Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Philippinen: Meeresschutz sichert die Ernährung

22.12.2008
Fisch satt

Durch den Küstenschutz um die philippinische Insel Leyte haben sich die Bestände an Meereslebewesen so gut erholt, dass die Schutzgebiete jetzt signifikant ausgeweitet werden: Sieben Distrikte haben sich bereits der kleinen Gemeinde Ambao, mit der alles anfing, angeschlossen.

Alle anderen der insgesamt 28 Distrikte der beiden Inselprovinzen Leyte und Südleyte stehen in den Startlöchern. Die ursprünglich ausgewiesenen 130 Hektar Schutzgebiet haben sich inzwischen auf 36.000 Hektar erweitert. 2001 waren die ersten Experten der Deutschen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) GmbH von den ursprünglich 70 Fischerfamilien noch mit Skepsis empfangen worden, als sie im Auftrag des Bundesentwicklungsministeriums (BMZ) die Bevölkerung beim Umwelt- und Ressourcenschutz unterstützen sollten.

"Wir haben zunächst analysiert, welches Schutzgebiet sich am besten erholen könnte - und dann geschaut, welche Gemeinde auch Willens ist mitzuziehen", erinnert sich GTZ-Küstenschutzexperte Uwe Scholz. Die Bewohner lernten die ökologischen Zusammenhänge kennen. Sie erkannten dabei, dass sich die Meereswelt nur erholt, wenn sie eine Fläche eine Zeit lang gar nicht mehr befischen: Die Bestände an Meerestieren waren durch die Fischerei mit Dynamit und Natriumcyanid beängstigend dezimiert. Die Korallenriffe, unverzichtbare "Kinderstube" für Lebewesen im Salzwasser mit bis zu 3000 Arten, waren so zerstört, dass viele Arten vom Aussterben bedroht waren. Immer weiter mussten die Fischer mit ihren kleinen Auslegerbooten hinausfahren, um ihre Familie täglich mit ein, zwei Kilo Meerestieren satt zu bekommen. Für das Eintauschen von Teilen ihres Fangs gegen andere Nahrungsmittel oder Kleidung blieb schon längst nichts mehr übrig. Die Fischer fangen nun am Rand des Schutzgebietes im Durchschitt zehn bis zwölf Kilogramm Fisch, was sich positiv auf das Einkommen und die Ernährung der Menschen auswirkt. Das marine Gebiet selbst hat sich zudem zu einer kleinen, lokalen Attraktion entwickelt: Die vielfältige Unterwasserwelt ist vom Ufer aus gut zu beobachten und zieht sogar Schulklassen an. In bescheidenem Maße hat ein Lokaltourismus eingesetzt und die Fischer vermieten an Wochenenden ihre Boote für kleine Touren.

Die Fischer von Ambao lernten aber auch, was ihr Recht ist - begannen es zu verteidigen: Mit Booten, ausgestattet mit Suchscheinwerfern, machten sie sich daran, ihr Gewässer gegen ortsfremde, wildernde Fischer zu verteidigen. So geschützt konnte sich die Meereswelt prächtig erholen. Scholz: "Schließlich haben wir mit der Bevölkerung erarbeitet, wie sie ihre Gebiete nachhaltig nutzen können, dem Meer nicht zu viel zu entnehmen und vor allem schädliche Fangmethoden zu vermeiden". Mittlerweile lernen auch andere Regionen der Philippinen von der kleinen Gemeinde Ambao.

Als weltweit tätiges Bundesunternehmen der internationalen Zusammenarbeit für nachhaltige Entwicklung unterstützt die Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) GmbH die Bundesregierung bei der Verwirklichung ihrer entwickungspolitischen Ziele. Sie bietet zukunftsfähige Lösungen für politische, wirtschaftliche, ökologische und soziale Entwicklungen in einer globalisierten Welt und fördert komplexe Reformen und Veränderungsprozesse auch unter schwierigen Bedingungen. Ihr Ziel ist es, die Lebensbedingungen der Menschen nachhaltig zu verbessern.

Redaktion:
Hans Stehling
T +49 61 96 79-1177
F +49 61 96 79-6169
E hans.stehling@gtz.de

Hans Stehling | GTZ
Weitere Informationen:
http://www.gtz.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Eisenmangel hemmt marine Mikroorganismen
19.05.2017 | GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel

nachricht Wie verändert der Verlust von Arten die Ökosysteme?
18.05.2017 | Deutsches Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) Halle-Jena-Leipzig

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Im Focus: Neuer Ionisationsweg in molekularem Wasserstoff identifiziert

„Wackelndes“ Molekül schüttelt Elektron ab

Wie reagiert molekularer Wasserstoff auf Beschuss mit intensiven ultrakurzen Laserpulsen? Forscher am Heidelberger MPI für Kernphysik haben neben bekannten...

Im Focus: Wafer-thin Magnetic Materials Developed for Future Quantum Technologies

Two-dimensional magnetic structures are regarded as a promising material for new types of data storage, since the magnetic properties of individual molecular building blocks can be investigated and modified. For the first time, researchers have now produced a wafer-thin ferrimagnet, in which molecules with different magnetic centers arrange themselves on a gold surface to form a checkerboard pattern. Scientists at the Swiss Nanoscience Institute at the University of Basel and the Paul Scherrer Institute published their findings in the journal Nature Communications.

Ferrimagnets are composed of two centers which are magnetized at different strengths and point in opposing directions. Two-dimensional, quasi-flat ferrimagnets...

Im Focus: XENON1T: Das empfindlichste „Auge“ für Dunkle Materie

Gemeinsame Meldung des MPI für Kernphysik Heidelberg, der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster

„Das weltbeste Resultat zu Dunkler Materie – und wir stehen erst am Anfang!“ So freuen sich Wissenschaftler der XENON-Kollaboration über die ersten Ergebnisse...

Im Focus: World's thinnest hologram paves path to new 3-D world

Nano-hologram paves way for integration of 3-D holography into everyday electronics

An Australian-Chinese research team has created the world's thinnest hologram, paving the way towards the integration of 3D holography into everyday...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

14. Dortmunder MST-Konferenz zeigt individualisierte Gesundheitslösungen mit Mikro- und Nanotechnik

22.05.2017 | Veranstaltungen

Branchentreff für IT-Entscheider - Rittal Praxistage IT in Stuttgart und München

22.05.2017 | Veranstaltungen

Flugzeugreifen – Ähnlich wie PKW-/LKW-Reifen oder ganz verschieden?

22.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Myrte schaltet „Anstandsdame“ in Krebszellen aus

22.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

22.05.2017 | Physik Astronomie

Wie sich das Wasser in der Umgebung von gelösten Molekülen verhält

22.05.2017 | Biowissenschaften Chemie