Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Nitratbelastung des Wassers: Ergebnisse eines 24 Jahre andauernden Experiments

18.10.2013
In Frankreich wird das meiste Trinkwasser aus dem Grundwasser gewonnen, dessen Nitratbelastung auf lange Sicht zu einem Problem werden könnte.

Für seine Studie nutzte das INRA (Institut für Agrarforschung) ein einzigartiges Testgelände: das Wassereinzugsgebiet in Bruyeres-et-Montbérault (Departement Aisne). Dieses Plateau umfasst 187 Hektar, auf dem 137 Feldkulturen (Weizen, Zuckerrüben, Raps, Erbsen etc.) angebaut werden.

Am 4. Oktober 2013 veröffentlichte das INRA die wissenschaftlichen und technischen Ergebnisse seines 24 Jahre andauernden Experiments in diesem Gebiet.

1989 starteten das INRA, die Landwirte, der Gemeinderat und die Landwirtschaftskammer von Aisne ein partnerschaftliches Experiment, um den Nitratgehalt im Wassereinzugsgebiet zu reduzieren. Auf den einzelnen Parzellen wurden dafür bewährte landwirtschaftliche Methoden überprüft, insbesondere die Stickstoffdüngung.

So wurde beispielsweise mit Hilfe der Simulationssoftware ″Azobil″ die zur Düngung verwendete Stickstoffmenge bei verschiedenen Kulturen getestet. Untersucht wurde auch der Anbau von stickstoffbindenden Zwischenfrüchten. Es wurde auch empfohlen, die Ausfallpflanzen auf den Feldern zu belassen und das Stroh unterzupflügen.

Die Ergebnisse zeigen, dass sich mit den bewährten landwirtschaftlichen Methoden die Stickstoff-Belastung verringern lässt. Heute liegt der Nitratgehalt bei der Wassergewinnung bei einem stabilen Wert von etwa 50 mg pro Liter (Grenzwert laut Trinkwasserverordnung). Im Vergleich dazu lag dieser Wert 1990 noch bei über 60 mg pro Liter.

Die Daten bestätigen ebenfalls eine starke zeitliche Trägheit. Diese ist darauf zurückzuführen, dass das Nitrat mehrere Jahrzehnte benötigt, um ins Grundwasser zu gelangen. Aus diesem Grund gehen die Wissenschaftler davon aus, dass der Nitratgehalt in den kommenden 30 Jahren weiter sinken wird.

Das Experiment zeigt auch deutlich, dass sich die Nitratbelastung nur durch eine nachhaltige Zusammenarbeit zwischen den Gebietskörperschaften, Landwirten, Transfer- und Forschungseinrichtungen beherrschen lässt.

Quelle:
Pressemitteilung des INRA – 04.10.2013 - http://presse.inra.fr/Ressources/Communiques-de-presse/pollution_nitrique_Bruyeres

Redakteur: Clément Guyot, clement.guyot@diplomatie.gouv.fr

Clément Guyot | Wissenschaft-Frankreich
Weitere Informationen:
http://www.wissenschaft-frankreich.de

Weitere Berichte zu: Grundwasser INRA Landwirt Nitratbelastung Nitratgehalt Wassereinzugsgebiet

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Wasserqualität von Flüssen: Zusätzliche Reinigungsstufen in Kläranlagen lohnen sich
24.05.2017 | Eberhard Karls Universität Tübingen

nachricht Eisenmangel hemmt marine Mikroorganismen
19.05.2017 | GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochspannung für den Teilchenbeschleuniger der Zukunft

24.05.2017 | Physik Astronomie

3D-Graphen: Experiment an BESSY II zeigt, dass optische Eigenschaften einstellbar sind

24.05.2017 | Physik Astronomie

Optisches Messverfahren für Zellanalysen in Echtzeit - Ulmer Physiker auf der Messe "Sensor+Test"

24.05.2017 | Messenachrichten