Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Pflanzen auf Galápagos falsch eingestuft

21.11.2008
Eine Studie unter Berner Leitung deckt auf, dass auf den Galápagos-Inseln mindestens sechs Pflanzenarten fälschlicherweise als eingeschleppt eingestuft wurden. Das ist eine wichtige Erkenntnis, denn weltweit werden jährlich Millionen von Franken ausgegeben, um fremde Arten zu bekämpfen.

Die Galápagos-Inseln weisen eine Vielzahl von Tier- und Pflanzenarten auf. Eine der grössten Bedrohungen für dieses vielfältige Ökosystem stellen Arten dar, die seit der Entdeckung des Inselarchipels vor 500 Jahren durch den Menschen eingeschleppt wurden.

Zahlreiche der einzigartigen einheimischen Tiere und Pflanzen sind durch den schädlichen Einfluss von Eindringlingen beinahe oder komplett ausgestorben. Nur wenn die fremden Arten unter Kontrolle gebracht werden, bleibt die Biodiversität im Galápagos-Archipel erhalten.

Damit die Eindringlinge bekämpft werden können, braucht es jedoch Methoden, die eine exakte Einteilung in einheimische und fremde Arten zulassen. Eine Gruppe von Pflanzenwissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern unter Berner Leitung hat zu diesem Zweck fossile Pollen und Pflanzenreste in sedimentären Ablagerungen untersucht - und so Klarheit geschaffen: Für mindestens sechs als eingeschleppt taxierte Pflanzen konnten die Forschenden zeigen, dass diese einheimisch sind. Die gefundenen Pflanzenreste beweisen, dass alle sechs Pflanzenarten auf den Galápagos-Inseln schon existierten jahrtausende bevor der Mensch das Archipel entdeckte. Die Resultate dieser Studie wurden soeben im renommierten Wissenschaftsmagazin "Science" publiziert.

Millionen für die Kontrolle fremder Arten

Eine der falsch bestimmten Pflanzen, der Hibiscus diversifolius, wurde bisher als Eindringling und als mögliche Bedrohung für das lokale Ökosystem bezeichnet. Ohne die aktuelle Studie wäre die Pflanze womöglich in Zukunft bekämpft oder gar ausgerottet worden. Weltweit werden jährlich Millionen von Franken ausgegeben, um eingeschleppte Pflanzen zu kontrollieren. "Es ist nicht einfach herauszufinden, welche Arten einheimisch sind und welche eingeschleppt wurden - besonders in Ökosystemen, die so einzigartig sind und eine so hohe Biodiversität aufweisen wie die Galápagos-Inseln", erklärt die Berner Pflanzenwissenschaftlerin Jacqueline van Leeuwen, Erstautorin der veröffentlichten Studie.

Die Bestimmungen basieren oft auf ökologischen Vermutungen, die zum Beispiel daraus abgeleitet werden, wie sich die Verbreitung der Pflanzen innerhalb eines Ökosystems langfristig verändert oder wie die Pflanzen in benachbarten Gebieten eingestuft werden. Deshalb könnte in Zukunft die Untersuchung fossiler Pollen und Pflanzenreste als zuverlässige Methode noch weitere fehlerhafte Klassifizierungen enthüllen - auch ausserhalb der Galápagos-Inseln.

Matthias Abplanalp | idw
Weitere Informationen:
http://www.unibe.ch

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Müll in den Weltmeeren überall präsent: 1220 Arten betroffen
23.03.2017 | Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung

nachricht Internationales Netzwerk bündelt experimentelle Forschung in europäischen Gewässern
21.03.2017 | Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise