Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Pflanzen viel produktiver als vermutet

30.09.2011
CO2-Aufnahme beträgt bis zu 175 Mrd. Tonnen jährlich

Die Gase, die zwischen Atmosphäre, Ozeanen, Pflanzen und Erdboden ausgetauscht werden - allen voran Kohlendioxid (CO2) - gehören zu den Hauptakteuren im Klimageschehen.

Die Bilanz dieses "Kohlenstoffkreislaufes" dürfte bisher deutlich unterschätzt worden sein, berichtet ein internationales Forscherteam in der Zeitschrift "Nature". "Alle Pflanzen der Erde nehmen jährlich in Summe wahrscheinlich 150 bis 175 Mrd. Tonnen Kohlendioxid (CO2) auf - nicht 120 Mrd. Tonnen, wie man bisher glaubte", so Studienautorin Lisa Welp von der University of California in San Diego.

Isotope statt Hochrechnung

Wie viel CO2 eine Pflanze passiert, kann kaum erhoben werden, erklärt Studienkommentator Matthias Cuntz vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) http://www.ufz.de , im pressetext-Interview. "Man kann diesen Austausch an einem einzelnen Blatt feststellen. Schon bei einem Baum ist dies jedoch fast unmöglich, gerade wenn oben die Sonne scheint und die Blätter unten im Schatten sind, und bei einem ganzen Ökosystem ist es völlig undenkbar." Bisher behalf man sich hier mit Hochrechnungen.

Nun stellen die Forscher allerdings eine neues Verfahren vor, das Rückschlüsse über die globale Bilanz erlaubt. Untersucht wurden dazu Isotopenverhältnisse im CO2 seit 1977. Diese schwanken öfters, zeigte sich, wobei die Änderungen mit dem Klimaphänomen El Niño im Pazifik zusammenhängen. El Niño zeigt sich durch warme Jahre mit viel Niederschlag in Südamerika und schwachem Monsun in Südostasien. Nach seinem Auftreten erholten sich die Isotopenverhältnisse rascher als das bisherige Modell gezeigt hatte, stellten die Forscher fest.

Produktion deutlich höher

Das deutet auf kürzere CO2-Umsatzzeit in der terrestrischen Biosphäre hin - und lässt auf eine weitaus höhere globale Brutto-Primärproduktion (GPP) schließen angenommen: 43 statt 35 Prozent aller auftreffenden CO2-Moleküle werden von der Pflanze durchschnittlich für die Photosynthese verwendet, womit die Gesamtproduktion deutlich über 120 Mrd. Tonnen liegen dürfte. "Scheinbar erhöht die Feuchtigkeits- und Regenumverteilung der Tropen in El Niño-Jahren das Isotopenverhältnis von Niederschlag und Pflanzenwasser. Dieses Signal wird dann an das atmosphärische Kohlendioxid weitergegeben", so Welp.

Johannes Pernsteiner | pressetext.redaktion
Weitere Informationen:
http://www.ucsd.edu

Weitere Berichte zu: CO2 El Niño Hochrechnung Isotopenverhältnisse Kohlendioxid Niederschlag Pflanze

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Wasserqualität von Flüssen: Zusätzliche Reinigungsstufen in Kläranlagen lohnen sich
24.05.2017 | Eberhard Karls Universität Tübingen

nachricht Eisenmangel hemmt marine Mikroorganismen
19.05.2017 | GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

DFG fördert 15 neue Sonderforschungsbereiche (SFB)

26.05.2017 | Förderungen Preise

Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

26.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Unglaublich formbar: Lesen lernen krempelt Gehirn selbst bei Erwachsenen tiefgreifend um

26.05.2017 | Gesellschaftswissenschaften