Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neuer Bericht des Weltklimarates IPCC zeigt Möglichkeiten zum Klimaschutz auf

14.04.2014

Der Bericht der Arbeitsgruppe III des IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change), der heute in Berlin präsentiert wird, stellt neue Wege für die weltweiten Anstrengungen zur Verlangsamung des Klimawandels vor. Am Bericht arbeiteten 235 AutorInnen aus 58 Ländern mit, darunter Helmut Haberl von der Alpen-Adria Universität Klagenfurt (AAU).

Aufgabe des IPCC – besser bekannt als Weltklimarat – ist es, den jeweils aktuellen Wissensstand zum Thema Klimawandel zu bewerten und für politische EntscheidungsträgerInnen und die interessierte Öffentlichkeit aufzubereiten. Helmut Haberl hat an der Zusammenfassung für EntscheidungsträgerInnen („Summary for Policymakers“) mitgewirkt und war auch intensiv bei den Verhandlungen in Berlin eingebunden.

Die Arbeitsgruppe III hatte die Aufgabe, den aktuellen Wissensstand über Optionen zur Verlangsamung des Klimawandels zu bearbeiten. Zuvor hatten schon Arbeitsgruppe I (naturwissenschaftliche Grundlagen des Klimawandels, September 2013) und II (Auswirkungen des Klimawandels, Verwundbarkeit und Anpassung, März 2014) ihre Berichte vorgelegt.

Der neue IPCC-Bericht kommt zur ernüchternden Einsicht, dass die Treibhausgas (THG)-Emissionen im letzten Jahrzehnt mit durchschnittlich 2,2 % pro Jahr stärker gestiegen sind als in den drei vorhergehenden Dekaden – allen bisherigen Anstrengungen zum Klimaschutz zum Trotz. Je länger zugewartet wird, so die Autorinnen und Autoren, bevor entschlossene Maßnahmen ergriffen werden, desto schwieriger wird es werden, vielleicht doch noch das internationale Ziel zu erreichen, den Klimawandel auf 2 °C zu begrenzen. Weiteres Zuwarten würde dazu führen, dass die Emissionen später umso stärker und schneller reduziert werden müssten.

Durch Erreichen des 2 °C-Zieles wäre es möglich, das Risiko kaum vorhersehbarer Folgewirkungen des Klimawandels beim Erreichen sogenannter „Kipp-Punkte“ im Klimasystem zu verringern. Beispiele für Kipp-Punkte sind das Absterben des Amazonas-Regenwaldes oder das Auftauen von Permafrostböden, die zu massiven Treibhausgas-Emissionen führen würden. Die Folgen solcher Ereignisse wären durch Anpassungsmaßnahmen an den Klimawandel kaum beherrschbar.

Der IPCC-Bericht weist deutlich darauf hin, dass Maßnahmen zur Verringerung des Ressourcenverbrauchs eine wichtige Rolle bei der Begrenzung des Klimawandels spielen können. Der Ressourcenverbrauch kann z.B. durch energieeffizientere Produktionsprozesse, durch bessere Wärmedämmung von Gebäuden, durch sparsame Elektrogeräte oder durch Umstieg von Auto- bzw. Lkw-Verkehr auf öffentlichen Verkehr gesenkt werden.

Helmut Haberl, der an der AAU das Institut für Soziale Ökologie in Wien leitet, war an der Erstellung des Kapitels „Land- und Forstwirtschaft und andere Landnutzung“ beteiligt. Auf diesen Sektor entfällt weltweit etwa ein Viertel der gesamten THG-Emissionen. Die Verringerung der THG-Emissionen in diesem Bereich ist insofern eine besondere Herausforderung, als Land eine höchst vielfältige Ressource darstellt: Es wird vom Menschen für Siedlungs- und Infrastrukturen, für Land- und Forstwirtschaft, Erholung und viele andere Zwecke genutzt. Gleichzeitig ist es die Grundlage für Ökosysteme und Biodiversität.

Maßnahmen zur THG-Reduktion in diesem Bereich, wie etwa die Steigerung der Kohlenstoffspeicherung von Wäldern oder die Produktion von Bioenergie, können daher weitreichende Auswirkungen auf Ernährungssicherheit oder Naturschutz haben. Helmut Haberl meint dazu: „Die Veränderung von Ernährungsgewohnheiten in Richtung eines verringerten Konsums tierischer Produkte wie Fleisch, und die Verringerung von Lebensmittelabfällen, können einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Beim Ausbau der Bioenergienutzung ist Vorsicht geboten: Manche Optionen können einen Beitrag zum Klimaschutz leisten, andere jedoch die THG-Emissionen sogar erhöhen, etwa wenn sie zu einer Entwaldung beitragen.“

Weitere Informationen:

http://www.ipcc.ch
http://www.aau.at/sec

MMag. Katharina Banfield | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Plastik stimuliert Bakterien im Meer
17.04.2018 | Universität Wien

nachricht Wälder beeinflussen den globalen Quecksilber-Kreislauf maßgeblich
13.04.2018 | Helmholtz-Zentrum Geesthacht - Zentrum für Material- und Küstenforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Software mit Grips

Ein computergestütztes Netzwerk zeigt, wie die Ionenkanäle in der Membran von Nervenzellen so verschiedenartige Fähigkeiten wie Kurzzeitgedächtnis und Hirnwellen steuern können

Nervenzellen, die auch dann aktiv sind, wenn der auslösende Reiz verstummt ist, sind die Grundlage für ein Kurzzeitgedächtnis. Durch rhythmisch aktive...

Im Focus: Der komplette Zellatlas und Stammbaum eines unsterblichen Plattwurms

Von einer einzigen Stammzelle zur Vielzahl hochdifferenzierter Körperzellen: Den vollständigen Stammbaum eines ausgewachsenen Organismus haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Berlin und München in „Science“ publiziert. Entscheidend war der kombinierte Einsatz von RNA- und computerbasierten Technologien.

Wie werden aus einheitlichen Stammzellen komplexe Körperzellen mit sehr unterschiedlichen Funktionen? Die Differenzierung von Stammzellen in verschiedenste...

Im Focus: Spider silk key to new bone-fixing composite

University of Connecticut researchers have created a biodegradable composite made of silk fibers that can be used to repair broken load-bearing bones without the complications sometimes presented by other materials.

Repairing major load-bearing bones such as those in the leg can be a long and uncomfortable process.

Im Focus: Verbesserte Stabilität von Kunststoff-Leuchtdioden

Polymer-Leuchtdioden (PLEDs) sind attraktiv für den Einsatz in großflächigen Displays und Lichtpanelen, aber ihre begrenzte Stabilität verhindert die Kommerzialisierung. Wissenschaftler aus dem Max-Planck-Institut für Polymerforschung (MPIP) in Mainz haben jetzt die Ursachen der Instabilität aufgedeckt.

Bildschirme und Smartphones, die gerollt und hochgeklappt werden können, sind Anwendungen, die in Zukunft durch die Entwicklung von polymerbasierten...

Im Focus: Writing and deleting magnets with lasers

Study published in the journal ACS Applied Materials & Interfaces is the outcome of an international effort that included teams from Dresden and Berlin in Germany, and the US.

Scientists at the Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) together with colleagues from the Helmholtz-Zentrum Berlin (HZB) and the University of Virginia...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Internationale Konferenz zur Digitalisierung

19.04.2018 | Veranstaltungen

124. Internistenkongress in Mannheim: Internisten rücken Altersmedizin in den Fokus

19.04.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Juni 2018

17.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Grösster Elektrolaster der Welt nimmt Arbeit auf

20.04.2018 | Interdisziplinäre Forschung

Bilder magnetischer Strukturen auf der Nano-Skala

20.04.2018 | Physik Astronomie

Kieler Forschende entschlüsseln neuen Baustein in der Entwicklung des globalen Klimas

20.04.2018 | Geowissenschaften

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics