Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neues Analyseverfahren für krebserregende Schadstoffe

05.12.2013
Böden und Grundwasser von ehemaligen Gaswerken und Kokereien sind häufig in hoher Konzentration mit krebserregenden Schadstoffen belastet. Mehr als 1.300 solcher Standorte sind allein in Deutschland bekannt.

Für die Analyse einer bislang wenig untersuchten Schadstoffgruppe von Kohlenwasserstoffverbindungen – den sogenannten NSO-Heterozyklen – haben Umweltchemiker der Leuphana Universität Lüneburg jetzt ein neues Verfahren entwickelt.

Damit können sie bis zu 50 NSO-Heterozyklen und 60 weitere verwandte Substanzen schon in kleinsten Konzentrationen bestimmen. Erstmals gelang es den Forschern auch, solche Verbindungen in Flüssen und im Ablauf von Kläranlagen nachzuweisen und zu quantifizieren.

NSO-Heterozyklen werden bei der Bewertung von kontaminierten Altlaststandorten bisher eher vernachlässigt, davon ist Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Ruck, Umweltchemiker an der Leuphana, überzeugt:

„Obwohl wir von der Stoffgruppe seit Jahren wissen, dass sie Krebs auslösen und das Erbgut schädigen kann, ist ihr Verhalten und Vorkommen in der Umwelt bislang noch relativ unerforscht.“ Das sei besonders deshalb sträflich, weil diese Stoffe wasserlöslich und damit mobiler sind als andere Stoffe.

Damit die NSO-Heterozyklen in Zukunft bei der Bewertung von Altlasten fachgerecht berücksichtigt werden können, bringt das Team um Prof. Ruck seine Forschungsergebnisse jetzt in einen Arbeitskreis des Deutschen Institutes für Normung ein. Dort soll in den nächsten Jahren ein standardisiertes DIN-Verfahren zum Nachweis ausgewählter NSO-Heterozyklen festgeschrieben werden.

Analyselabore können dann diese Stoffe auf Verdachtsflächen nach geprüften und anerkannten DIN-Verfahren untersuchen. „Kommunen, Länder oder Unternehmen sind damit in der Lage, bei der Beurteilung von Gefahrenpotentialen und Sanierungserfordernissen auch NSO-Heterozyklen miteinzubeziehen“, erklärt Ruck.

Die Projektpartner der Leuphana profitieren ebenfalls von der Forschung. Einer von ihnen ist der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft-, Küsten- und Naturschutz (NLWKN). Er zählt zu den wichtigsten Auftraggebern für Wasseranalysen in Niedersachsen, überwacht zum Schutz von Mensch und Umwelt unter anderem die Einhaltung von Richtlinien und Grenzwerten. Dafür werden entsprechende Analyseverfahren benötigt.

Auch für mittelständische Projektpartner wie das Labor Limnologisches Institut Dr. Nowak aus dem Landkreis Verden und das Ingenieurbüro IGU Uelzen, zahlt sich das Projekt aus. „Mit dem Analyseverfahren ergibt sich für die Labore ein neuer Markt“, glaubt Ruck. Die Folge seien mehr Aufträge und die Sicherung von Arbeitsplätzen. Das entspricht den Zielsetzungen des Regionalentwicklungsprojektes Innovations-Inkubator der Leuphana. Aus dessen Mitteln war die Zusammenarbeit gefördert worden.

Kontakt:
Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Ruck
Professor für Umweltchemie
Leuphana Universität Lüneburg
Fon +49.4131.677-2870
wolfgang.ruck@uni.leuphana.de

Henning Zuehlsdorff | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni.leuphana.de
http://www.leuphana.de/institute/iec.html

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Konzept der Universität Rostock zur Ölhavarie-Bekämpfung erfolgreich auf der Warnow erprobt
07.12.2017 | Universität Rostock

nachricht Aquakultur: Neues Verfahren spürt Umweltbelastungen durch Lachsfarmen schneller auf
05.12.2017 | Technische Universität Kaiserslautern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Neue Einblicke in die Materie: Hochdruckforschung in Kombination mit NMR-Spektroskopie

Forschern der Universität Bayreuth und des Karlsruhe Institute of Technology (KIT) ist es erstmals gelungen, die magnetische Kernresonanzspektroskopie (NMR) in Experimenten anzuwenden, bei denen Materialproben unter sehr hohen Drücken – ähnlich denen im unteren Erdmantel – analysiert werden. Das in der Zeitschrift Science Advances vorgestellte Verfahren verspricht neue Erkenntnisse über Elementarteilchen, die sich unter hohen Drücken oft anders verhalten als unter Normalbedingungen. Es wird voraussichtlich technologische Innovationen fördern, aber auch neue Einblicke in das Erdinnere und die Erdgeschichte, insbesondere die Bedingungen für die Entstehung von Leben, ermöglichen.

Diamanten setzen Materie unter Hochdruck

Im Focus: Scientists channel graphene to understand filtration and ion transport into cells

Tiny pores at a cell's entryway act as miniature bouncers, letting in some electrically charged atoms--ions--but blocking others. Operating as exquisitely sensitive filters, these "ion channels" play a critical role in biological functions such as muscle contraction and the firing of brain cells.

To rapidly transport the right ions through the cell membrane, the tiny channels rely on a complex interplay between the ions and surrounding molecules,...

Im Focus: Stabile Quantenbits

Physiker aus Konstanz, Princeton und Maryland schaffen ein stabiles Quantengatter als Grundelement für den Quantencomputer

Meilenstein auf dem Weg zum Quantencomputer: Wissenschaftler der Universität Konstanz, der Princeton University sowie der University of Maryland entwickeln ein...

Im Focus: Realer Versuch statt virtuellem Experiment: Erfolgreiche Prüfung von Nanodrähten

Mit neuartigen Experimenten enträtseln Forscher des Helmholtz-Zentrums Geesthacht und der Technischen Universität Hamburg, warum winzige Metallstrukturen extrem fest sind

Ultraleichte und zugleich extrem feste Werkstoffe – poröse Nanomaterialien aus Metall versprechen hochinteressante Anwendungen unter anderem für künftige...

Im Focus: Geburtshelfer und Wegweiser für Photonen

Gezielt Photonen erzeugen und ihren Weg kontrollieren: Das sollte mit einem neuen Design gelingen, das Würzburger Physiker für optische Antennen erarbeitet haben.

Atome und Moleküle können dazu gebracht werden, Lichtteilchen (Photonen) auszusenden. Dieser Vorgang verläuft aber ohne äußeren Eingriff ineffizient und...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Innovative Strategien zur Bekämpfung von parasitären Würmern

08.12.2017 | Veranstaltungen

Hohe Heilungschancen bei Lymphomen im Kindesalter

07.12.2017 | Veranstaltungen

Der Roboter im Pflegeheim – bald Wirklichkeit?

05.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Goldmedaille für die praktischen Ergebnisse der Forschungsarbeit bei Nutricard

11.12.2017 | Unternehmensmeldung

Nachwuchs knackt Nüsse - Azubis der Friedhelm Loh Group für Projekte prämiert

11.12.2017 | Unternehmensmeldung

Mit 3D-Zellkulturen gegen Krebsresistenzen

11.12.2017 | Medizin Gesundheit