vor neue Herausforderungen, sowohl hinsichtlich der technischen Ausgestaltung, des Betriebes als auch der Finanzierung der wasserbezogenen Dienstleistungen.

Mit Hilfe der Szenario-Methode entwickeln die Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung ISI zusammen mit ihren Projektpartnern für die vier sehr unterschiedlichen Kommunen Gelsenkirchen, Lünen, Velbert und Wachtberg beispielhaft strategische Handlungsoptionen. Diese zeigen, wie die Kommunen ihre bestehenden Wasserinfrastruktursysteme unter den sich verändernden Randbedingungen langfristig und zukunftsfähig umgestalten können. Aufbauend auf den im Projekt zu entwickelnden Szenarien werden für jede Kommune strategische Maßnahmenpläne für die spezifische Umsetzung erarbeitet. Die Ergebnisse sowie Erfahrungen aus den vier Fallstudien werden zu einem Leitfaden verdichtet, der in der Zukunft andere interessierte Kommunen unterstützen kann, eigenständig Lösungsansätze für eine zukunftsfähige Umgestaltung ihrer Wasserinfrastruktursysteme zu erarbeiten.

Zu den im Rahmen des Projekts zu untersuchenden Randbedingungen gehören die sich in Deutschland bereits abzeichnenden Auswirkungen des Klimawandels: Beispielsweise führen Veränderungen bei der räumlichen und zeitlichen Niederschlagsverteilung zu temporär und punktuell höheren Niederschlagsmengen sowie längeren Trockenperioden. Außerdem muss die demografische Veränderung der Bevölkerung in Betracht gezogen werden. Zum einen sind die Bevölkerungszahlen rückläufig, was zu einer geringeren Siedlungsdichte führt, zum anderen werden die Menschen immer älter mit möglichen Auswirkungen für die Zusammensetzung des Abwassers, beispielsweise aufgrund der verstärkten Verwendung von Medikamenten. Zusätzlich ist zukünftig mit zusätzlichen ökologischen Anforderungen zu rechnen, wie bei der Regenwasserbewirtschaftung oder der Beseitigung zusätzlicher Schadstoffe. Der innovative Ansatz an diesem Projekt ist die disziplinübergreifende und zukunftsweisende Herangehensweise an die neuen Herausforderungen: "Um diesen Rechnung zu tragen und eine langfristig tragfähige Lösung zur Verfügung zu stellen, verfolgen wir einen umfassenden Systemansatz und binden alle betroffenen Akteure in das Projekt mit ein", so Dr. Harald Hiessl, Projektleiter am Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI.

Die sich aus den ändernden Randbedingungen ergebenden Prozesse sind dynamisch und werden regional betrachtet zum Teil sehr unterschiedlich ablaufen. Im Gegensatz dazu sind Wasserinfrastruktursysteme sehr inflexibel: Netze und technische Anlagen haben sehr lange Nutzungsdauern von teilweise 50 bis 100 Jahren und sind mit hohen Investitionen verbunden. Daher wird im Rahmen des NAUWA-Projekts unter anderem untersucht, ob bestehende Systeme überhaupt noch entsprechend ihrer technisch möglichen Nutzungsdauer wirtschaftlich betrieben werden können und welche lokal spezifischen Aspekte bei Neuinvestitionen berücksichtigt werden müssen.

NAUWA wird gefördert von der Stiftung Zukunft NRW der Westdeutschen Landesbank. Das Fraunhofer ISI erarbeitet das Projekt zusammen mit der Kommunal- und Abwasserberatung NRW GmbH (Düsseldorf), der Emschergenossenschaft/Lippeverband (Essen) und den relevanten Akteuren aus den vier nordrhein-westfälischen Kommunen Gelsenkirchen, Lünen, Velbert und Wachtberg.

Pressemeldungen des Fraunhofer ISI finden Sie unter http://www.isi.fraunhofer.de/pr/presse.htm

Relevant für die Wirtschaft, relevant für die Gesellschaft - das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI untersucht, wie technische und organisatorische Innovationen Wirtschaft und Gesellschaft heute und in Zukunft prägen. Markenzeichen der systemischen Arbeit ist es, Forschungsdisziplinen zu integrieren und mit Auftraggebern und Interessenten ein Netzwerk für Innovationen zu gestalten. Mit seiner Expertise, seiner Erfahrung und seinen Studien leistet das Institut als Teil der praxisorientierten Forschung der Fraunhofer-Gesellschaft einen Beitrag zur Stärkung der europäischen Wettbewerbsfähigkeit. Deshalb nutzen Politik, Verbände und Unternehmen das Fraunhofer ISI als vorausschauenden und neutralen Vordenker, der Perspektiven für Entscheidungen vermittelt.

Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI
Perspektiven für Entscheidungen
Institutsleitung
Univ.-Prof. Dr. Marion A. Weissenberger-Eibl
Breslauer Straße 48
76139 Karlsruhe
Wissenschaftlicher Ansprechpartner
Dr. Harald Hiessl
Leitung Presse und Kommunikation
Dr. Kathrin Schwabe
Telefon +49 (0) 721 / 68 09 - 100
presse@isi.fraunhofer.de

Dr. Kathrin Schwabe | idw
Weitere Informationen:
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http://www.isi.fraunhofer.de/pr/presse.htm

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