Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Die nordatlantische Ozeanzirkulation im Klimawandel

12.01.2009
Neues Projekt der Europäischen Union an der Universität Hamburg

Stirbt der Golfstrom? Kommt die nächste Eiszeit? Diese konkreten Fragen sind schon oft von den Meeres- und Klimaforschern mit Nein beantwortet worden. Dennoch kann es in Folge des globalen Klimawandels zu Veränderungen im europäischen Raum kommen; über die Entwicklung in den nächsten Jahrzehnten bestehen aber noch große Unsicherheiten.

Ein Konsortium aus 20 wissenschaftlichen Forschungsinstitutionen in neun europäischen Ländern hat sich jetzt im Rahmen des Gemeinschaftsprojektes THOR (Thermohaline Overturning - at Risk?) zum Ziel gesetzt, die Rolle des Ozeans für die zukünftige Klimaentwicklung zu erforschen und für einen Zeitraum von 15 bis 25 Jahren verlässliche Prognosen für eben diese Entwicklung zu erstellen.

Ist die Ozeanzirkulation stabil oder gibt es ein Risiko für Veränderungen innerhalb kurzer Zeiträume? Das Projekt, von der Europäischen Kommission bis 2012 mit einem Betrag von 9,3 Mio Euro gefördert, wird an der Universität Hamburg am Institut für Meereskunde koordiniert. Nach mehreren marinen Sonderforschungsbereichen und dem jetzt ein Jahr alten Exzellenzcluster CLISAP ist dieses europäische Projekt ein weiterer Schwerpunkt am neu geschaffenen KlimaCampus der Universität Hamburg.

Die Arbeitsgruppen in THOR gehen ihre Fragen mit unterschiedlichsten Methoden an: Ozean-Atmosphäre-Modellsimulationen mit Hochleistungscomputern erzeugen 1000 Jahre lange Zeitserien der Ozeanzirkulation, die auf natürliche Klimaschwankungen hin untersucht werden, um die Kopplungsmechanismen der Sphären zu verstehen. Regionale Untersuchungen beschäftigen sich mit dem Effekt zunehmender Süßwasserflüsse der abschmelzenden grönländischen Festeismassen und ihrer Auswirkungen auf den Ozean. Ein Netz von im Meer verankerten Messgeräten, das von Kanada bis zum europäischen Festlandssockel reicht, liefert direkte Angaben über den ozeanischen Wärmeaustausch vom Nordatlantik in das Nordmeer; die Qualitäten und Unsicherheiten der Vorhersagemodelle werden untersucht und neue Methoden zur Messung und Modellierung von Ozeanströmungen werden entwickelt. Dies alles fließt dann in die Kernaufgabe des Projektes ein: die Vorhersage der zukünftigen Klimaentwicklung im Bereich des Nordatlantiks.

Durch diesen Zusammenschluss der Forschungsinstitutionen unter Federführung der Universität Hamburg wird die über Europa verteilte Expertise jetzt gebündelt, erwartet wird dadurch ein deutlicher Sprung in der Qualität europäischer Klimaprognosen.

Die beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler treffen sich am 12. und 13. Januar am Institut für Meereskunde in der Bundesstrasse 53, 20146 Hamburg, zu ihrer Startkonferenz, auf der der Arbeits-Fahrplan für die erste Phase des Projektes im Detail diskutiert wird. Hier sollen die Weichen dafür gestellt werden, das europäische Klima in der Zukunft routinemäßig vorhersagen zu können. Im Rahmen der Konferenz besteht die Möglichkeit, kurzfristig mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern Interviews zu führen.

Für Rückfragen:

Prof. Dr. Detlef Quadfasel
Universität Hamburg, Institut für Meereskunde
Tel.: 040-428 38-57 56
E-Mail: detlef.quadfasel@zmaw.de

Viola Griehl | idw
Weitere Informationen:
http://www.klimacampus.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Den Trends der Umweltbranche auf der Spur
17.10.2017 | Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO

nachricht Etablierung eines Zuchtprogramms zum Schutz der letzten Saolas
17.10.2017 | Forschungsverbund Berlin e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Im Focus: Neutron star merger directly observed for the first time

University of Maryland researchers contribute to historic detection of gravitational waves and light created by event

On August 17, 2017, at 12:41:04 UTC, scientists made the first direct observation of a merger between two neutron stars--the dense, collapsed cores that remain...

Im Focus: Breaking: the first light from two neutron stars merging

Seven new papers describe the first-ever detection of light from a gravitational wave source. The event, caused by two neutron stars colliding and merging together, was dubbed GW170817 because it sent ripples through space-time that reached Earth on 2017 August 17. Around the world, hundreds of excited astronomers mobilized quickly and were able to observe the event using numerous telescopes, providing a wealth of new data.

Previous detections of gravitational waves have all involved the merger of two black holes, a feat that won the 2017 Nobel Prize in Physics earlier this month....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mobilität 4.0: Konferenz an der Jacobs University

18.10.2017 | Veranstaltungen

Smart MES 2017: die Fertigung der Zukunft

18.10.2017 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Dezember 2017

17.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

18.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Biokunststoffe könnten auch in Traktoren die Richtung angeben

18.10.2017 | Messenachrichten

»ILIGHTS«-Studie gestartet: Licht soll Wohlbefinden von Schichtarbeitern verbessern

18.10.2017 | Energie und Elektrotechnik