Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neues Greifswald Moor Centrum bündelt Expertise für Moorfragen lokal und weltweit

21.01.2015

Das neue Greifswald Moor Centrum (GMC) geht an den Start! Als Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Politik bündeln 50 Moorkundler im GMC an einem Standort ihre Expertise zu allen Moorfragen, lokal und weltweit. Auf wissenschaftlicher Grundlage will das GMC damit zielgerichtete Lösungsansätze für gesellschaftliche und politische Herausforderungen bieten, insbesondere Klimaschutz, Biodiversitätserhalt und Nachhaltiges Wirtschaften in Bezug auf Moore. Das GMC präsentiert sich erstmals vom 21. bis zum 26. Januar 2015 auf der „Grünen Woche“ in Berlin.

Das Greifswald Moor Centrum basiert auf 200 Jahren interdisziplinärer landschaftsbezogener Wissenschaft mit Schwerpunkt Moor in Greifswald. Es stärkt und verstetigt als integrative Dachmarke alle moorbezogenen Aktivitäten am Standort Greifswald.


Das Jelnia-Moor in Belarus

Foto: Annett Thiele

Träger sind das Institut für Botanik und Landschaftsökologie der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald, die Michael Succow Stiftung, das Institut für Dauerhaft Umweltgerechte Entwicklung von Naturräumen der Erde DUENE e. V. und die Peatland and Nature Conservation International Library (PeNCIL). Das GMC koordiniert zudem die weltweit größte Datenbank zu Verbreitung und Zustand der Moore. Für den Zeitraum 2015 – 2020 setzt das GMC folgende Schwerpunktthemen für Forschung und Wissenstransfer:

• Reduktion von Treibhausgas-Emissionen aus Mooren und ökosystembasierte Anpassung
• Biodiversität: Schutz und Revitalisierung von Mooren und ihren Habitaten weltweit
• Nachhaltiges Wirtschaften: Paludikultur und innovative Finanzierungsinstrumente wie
Kohlenstoffzertifikate

Der Öffentlichkeit präsentiert sich das Greifswald Moor Centrum erstmals auf der „Grünen Woche“ vom 21. bis zum 26. Januar am Stand 106/Halle 4.2 der Messe Berlin (Messedamm 22, 14055 Berlin). Eine Übersicht über Forschungsprojekte weltweit, wissenschaftliche Publikationen sowie Angebote zur Aus- und Weiterbildung zum Thema Moor bietet die neue Website des Greifswald Moor Centrum unter http://www.greifswaldmoor.de.

Hintergrund

Moore nehmen nur drei Prozent der Landfläche der Welt ein, enthalten aber in ihren Torfen zweimal mehr Kohlenstoff als die gesamte Biomasse aller Wälder der Erde. Wenn ein Moor entwässert wird, tritt Sauerstoff in den Torf ein, CO2 und oft auch N2O werden emittiert. Die entwässerten Moore, lediglich 0,3 Prozent der Landfläche der Welt, verursachen fast fünf Prozent der weltweiten anthropogenen CO2-Emissionen.

In Deutschland nehmen entwässerte Moore sechs Prozent der Landwirtschaftsfläche ein und verursachen 38 Prozent aller Emissionen aus der gesamten Landwirtschaft, einschließlich N2O aus Düngung sowie N2O und CH4 aus Tierhaltung. In einem moorreichen Bundesland wie Mecklenburg-Vorpommern sind entwässerte Moore die größte Einzelquelle für Treibhausgase.

Neben ihrer Klimawirksamkeit haben Moore eine große Bedeutung für die biologische Vielfalt: Moore bieten einzigartige Lebensräume für Arten, die sich an die feuchten und speziellen Bedingungen angepasst haben und sind oft die letzten naturnahen Refugien für seltene und bedrohte Arten. Nasse und wiedervernässte Moore erbringen zahlreiche weitere ökologische Leistungen für die Gesellschaft, beispielsweise den Rückhalt von Schadstoffen und die Regulierung des Lokalklimas sowie des Wasserhaushalts.

Bei der herkömmlichen landwirtschaftlichen Nutzung von Mooren werden die Grundwasserstände abgesenkt, es kommt zu Torfsackung und -schwund und produktives Land geht großflächig verloren. Paludikultur ist die nasse Bewirtschaftung von Mooren und schließt traditionelle Verfahren der Moorbewirtschaftung ein, beinhaltet aber vor allem die Entwicklung und Umsetzung neuer Verfahren der stofflichen und energetischen Verwertung von Moor-Biomasse.

