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Neues internationales Netzwerk zur Klimapolitik

11.11.2009
Berlin bekommt ein neues Zentrum - zur Bewertung und zum Vergleich von Klimapolitik. Finanziert von George Soros, entsteht derzeit unter dem Namen Climate Policy Initiative (CPI) ein weltweites Forschungsnetzwerk.

Das erste dieser in Peking, Delhi, Rio de Janeiro und Venedig geplanten Forschungszentren wird heute in Berlin eröffnet. Angesiedelt ist es am DIW Berlin, mit dem es eine enge wissenschaftliche Zusammenarbeit geben wird.

Mit seinem Hauptsitz in San Francisco wird sich das weltweite CPI-Netzwerk vor allem der Frage widmen, wie effizient die lokale, nationale und globale Klimapolitik ist. Im Mittelpunkt steht also die Frage, welchen Effekt die bisherigen Klimaschutzmaßnahmen tatsächlich haben - und wie man sie wirksamer machen kann. Dabei werden weltweit Politikinstrumente wie administrative Regeln, Märkte und gezielter Einkauf der öffentlichen Hand eingesetzt - sowohl auf nationaler wie internationaler Ebene.

"CPI wird diese Klimapolitiken untersuchen und die Öffentlichkeit und Regierungen dabei unterstützen, ihre Klimapolitiken zu verbessern.", sagte Thomas C. Heller, Gründungsdirektor von CPI. "Wir müssen so früh wie möglich identifizieren, wo Lücken bei der Umsetzung entstehen oder Klimaziele nicht erreicht werden."

Heller, seit 1979 Ökonom und Jurist an der renommierten Stanford University, ist Experte für internationales Recht sowie Entwicklungsökonomie und ist seit 1991 mit Forschung und Politikanalyse zur Energie und Klimapolitik beschäftigt.

"Wir untersuchen, welche Förderung und welche Rahmenbedingungen Haushalte und Unternehmen für eine klimafreundliche Entwicklung benötigen. Dann können wir sie mit geeigneten Politikinstrumenten ansprechen", so Karsten Neuhoff, Leiter von CPI Berlin. "Eine spannende Herausforderung - ich freue mich dass wir sie zusammen mit Kollegen in Wissenschaft, Industrie und Finanzexperten in Berlin und Europa angehen können."

Der Ökonom und Physiker Neuhoff leitete zuvor an der Universität Cambridge mehrere Projekte in den Fachgebieten Energiemarkt, Emissionshandel und Technologiepolitik. Zu dem Berliner CPI-Team gehören außerdem Alexandra Novikova und Ferdinand Vieider. Die Umweltwissenschaftlerin Alexandra Novikova gehört zu den Autorinnen des aktuellen Berichts des IPCC. Der Ökonom Ferdinand Vieider war zuvor an der Universität Rotterdam, wo er sich mit der empirischen Untersuchung von Entscheidungsprozessen befasste.

"Es ist eine große Auszeichnung für uns, dass CPI sein allererstes Forschungszentrum am DIW Berlin eröffnet," sagte Dr. Alexander Fisher, Geschäftsführer des DIW Berlin. "CPI widmet sich der Frage, wie aus Wissenschaft harte und vor allem wirksame Politik wird - mit dieser Fragestellung passt es zu hundert Prozent ans DIW Berlin."

Berlin wird immer mehr zum Zentrum der Klimaforschung

Mit der Gründung von CPI Berlin wird die Region Berlin-Brandenburg immer mehr zum Zentrum der Erforschung von Klimawandel und Klimaschutz. Mit dem Potsdam Institut für Klimafolgenforschung (PIK), der Abteilung Energie, Verkehr, Umwelt unter Leitung von Professor Claudia Kemfert am DIW Berlin und zahlreichen weiteren Instituten ist bereits heute hochkarätige Forschungskompetenz in der Region konzentriert.

Den Auftakt der CPI-Arbeit in Berlin bildet eine zweitägige internationale Konferenz. Kurz vor der UN-Klimakonferenz in Kopenhagen wird sich die Eröffnungskonferenz von CPI Berlin der Frage widmen, welche Rolle Subventionen dabei spielen, den Klimaschutz zu hemmen oder voranzubringen.

Die Climate Policy Initiative wird von der Soros Foundation des US-Investmentbankers und Milliardärs George Soros finanziert. CPI hat dabei eine eigene Rechtsform als gemeinnützige Organisation zur Erforschung und Bewertung von Klimapolitiken und ist von anderen Initiativen der Soros-Stiftung unabhängig.

CPI Berlin - die ersten Themen

Die Verbesserung von Wärmedämmung im Altbau ist möglicherweise die größte Quelle von Energieeinsparungen. CPI wird untersuchen, welche Politikinstrumente dazu beitragen können.

Europa hat sich zum Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2020 den Anteil der Erneuerbaren am Energiemix auf 20 Prozent zu erhöhen. CPI wird untersuchen, ob die notwendigen Schritte eingeleitet werden, das Ziel zu erreichen.

Der Europäische Emissionshandel schafft Anreize für Industrie und Finanzsektor, die Klimaauswirkung von Investitionen zu berücksichtigen. CPI wird Details der Implementierung untersuchen (CDM, Auktionierung), insbesondere im Hinblick auf internationale Entwicklung und Zusammenarbeit.

CO2-Preise können nur zur Emissionsreduktion beitragen, wenn nicht zugleich Energieverbrauch subventioniert wird. Der G20-Gipfel in Pittsburgh hat sich zur Abschaffung von Energiesubventionen bekannt - die Auswirkungen von Subventionen und Möglichkeiten für deren Reduktion sind Thema der Auftaktkonferenz von CPI.

Sabine Kallwitz | idw
Weitere Informationen:
http://www.diw.de

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