Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Prognosen geben Auskunft über Klimawandel in Naturschutzgebieten

15.09.2009
Wasserbilanz wird prägender Faktor beim Klimawandel

Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) und Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) zeigen im Internet, wie der Klimawandel die Naturschutzgebiete Deutschlands verändern könnte.

Auf der Internetseite "Klimawandel und Schutzgebiete" sind Kennwerte des bisherigen regionalen Klimas und zwei Zukunftsszenarien für über 4000 Schutzgebiete interaktiv abrufbar.

"Auf unserer Seite kann sich jeder Interessierte darüber informieren, mit welchem Spektrum klimatischer Bedingungen künftig in den naturnahen und schützenswerten Lebensräumen Deutschlands zu rechnen ist", sagte Katrin Vohland die Projektkoordinatorin am PIK. Im Projekt "Schutzgebiete Deutschlands im Klimawandel - Risiken und Handlungsoptionen" erforscht eine Gruppe von Wissenschaftlern aus verschiedenen Institutionen, wie sich der Naturschutz an den Klimawandel anpassen kann. "Denn der Klimawandel wird zwar als global recht gleichförmiger Trend wahrgenommen, kann sich aber regional sehr unterschiedlich ausprägen. Deutschland gehört dabei zu den Vorreitern einer proaktiven Diskussionskultur über die Auswirkungen des Klimawandels auf Schutzgüter", sagte BfN-Präsidentin Beate Jessel. Das Projekt ist auch ein Beitrag zur Umsetzung und Weiterentwicklung der von der Bundesregierung im Dezember 2008 beschlossenen Deutschen Anpassungsstrategie an den Klimawandel. So verringert das hochwertige deutsche Schutzgebietssystem durch Pufferwirkung, Wasser- und CO2-Speicherung bereits heute wichtige negative Auswirkungen des Klimawandels und Gebiete mit natürlicher Entwicklung werden als Rückzugs- und Wanderkorridore zunehmend wichtig. Es gilt, Schutzgebiete wie das Natura 2000-Netz als Rückrad des Naturschutzes für den Klimawandel zu erhalten, fit zu machen und zu optimieren. So ließen sich viele negative Auswirkungen, durch Weiterentwicklung der Pflege- und Entwicklungspläne und ein angepasstes Management abmildern. "Dazu gehört, dass man sich auf lokaler Ebene mit allen Beteiligten über mögliche Auswirkungen des Klimawandels auseinandersetzt und dafür ist das neue Internetangebot eine Grundlage", sagte Jessel.

Für die meisten der Lebensräume ist die klimatische Wasserbilanz ein prägender Faktor. "An vielen Standorten könnten nicht nur wärmere, sondern besonders in den Sommermonaten auch trockenere Bedingungen herrschen", sagt Vohland. Die Differenz zwischen Niederschlägen und der möglichen Verdunstung kann dann negative Werte annehmen. Wie sich das Klima verändern könnte, wurde mit dem am PIK entwickelten regionalen Klimamodell "STAR" berechnet. Für das Bundesgebiet ergaben die Annahmen über den künftigen Verlauf der Emissionen eine Erwärmung um etwa 2,1 Grad Celsius über das vorindustrielle Niveau bis zur Mitte dieses Jahrhunderts (mit nur geringen Abweichungen für die verschiedenen Schutzgebiete).

Um das gesamte Spektrum der möglichen Entwicklung von Niederschlägen und Wasserverfügbarkeit abzudecken, sind pro Schutzgebiet neben den bisherigen Kennwerten zwei extreme Projektionen dargestellt: die trockenste und die niederschlagsreichste. Die Modellierungsergebnisse gelten für die Standorte der Klimastationen des Deutschen Wetterdienstes. Sie wurden anschließend auf die geographischen Mittelpunkte der über 4000 Fauna-Flora-Habitat-Schutzgebiete umgerechnet.

Auf der Seite http://www.pik-potsdam.de/infothek/klimawandel-und-schutzgebiete kann der Nutzer zunächst ein Bundesland auswählen, um dann in einen Landkreis und ein Naturschutzgebiet zu navigieren. Die Nutzung dieses interaktiven Werkzeugs von Google.com setzt Java-Script voraus. In den ausgegebenen Tabellen und Abbildungen wird jeweils die Referenzperiode von 1961 bis 1990 den zwei Zukunftsprojektionen für den Zeitraum 2026 bis 2055 gegenüber gestellt.

Mehr im Internet:
Klimawandel und Schutzgebiete
http://www.pik-potsdam.de/infothek/klimawandel-und-schutzgebiete
Projekt-Homepage "Schutzgebiete Deutschlands im Klimawandel - Risiken und Handlungsoptionen"

http://www.pik-potsdam.de/vme/schutzgebiete

Bundesamt für Naturschutz
http://www.bfn.de/
Beteiligte Institutionen:
Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK)
Forschungsbereich Erdsystemanalyse
Telegrafenberg A 31 14473 Potsdam
Helmholtz Zentrum für Umweltforschung - UFZ
Department Biozönoseforschung
Theodor-Lieser-Str. 4 06120 Halle
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Institut für Zoologie, Abt. Ökologie
Johann-Joachim- Becher-Weg 13 55099 Mainz
Fachhochschule Eberswalde
Fachbereich für Wald und Umwelt
Alfred-Möller-Str. 1 16225 Eberswalde
Ansprechpartner:
Katrin Vohland: vohland@pik-potsdam.de
Götz Ellwanger: goetz.ellwanger@bfn.de
PIK-Pressestelle:
Tel: 0331 288 25 07
E-Mail: presse@pik-potsdam.de

Franz August Emde | idw
Weitere Informationen:
http://www.pik-potsdam.de
http://www.bfn.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Erste "Rote Liste" gefährdeter Lebensräume in Europa
16.01.2017 | Universität Wien

nachricht Kann das "Greening" grüner werden?
11.01.2017 | Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung - UFZ

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Interfacial Superconductivity: Magnetic and superconducting order revealed simultaneously

Researchers from the University of Hamburg in Germany, in collaboration with colleagues from the University of Aarhus in Denmark, have synthesized a new superconducting material by growing a few layers of an antiferromagnetic transition-metal chalcogenide on a bismuth-based topological insulator, both being non-superconducting materials.

While superconductivity and magnetism are generally believed to be mutually exclusive, surprisingly, in this new material, superconducting correlations...

Im Focus: Erforschung von Elementarteilchen in Materialien

Laseranregung von Semimetallen ermöglicht die Erzeugung neuartiger Quasiteilchen in Festkörpersystemen sowie ultraschnelle Schaltung zwischen verschiedenen Zuständen.

Die Untersuchung der Eigenschaften fundamentaler Teilchen in Festkörpersystemen ist ein vielversprechender Ansatz für die Quantenfeldtheorie. Quasiteilchen...

Im Focus: Studying fundamental particles in materials

Laser-driving of semimetals allows creating novel quasiparticle states within condensed matter systems and switching between different states on ultrafast time scales

Studying properties of fundamental particles in condensed matter systems is a promising approach to quantum field theory. Quasiparticles offer the opportunity...

Im Focus: Mit solaren Gebäudehüllen Architektur gestalten

Solarthermie ist in der breiten Öffentlichkeit derzeit durch dunkelblaue, rechteckige Kollektoren auf Hausdächern besetzt. Für ästhetisch hochwertige Architektur werden Technologien benötigt, die dem Architekten mehr Gestaltungsspielraum für Niedrigst- und Plusenergiegebäude geben. Im Projekt »ArKol« entwickeln Forscher des Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern aktuell zwei Fassadenkollektoren für solare Wärmeerzeugung, die ein hohes Maß an Designflexibilität erlauben: einen Streifenkollektor für opake sowie eine solarthermische Jalousie für transparente Fassadenanteile. Der aktuelle Stand der beiden Entwicklungen wird auf der BAU 2017 vorgestellt.

Im Projekt »ArKol – Entwicklung von architektonisch hoch integrierten Fassadekollektoren mit Heat Pipes« entwickelt das Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern...

Im Focus: Designing Architecture with Solar Building Envelopes

Among the general public, solar thermal energy is currently associated with dark blue, rectangular collectors on building roofs. Technologies are needed for aesthetically high quality architecture which offer the architect more room for manoeuvre when it comes to low- and plus-energy buildings. With the “ArKol” project, researchers at Fraunhofer ISE together with partners are currently developing two façade collectors for solar thermal energy generation, which permit a high degree of design flexibility: a strip collector for opaque façade sections and a solar thermal blind for transparent sections. The current state of the two developments will be presented at the BAU 2017 trade fair.

As part of the “ArKol – development of architecturally highly integrated façade collectors with heat pipes” project, Fraunhofer ISE together with its partners...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungen

Über intelligente IT-Systeme und große Datenberge

17.01.2017 | Veranstaltungen

Aquakulturen und Fangquoten – was hilft gegen Überfischung?

16.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Intelligente Haustechnik hört auf „LISTEN“

17.01.2017 | Architektur Bauwesen

Satellitengestützte Lasermesstechnik gegen den Klimawandel

17.01.2017 | Maschinenbau