Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Plauer See in Mecklenburg-Vorpommern wird Lebendiger See des Jahres

22.03.2011
Am heutigen Weltwassertag kürt der Global Nature Fund (GNF) erstmals den “Lebendigen See des Jahres“ in Deutschland. Die Wahl fiel auf den Plauer See in Mecklenburg-Vorpommern.
Am heutigen Weltwassertag ernennt der Global Nature Fund (GNF) erstmals den “Lebendigen See des Jahres“ in Deutschland. Die Wahl erfolgte durch die Mitglieder des im Jahr 2009 durch den GNF gegründeten Netzwerks “Lebendige Seen Deutschland“. Der Plauer See in Mecklenburg-Vorpommern, siebtgrößter See in der Bundesrepublik, ist damit der erste “Lebendige See des Jahres“.

In der Begründung, die zur Wahl des Plauer Sees führte, heißt es:

„Der Plauer See ist einer der schönsten Seen der Mecklenburgischen Seenplatte, einer eiszeitlich geformten Gewässerlandschaft im Norden Deutschlands (...). Der auch als europäisches Schutzgebiet (FFH-Gebiet) ausgewiesene See steht jedoch unter enormem Druck. An seinen Ufern noch weitgehend unverbaut, droht der See durch die Ausdehnung touristischer Infrastrukturprojekte seine Qualität zu verlieren. Yachthäfen, Ferienparks und Wohngebiete dringen in die sensiblen Uferbereiche vor, führen zur Zersiedlung und Verlust einer bisher wenig beeinträchtigten Landschaft, die für streng geschützte Arten, wie den Fischotter, unverzichtbar ist. Der See steht damit für eine allgemein zu beobachtende Entwicklung, wonach die Bebauung großer Seen in Nordostdeutschland und damit der kurzfristige Gewinn wichtiger als die langfristige Bewahrung unverbauter Uferbereiche an den Seen ist.“

Deutschlands Seen und ihre vielfältigen Uferlandschaften sind attraktive und schützenswerte Lebensräume für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten. Außerdem sind viele deutsche Seen wichtige Trinkwasserspeicher sowie Erholungsräume. Sie bilden die Grundlage der Fischerei und bieten viele andere Nutzungsformen. „Trotzdem nimmt die Bedrohung dieser sensiblen Lebensräume durch Wasserverschmutzung, Zerstörung der Uferlandschaften, Überfischung, Artensterben und nicht zuletzt den Klimawandel immer weiter zu“, erklärt Udo Gattenlöhner, Geschäftsführer des Global Nature Fund. „Indem wir einen “Lebendigen See des Jahres“ in Deutschland küren, möchten wir gemeinsam mit unseren Partnern vor Ort konkrete Projekte zur Verbesserung der Gewässer- und Uferqualität des ausgewählten Sees initiieren und umfassend über den notwendigen Schutz unserer Seen informieren.“

Einer der regionalen Partner des GNF und Mitglied im Netzwerk “Lebendige Seen Deutschland“ ist der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Landesverband Mecklenburg-Vorpommern. Mit Aufklärung über die Besonderheiten und die Schutzbedürftigkeit des Plauer Sees, mit Exkursionen und Bürgerseminaren sowie Beteiligung an Genehmigungsverfahren möchte der BUND die Wertschätzung für den See fördern.
„Das Verständnis für eine abgestimmte und den Naturschutzzielen entsprechende Entwicklung am Plauer See ist bei den angrenzenden Kommunen leider nicht vorhanden. Gemeinden verfolgen oft ihre eigenen Pläne und verlieren dabei den Blick für das Ganze“, so Dr. Hans-Joachim Reinig, Leiter der BUND-Ortsgruppe Plau. „Wir werben für eine ganzheitliche Betrachtungsweise und erwarten eine möglichst baldige Erstellung eines so genannten FFH-Managementplans durch die Umweltbehörden. Mit seiner Hilfe können die Konfliktherde am Plauer See herausgearbeitet und ein Schutzkonzept erstellt werden.“

Aktuell ist der Plauer See durch die Anlage eines Yachthafens in der so genannten Leister Lanke, einer wenig beeinträchtigten Bucht des Sees fernab von Siedlungen, bedroht. Durch das Vorhaben werden wichtige Lebensräume beispielsweise des Fischotters dauerhaft gestört. Trotz der Einwendungen des BUND hat die Stadt Plau das Vorhaben unverändert genehmigt. Eine weitere Beeinträchtigung des Sees ergibt sich durch das begonnene Bauvorhaben eines privilegierten Eigenheimgebietes plus Bootshafen im baurechtlichen Außenbereich in Alt-Schwerin / Jürgenshof. Dieses Gebiet war mit ausdrücklicher Unterstützung des Wirtschaftsministers des Landes Seidel (CDU) gegen klare Vorgaben der Raumordnung, die eine Bebauung dieses Areals ausschließen, und gegen den Widerstand von BUND und Bürgerinitiativen durchgeboxt worden. Bauarbeiten finden zurzeit am “Kalkofen“ (Ferienanlage, Bootshafen und Mole) sowie an einem den örtlichen Rahmen sprengenden Großprojekt an der “Dresenower Mühle“ (Feriendorf, Hotel, Freizeitanlagen, Schulungszentrum, Bootsanleger) statt.

„Nach Auffassung des BUND Mecklenburg-Vorpommern hat die derzeitige Nutzung des Plauer Sees das für die bedrohten Lebensräume erträgliche Maß erreicht. Der BUND fordert bereits seit langem ein übergreifendes Wassertourismuskonzept für die deutschlandweit beliebte Mecklenburgische Seenplatte. Ein Ausbau der touristischen Infrastruktur darf nicht zu Lasten des europäischen Naturerbes gehen.“, so Arndt Müller, Naturschutzexperte des BUND Landesverbandes Mecklenburg-Vorpommern.

Mehr zum Plauer See, seinen Besonderheiten und Problemen sowie aktuellen Entwicklungen am und rund um den See erfahren Sie unter www.globalnature.org/LebendigerSee2011.


Hintergrund
Der Global Nature Fund nimmt den Weltwassertag am 22. März zum Anlass, jährlich einen “Lebendigen See“ in Deutschland zu küren. Diese Aktion soll auf unsere Seen als wertvolle Ökosysteme und einzigartige Naturschätze aufmerksam machen. Die Initiative beruht auf den langjährigen, erfolgreichen Erfahrungen in der internationalen Aktion “Bedrohter See des Jahres“ und soll zur Lösung von drängenden Problemen an Feuchtgebieten und Seen beitragen.

Das Netzwerk “Lebendige Seen Deutschland“
Der Plauer See ist Mitglied im Seennetzwerk “Lebendige Seen Deutschland“, das vom Global Nature Fund ins Leben gerufen wurde. Das Netzwerk ist verknüpft mit der erfolgreichen weltweiten Umweltinitiative “Living Lakes“, die in Deutschland durch den Global Nature Fund koordiniert wird. Im Mittelpunkt des Netzwerks stehen die dauerhafte und nachhaltige Entwicklung von Seen. Das Netzwerk schafft eine Plattform für den Erfahrungsaustausch und die Zusammenarbeit zwischen den Organisationen, die vor Ort für den Schutz der Seen und Feuchtgebiete aktiv sind. Unterstützt wird das Seennetzwerk Deutschland von Reckitt Benckiser und der Anton & Petra Ehrmann-Stiftung.
Mehr Informationen unter: www.globalnature.org/Netzwerk-Deutschland

Der Global Nature Fund
Der Global Nature Fund (GNF) ist eine internationale Stiftung für Umwelt und Natur. Die Stiftung ist staatlich unabhängig und verfolgt ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Zwecke. Eine zentrale, von der Stiftung Global Nature Fund gestartete Initiative, ist das im Jahr 1998 gegründete internationale Seennetzwerk "Living Lakes - Lebendige Seen", das sich weltweit für den Schutz von Seen und Feuchtgebieten einsetzt.


Kontakt:

Udo Gattenlöhner
Global Nature Fund (GNF)
Fritz-Reichle-Ring 4
78315 Radolfzell
Tel.: 0 77 32 - 99 95 – 80
Fax: 0 77 32 - 99 95 – 88
E-Mail: info@globalnature.org
Internet: www.globalnature.org

Dr. Hans-Joachim Reinig
BUND Ortsgruppe Plau
August Bebel Str. 8
19395 Plau am See
Tel.: 0 38 735 – 42 47 – 2
Fax: 0 38 735 – 49 39 – 9
E-Mail: reinig-plau@t-online.de

Arndt Müller
BUND Landesverband Mecklenburg-Vorpommern
Wismarsche Str. 152
19053 Schwerin
Tel.: 0 38 552 – 13 39 – 0
Mobil: 0 160 – 964 701 27
Fax: 0 38 552 – 13 39 – 20
E-Mail: bund.mv@bund.net

Udo Gattenlöhner | Global Nature Fund (GNF)
Weitere Informationen:
http://www.bund-mv.de
http://www.globalnature.org

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Sauerstoffkrisen in der Adria sind nicht nur vom Menschen verursacht
28.03.2017 | Universität Wien

nachricht Müll in den Weltmeeren überall präsent: 1220 Arten betroffen
23.03.2017 | Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Nachwuchswissenschaftler blicken in die Quantenwelt

28.03.2017 | Seminare Workshops

Warum der Brennstoffzelle die Luft wegbleibt

28.03.2017 | Biowissenschaften Chemie