Weitere Informationen
Greifswald Moor Centrum http://www.greifswaldmoor.de/
Institut für Botanik und Landschaftsökologie der Universität Greifswald
http://www.botanik.uni-greifswald.de/
Michael SuccowStiftung zum Schutz der Natur http://www.succow-stiftung.de/
Institut für Dauerhaft Umweltgerechte Entwicklung von Naturräumen der Erde DUENE e. V. http://www.duene-greifswald.de/
Peatland and Nature Conservation International Library (PeNCIL)
http://www.succow-stiftung.de/newsletter01_2013.html

Das Jelnia-Moor in Belarus
Foto: Annett Thiele
Das Foto kann für redaktionelle Zwecke im Zusammenhang mit dieser Pressemitteilung kostenlos heruntergeladen und genutzt werden. Dabei ist der Name des Bildautors zu nennen. Download: http://tinyurl.com/ogk58l8

Ansprechpartnerin
Dr. Franziska Tanneberger
c/o Michael Succow Stiftung
Ellernholzstraße 1/3, 17489 Greifswald
Telefon 03834 83542-10
info@greifswaldmoor.de

Jan Meßerschmidt | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Hochmodernes Forschungsflugzeug fliegt zurzeit über Europa
17.07.2017 | Universität Bremen

nachricht Baumgrenze wird nicht allein durch das Klima bestimmt
03.07.2017 | Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Molekulares Lego

Sie können ihre Farbe wechseln, ihren Spin verändern oder von fest zu flüssig wechseln: Eine bestimmte Klasse von Polymeren besitzt faszinierende Eigenschaften. Wie sie das schaffen, haben Forscher der Uni Würzburg untersucht.

Bei dieser Arbeit handele es sich um ein „Hot Paper“, das interessante und wichtige Aspekte einer neuen Polymerklasse behandelt, die aufgrund ihrer Vielfalt an...

Im Focus: Das Universum in einem Kristall

Dresdener Forscher haben in Zusammenarbeit mit einem internationalen Forscherteam einen unerwarteten experimentellen Zugang zu einem Problem der Allgemeinen Realitätstheorie gefunden. Im Fachmagazin Nature berichten sie, dass es ihnen in neuartigen Materialien und mit Hilfe von thermoelektrischen Messungen gelungen ist, die Schwerkraft-Quantenanomalie nachzuweisen. Erstmals konnten so Quantenanomalien in simulierten Schwerfeldern an einem realen Kristall untersucht werden.

In der Physik spielen Messgrößen wie Energie, Impuls oder elektrische Ladung, welche ihre Erscheinungsform zwar ändern können, aber niemals verloren gehen oder...

Im Focus: Manipulation des Elektronenspins ohne Informationsverlust

Physiker haben eine neue Technik entwickelt, um auf einem Chip den Elektronenspin mit elektrischen Spannungen zu steuern. Mit der neu entwickelten Methode kann der Zerfall des Spins unterdrückt, die enthaltene Information erhalten und über vergleichsweise grosse Distanzen übermittelt werden. Das zeigt ein Team des Departement Physik der Universität Basel und des Swiss Nanoscience Instituts in einer Veröffentlichung in Physical Review X.

Seit einigen Jahren wird weltweit untersucht, wie sich der Spin des Elektrons zur Speicherung und Übertragung von Information nutzen lässt. Der Spin jedes...

Im Focus: Manipulating Electron Spins Without Loss of Information

Physicists have developed a new technique that uses electrical voltages to control the electron spin on a chip. The newly-developed method provides protection from spin decay, meaning that the contained information can be maintained and transmitted over comparatively large distances, as has been demonstrated by a team from the University of Basel’s Department of Physics and the Swiss Nanoscience Institute. The results have been published in Physical Review X.

For several years, researchers have been trying to use the spin of an electron to store and transmit information. The spin of each electron is always coupled...

Im Focus: Das Proton präzise gewogen

Wie schwer ist ein Proton? Auf dem Weg zur möglichst exakten Kenntnis dieser fundamentalen Konstanten ist jetzt Wissenschaftlern aus Deutschland und Japan ein wichtiger Schritt gelungen. Mit Präzisionsmessungen an einem einzelnen Proton konnten sie nicht nur die Genauigkeit um einen Faktor drei verbessern, sondern auch den bisherigen Wert korrigieren.

Die Masse eines einzelnen Protons noch genauer zu bestimmen – das machen die Physiker um Klaus Blaum und Sven Sturm vom Max-Planck-Institut für Kernphysik in...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Operatortheorie im Fokus

20.07.2017 | Veranstaltungen

Technologietag der Fraunhofer-Allianz Big Data: Know-how für die Industrie 4.0

18.07.2017 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - September 2017

17.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

1,4 Millionen Euro für Forschungsprojekte im Industrie 4.0-Kontext

20.07.2017 | Förderungen Preise

Von photonischen Nanoantennen zu besseren Spielekonsolen

20.07.2017 | Physik Astronomie

Bildgebung von entstehendem Narbengewebe

20.07.2017 | Biowissenschaften Chemie