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Der Plattensee, die Badewanne Mitteleuropas, wird auf die Zukunft vorbereitet

12.10.2009
Der menschengemachte Klimawandel ist nicht mehr aufzuhalten. Der Plattensee, Mitteleuropas größter Flachwassersee, ist stark von der globalen Erwärmung betroffen. Deshalb haben Wissenschaftler und Umweltinstitutionen in einem innovativen Projekt gemeinsam geeignete Frühwarnsysteme und Anpassungsstrategien für den Plattensee ausgearbeitet.

Der Plattensee, auch Ungarisches Meer genannt, liegt in einer reizvollen Landschaft mit einzigartigen Naturschätzen, die jedes Jahr Millionen Besucher anzieht: Die Region verzeichnet über vier Millionen Übernachtungen jährlich. Ungefähr 50 % der ausländischen Gäste kommen aus Deutschland.

Da der See relativ seicht ist, hat er mit Problemen der Nährstoffanreicherung und Wasserknappheit zu kämpfen. Zusätzlich führt der globale Klimawandel zu geringerem jährlichen Niederschlag und Änderungen in der zeitlichen Niederschlagsverteilung.

Als Folge jahrelanger Probleme mit der Wasserqualität und einer negativen Wasserbilanz kam es im Jahr 2000 zu einem erheblichen Wassermangel, der vier Jahre anhielt und zu einem Absinken des Wasserspiegels um 0,5 m führte. Dies löste ernst zu nehmende Befürchtungen in der ganzen Region und eine Diskussion über die Verletzlichkeit des Plattensees gegenüber den Folgen des Klimawandels aus.

Ein angemessenes Wassermanagement im Hinblick auf Qualität und Quantität ist unverzichtbar für die natürlichen Ökosysteme und den Tourismussektor. Als Folge wurde im Jahr 2006 das Projekt „Integrierte Schwachstelleneinschätzung, Frühwarn- und Anpassungsstrategien für den Plattensee“ ins Leben gerufen. Das Ziel des Projektes ist es, zu einem besseren Verständnis der ökologischen und sozio-ökonomischen Systeme und ihrer Verletzlichkeit gegenüber globalen und lokalen Veränderungen, einschließlich Bodennutzung, demographischer, wirtschaftlicher und klimatischer Änderungen beizutragen.

Ein weiteres Ziel ist der Aufbau von Kapazitäten für eine wirksamere Politik und effiziente Anpassungsmaßnahmen. Durch ihre Weiterbildungskomponente hat das Projekt zu messbaren Verbesserungen in der Einschätzung der Empfindlichkeit und Anpassungsfähigkeit geführt. Längerfristige Auswirkungen des Projekts werden durch die Integrierung von Kriterien zur Anpassung an den globalen Wandel in das reguläre Förderprogramm des Lake Balaton Development Council gewährleistet. Neben dem Plattensee gibt es viele andere Flachwasserseen und Gewässer von erheblicher wirtschaftlicher und ökologischer Bedeutung sowohl in Ungarn als auch in anderen Gebieten Europas, die mit ähnlichen Verletzlichkeits- und Anpassungsproblemen zu kämpfen haben, und wo Erfahrungen und Erkenntnisse aus dieser Initiative einfließen können.

Hintergrund

Der Plattensee ist Mitglied im weltweiten Living Lakes-Netzwerk, das vom Global Nature Fund koordiniert wird. Das Projekt wurde in Zusammenarbeit mit der Lake Balaton Development Coordination Agency (LBDCA), dem International Institute for Sustainable Development (IISD) und dem United Nations Environment Programme/GRID Geneva (UNEP/GRID-Geneva) entwickelt. Das Projekt wird durch die globale Umwelteinrichtung Global Environment Facility (GEF) des United Nations Development Programme finanziert.

Kontakt:
Global Nature Fund (GNF)
Fritz-Reichle-Ring 4
78315 Radolfzell, Deutschland
Tel.: 0 77 32 - 99 95 – 0
Fax: 0 77 32 - 99 95 – 88
E-Mail: info@globalnature.org

GNF Info | Global Nature Fund (GNF)
Weitere Informationen:
http://www.balatonregion.hu/
http://www.globalnature.org

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