Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Dem Ozean lauschen für ein verbessertes Fischereimanagement

13.05.2010
Das Forschungsinstitut für Entwicklung (IRD) und das Peruanische Meeresinstitut (IMARPE) konnten jetzt ein innovatives akustisches Verfahren zur Beobachtung der Entwicklung von Zonen mit reduziertem Sauerstoffgehalt, den Sauerstoffminimumzonen (oxygen minimum zones, OMZ), in den Ozeanen unserer Welt entwickeln.

Diese neue Technik ermöglicht es, diese sauerstofffreien (anoxischen) Zonen, die Heimat vieler Meeresbewohner sind, in allen Einzelheiten zu vermessen. Die im Open-Access-Fachjournal Public Library of Science (PLoS) ONE veröffentlichten Erkenntnisse [1] lassen neue Perspektiven für die Erforschung der Ozeane sowie die Bewirtschaftung der Fischereiressourcen erkennen.

Die Forscher vermaßen unter Einsatz routinemäßiger akustischer Unterwasser-Überwachungstechniken die vertikale Verteilung von marinen Organismen wie Plankton, Krebsen und Fischen im Wasser entlang der peruanischen Küste. Die mithilfe von Echoloten ausgeführten Messungen erlaubten ihnen, mit hoher Genauigkeit den scharfen Gradienten der Sauerstoffkonzentration zu bestimmen, welcher die obere Zone der Sauerstoffminimumzone begrenzt. Die Kombination der auf diese Weise ermittelten Daten mit turnusmäßigen hydrologischen Messungen ergab Karten hoher Auflösung, die 50.000 bis 100.000 Mal genauer als übliche hydrologische Profile sind.

So konnten die Wissenschaftler zum einen neues Licht in den Zustand und die Ausbreitung von Sauerstoffminimumzonen bringen und außerdem sehr präzise die Größe des Lebensraums berechnen, die dem peruanischen Anchovis zur Verfügung steht, wodurch zum Beispiel interessante Informationen für das Fischereimanagement ermittelt werden können. "Dieses Verfahren ermöglicht die Durchführung integrierter Studien, da akustische Daten Informationen zu den meisten Ökosystem-Komponenten [...] liefern, denen wir ergänzende Informationen (Satellitendaten, Schiffsüberwachungssysteme, Raubfisch-Kennzeichnung usw.) hinzufügen können", so die Veröffentlichung. "Derartige integrierte Ansätze sind entscheidend, um in der Fischerei einen Ökosystem-bezogenen Ansatz zu implementieren. Unsere Methode kann auch auf andere Ökosysteme wie zum Beispiel ozeanische Totzonen angewendet werden und eröffnet neue Perspektiven für umfassende Mehrskalen-Studien zu den Auswirkungen der physikalischen Kräfte auf Organismen."

Sauerstoffminimumzonen sind ein natürlich vorkommendes Phänomen, das in Tiefen von etwa 100 bis 1.000 Metern zu finden ist. Sie sind Heimat zahlreicher Lebewesen, die speziell an die sauerstoffarme Umgebung angepasst sind. Derzeit bedecken Sauerstoffminimumzonen etwa 10 Prozent der Ozeanfläche. Aber sie haben sich in den letzten 50 Jahren aufgrund der globalen Erwärmung ausgebreitet. Auch der Einfluss der Menschheit auf die Meere, zum Beispiel durch zunehmende Mengen chemischer Nährstoffe (Eutrophierung), spielt dabei eine Rolle.

[1] Bertrand Arnaud, Ballon M., Chaigneau Alexis. Acoustic Observation of Living Organisms Reveals the Upper Limit of the Oxygen Minimum Zone. PLoS ONE 5(4): e10330, 2010. doi:10.1371/journal.pone.0010330

Kontakt: Arnaud Bertrand - E-Mail: arnaud.bertrand@ird.fr

Quellen:

- Pressemitteilung des europäischen Internetportals CORDIS - 08.05.2010 http://cordis.europa.eu/fetch?CALLER=DE_NEWS&ACTION=D&SESSION=&RCN=32078

- Pressemitteilung des Forschungsinstituts für Entwicklung - 30.04.2010

http://www.ird.fr/index.php/toute-l-actualite/actualites/parutions-des-fas/ecouter-l-ocean-pour-unemeilleure- gestion-des-peches

Redakteur: Julien Sialelli, julien.sialelli@diplomatie.gouv.frc=13512

Wissenschaft-Frankreich (Nummer 183 vom 12.05.2010) Französische Botschaften in Deutschland und Österreich

| Wissenschaft-Frankreich
Weitere Informationen:
http://www.wissenschaft-frankreich.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Dünenökosysteme modellieren
23.06.2017 | Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau

nachricht Es wird zu bunt im Gillbach: Weitere nichtheimische Buntbarschpopulation in Deutschland nachgewiesen
22.06.2017 | Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften