Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue Ideen gegen die Ölpest

12.07.2010
Prof. Thomas Angeli vom Institut für Konstruktionswissenschaften und Technische Logistik an der Technischen Universität (TU) Wien denkt über Möglichkeiten nach, das Öl-Leck im Golf von Mexiko zu schließen.

Alle bisherigen Versuche die Ölpest im Golf von Mexiko einzudämmen, sind gescheitert. Noch immer sprudelt ein schwarzer, schlammiger Ölschwall aus dem Leck, das durch die Explosionskatastrophe am 20. April auf der Ölplattform Deepwater Horizon entstand. Im Kampf gegen die Ölpest sind neue Ideen gefragt.

Auch an der TU Wien macht man sich Gedanken darüber, wie man die Katastrophe nun abmildern könnte. Prof. Thomas Angeli vom Institut für Konstruktionswissenschaften und Technische Logistik denkt, dass mit einem speziell entwickelten Verschlusssystem Hoffnung bestünde, das Rohr abzudichten.

BP hat mittlerweile eine eigene Website eingerichtet, über die neue Vorschläge zur Schließung des Lecks eingeschickt werden können. Allerdings ist es für Technikerinnen und Techniker schwer, an neuen Lösungen zu arbeiten, wenn ihnen wichtige Daten, die man für die Konstruktion einer Verschließungvorrichtung braucht, nicht bekannt sind. „Wichtig wäre es, die genaue Druckdifferenz zwischen ausströmendem Öl und Meerwasser zu kennen“, meint Prof. Angeli. Auch die Temperatur des Öls kann er vorerst nur ungefähr abschätzen.

Kampf gegen die Strömung

„Um das Rohr abzudichten müsste man nach meiner Ansicht und meinem Informationsstand einen Schließmechanismus weit in das Rohr einbringen und das Rohr hunderte Meter unter dem Meeresboden verschließen“, erklärt Prof. Angeli. Das Hauptproblem dabei ist die enorme Strömung, gegen die man im Rohr ankämpfen muss. Die Vorrichtung darf der Strömung des Öls also keine zu große Angriffsfläche bieten. Prof. Angeli konstruierte daher einen ringförmigen Mechanismus, der das Öl weiterhin durchströmen lassen könnte, wenn er in das Rohr eingebracht wird. Erst wenn er an der gewünschten Position angekommen ist, wird die Öffnung mit einem Kugelschieber verschlossen. Das Verschließen müsste sehr langsam vor sich gehen, sonst besteht durch plötzliche Druckschwankungen die Gefahr, dass die Vorrichtung zerstört wird.

Warum so eine Idee – die sich schließlich nur aus einfachen, bereits vorhandenen Grundideen zusammensetzt – noch nicht ausprobiert wurde, kann Prof. Angeli nur schwer einschätzen. „Ich bin sicher, dass dort sehr helle Köpfe an der Lösung dieses Problems arbeiten“, meint er. „Aber manchmal denkt man eben nur in ganz bestimmten gewohnten Richtungen, und verliert dabei andere Lösungsmöglichkeiten aus dem Blickfeld.“ Seine Konstruktionsidee hat Prof. Angeli gemeinsam mit dem Forschungs- und Transfersupport der TU Wien jedenfalls an BP weitergeleitet. Klar ist jedenfalls, dass technologische Lösungen für das Problem gefunden werden müssen: Bis zu einem Versiegen der Ölquelle auf natürliche Weise könnten Jahre vergehen.

Rückfragehinweis:
Technische Universität Wien
Institut für Konstruktionswissenschaften und Technische Logistik
Prof. Dr. Thomas Angeli
Getreidemarkt 9, 1060 Wien
T: +43 (1) 58801 - 306 20
thomas.angeli@tuwien.ac.at
Aussender:
Technische Universität Wien
Büro für Öffentlichkeitsarbeit
Operngasse 11/5. Stock, 1040 Wien
Florian Aigner
T: +43 1 58801 41027
florian.aigner@tuwien.ac.at

Werner Sommer | idw
Weitere Informationen:
http://www.tuwien.ac.at
http://tuweb.tuwien.ac.at/index.php?id=10431

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Mit Urzeitalgen zu gesundem Wasser: Wirtschaftliches Verfahren zur Beseitigung von EDC im Abwasser
27.04.2017 | Technische Universität Bergakademie Freiberg

nachricht Plastik – nicht nur Müll
26.04.2017 | Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: TU Chemnitz präsentiert weltweit einzigartige Pilotanlage für nachhaltigen Leichtbau

Wickelprinzip umgekehrt: Orbitalwickeltechnologie soll neue Maßstäbe in der großserientauglichen Fertigung komplexer Strukturbauteile setzen

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bundesexzellenzclusters „Technologiefusion für multifunktionale Leichtbaustrukturen" (MERGE) und des Instituts für...

Im Focus: Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

58 europäische Industrie- und Forschungspartner aus 11 Ländern forschten unter der Leitung des VIRTUAL VEHICLE drei Jahre lang, um Europas führende Position im Bereich Embedded Systems und dem Internet of Things zu stärken. Die Ergebnisse von DEWI (Dependable Embedded Wireless Infrastructure) wurden heute in Graz präsentiert. Zu sehen war eine Fülle verschiedenster Anwendungen drahtloser Sensornetzwerke und drahtloser Kommunikation – von einer Forschungsrakete über Demonstratoren zur Gebäude-, Fahrzeug- oder Eisenbahntechnik bis hin zu einem voll vernetzten LKW.

Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction geklungen hätte, ist in seinem Ansatz bereits Wirklichkeit und wird in Zukunft selbstverständlicher Teil...

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationaler Tag der Immunologie - 29. April 2017

28.04.2017 | Veranstaltungen

Kampf gegen multiresistente Tuberkulose – InfectoGnostics trifft MYCO-NET²-Partner in Peru

28.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen

27.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Über zwei Millionen für bessere Bordnetze

28.04.2017 | Förderungen Preise

Symbiose-Bakterien: Vom blinden Passagier zum Leibwächter des Wollkäfers

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wie Pflanzen ihre Zucker leitenden Gewebe bilden

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie