Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Auch Primaten vom Aussterben bedroht

06.08.2008
48 Prozent der Affen weltweit gefährdet

Eine weltweite Studie über die Primaten-Bestände zeichnet ein deprimierendes Bild: Nach Angaben der Internationalen Naturschutzorganisation IUCN sind weltweit 48 Prozent der nächsten Artverwandten des Menschen vom Aussterben bedroht. Mehr als 70 Prozent der Primaten Asiens sind als gefährdet gelistet.

Die Ergebnisse, die offiziell erst im Oktober in Barcelona präsentiert werden, basieren auf der bisher detailreichsten Studie der globalen Säugetierbestände. Beim 22. Kongress der Internationalen Primatological Society in Edinburgh wurde der Bericht über die Primaten den Experten vorgestellt.

Insgesamt wurden die Bestände von 634 verschiedenen Primaten-Spezies untersucht. Am meisten zu schaffen macht den Affen und Halb-Affen der Verlust ihres Lebensraumes. Hier ist es vor allem das Verschwinden der tropischen Wälder, der dadurch bedingte Ansteig von CO2 und darüber hinaus die Jagd der Tiere als Nahrung für den Menschen sowie der illegale Handel mit Wildtieren. "Wir haben schon vor einiger Zeit auf den rapiden Rückgang der Primaten hingewiesen.

... mehr zu:
»Affe »Lebensraum »Primat

Allerdings wird mit dieser Studie erst evident, wie dramatisch diese Situation eigentlich ist", so Russell Mittermeier, IUCN-Vorsitzender der Primaten-Experten Gruppe. Die Rodung der Regenwälder sei immer der Hauptgrund des Rückgangs gewesen. "Nun zeigt sich allerdings in manchen Gebieten, in denen der Lebensraum praktisch unangetastet ist, dass die Jagd als Bedrohungsursache deutlich zugenommen hat." In vielen Gebieten würden die Tiere quasi bis zur Ausrottung verspeist.

Von den insgesamt 634 Arten wurden elf Prozent als kritisch gefährdet, 22 Prozent gefährdet und 15 Prozent als potenziell gefährdet eingestuft. Am schlimmsten ist die Situation in Südostasien. Dort könnte ein Großteil der Affen bald ganz der Vergangenheit angehören. "Das Problem der Primaten ist einerseits, dass sie alt werden und dementsprechend lange Reproduktionszeiten haben, andererseits sind sie als Tagjäger und geräuschvolle Tiere leichte Beute für Jäger", so Jean-Christopher Vie, Stellvertretender Chef des IUCN-Species Programme. Die meisten der Tiere wiegen zwischen fünf und zehn Kilogramm - und sind damit eine gute Beute.

In Afrika sind elf der insgesamt 13 Arten von Roten Colobus-Affen stark gefährdet. Experten gehen sogar davon aus, dass zwei der Arten inzwischen sogar schon ausgestorben sein könnten, da sie seit den später 70er Jahren nicht mehr gesichtet wurden. Als kritisch gefährdet wurden auch die Berggorillas eingestuft.

Zehn der großen Menschenaffen sind im Juli 2007 im Virunga Nationalpark in der DR Kongo im Zuge des Bürgerkriegs getötet worden. "Ein Verlust von zehn Tieren hat verheerende Auswirkungen auf die gesamte Population", so der Experte. Auf einen Erfolg kann die Studie allerdings verweisen: Nach jahrzehntelanger Bemühungen wurden die Bestände zweier brasilianischer Manteläffchen so genannte Tamarins, in Zoos nachgezüchtet und anschließend freigelassen. Das habe dazu geführt, dass sich der Bestand leicht erholt habe.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.iucn.org

Weitere Berichte zu: Affe Lebensraum Primat

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Tausende Holztäfelchen simulieren Plastikmüll
23.02.2017 | Carl von Ossietzky-Universität Oldenburg

nachricht Mehr wärmeliebende Tiere und Pflanzen durch Klimawandel
20.02.2017 | Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie