Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Ökologische Invasoren effizient bekämpfen

09.05.2012
Mit einer speziellen Technik zur Wasseraufbereitung macht Siemens den Schiffsverkehr umweltverträglicher.

Das Sicure genannte System desinfiziert Ballastwasser von Schiffen, um Meeresregionen vor Schäden durch fremde Pflanzen und Tiere zu schützen. Zusätzlich kann Sicure das Kühlwasser behandeln - eine weltweit einzigartige Kombination. Für Sicure hat Siemens jetzt abschließend die Zulassung der Internationalen Seeschifffahrts-Organisation (IMO) erhalten.



Eine neue IMO-Richtlinie, nach der zukünftig alle hochseetauglichen Schiffe über zertifizierte Anlagen zur Desinfektion ihres Ballastwassers verfügen müssen, macht in naher Zukunft eine Nachrüstung bei weltweit über 50.000 Schiffen nötig.

Unbeladene Schiffe nehmen zur Stabilisierung ihrer Lage Ballastwasser aus dem Meer auf. Beim Ablassen des Wassers können die Schiffe aber Organismen in nicht-heimische Ökosysteme einschleppen. Zum Beispiel wurde die europäische Zebramuschel durch Ballastwasser in die großen Seen Nordamerikas eingeführt, wo sie beträchtliche Schäden an Wasserrohren und Leitungen verursacht.

Die Wollhandkrabbe ist wiederum von Nordasien nach Europa und Nordamerika eingeschleppt worden und hat mehrere Fischarten lokal ausgerottet. Um solche Schäden für Natur und Wirtschaft zu vermeiden, verlangt die IMO in einer Richtlinie zertifizierte Systeme zur Ballastwasserbehandlung. Allerdings bleiben diese Systeme mehr als 95 Prozent der Zeit ungenutzt, weil die Ballastvorgänge immer nur für kurze Zeit benötigt werden.

Das neue System Sicure ist dagegen durch seine doppelte Verwendbarkeit für die Behandlung von Ballast- und Kühlwasser durchgehend einsetzbar und macht ein zusätzliches System für das Kühlwasser überflüssig. Die IMO bestätigte nun die Umweltverträglichkeit von Sicure sowie die Einhaltung der Sicherheitsstandards. Sicure ist eine Weiterentwicklung des seit 35 Jahren erfolgreich zur Behandlung von Meerwasserkühlkreisläufen eingesetzten Chloropac-Systems.

Das Elektrolyseverfahren produziert das Desinfektionsmittel Hypochlorit aus dem im Meerwasser befindlichen Salz. Das System kombiniert eine Filtrationsstufe mit einem nachfolgenden Elektrolyseschritt und einer Dosiereinheit, die die Einleitung des Hypochlorits präzise regelt. Außerdem schützt das Sicure-System den Ballastwasserfilter vor Biofouling, indem es eine kleine Menge Hypochlorit-Lösung vor dem Filter in das Wasser injiziert. Dieses Verfahren reduziert Ausfälle und Wartungsbedarf des Systems und wurde von Siemens zum Patent angemeldet. (IN 2012.05.1)

Dr. Norbert Aschenbrenner | Siemens InnovationNews
Weitere Informationen:
http://www.siemens.de/innovation

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Wasserqualität von Flüssen: Zusätzliche Reinigungsstufen in Kläranlagen lohnen sich
24.05.2017 | Eberhard Karls Universität Tübingen

nachricht Eisenmangel hemmt marine Mikroorganismen
19.05.2017 | GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

DFG fördert 15 neue Sonderforschungsbereiche (SFB)

26.05.2017 | Förderungen Preise

Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

26.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Unglaublich formbar: Lesen lernen krempelt Gehirn selbst bei Erwachsenen tiefgreifend um

26.05.2017 | Gesellschaftswissenschaften