Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue globale Karte zeigt die Funktionstüchtigkeit von Ökosystemen

20.11.2012
Eine neue Studie, die vom „Centre for Econics and Ecosystem Management“ an der Eberswalder Hochschule für nachhaltige Entwicklung (FH) erarbeitet und jetzt in der internationalen Fachzeitschrift „Ecological Complexity“ veröffentlicht wurde, geht der Frage nach, welche Gebiete auf den Kontinenten der Erde die beste “Funktionstüchtigkeit“ aufweisen.
Sie sind von zentraler Bedeutung für die Nachhaltigkeit der Biosphäre und sie sind auch die Gebiete, welche die meisten Dienstleistungen für den Menschen bereitstellen. Das Autorenteam hat entsprechende Indikatoren für die Funktionstüchtigkeit von Ökosystemen identifiziert, kombiniert und für alle Kontinente kartiert.

Ökosysteme nehmen Sonnenenergie auf und wandeln sie in für den Menschen wichtige Ökosystemdienstleistungen um. Sie stellen zum Beispiel Biomasse bereit, die als Nahrung, Konstruktionsmaterial oder Energieträger genutzt werden kann, aber sie regulieren auch das Klima und speichern Wasser. Für die Bereitstellung von Ökosystemdienstleistungen sind Grundfunktionen wie Photosynthese und die Aufrechterhaltung von Nährstoffkreisläufen von entscheidender Bedeutung. Ökologische Prozesse führen dazu, dass Energie auf der Erdoberfläche aufgenommen, umgewandelt und abgespeichert wird.

Manche Ökosysteme sind diesbezüglich effizienter als andere. Nach aktuellen Theorien und Befunden beruht dies u.a. darauf, dass diese funktionstüchtigen Ökosysteme eine größere Komplexität und Vielfalt aufweisen, wodurch Energie auf unterschiedlichen Wegen abgespeichert und weitergeleitet werden kann. Zudem ist der Gehalt lebender und toter Biomasse von besonderer Bedeutung.

Funktionstüchtige Ökosysteme sind auch widerstandsfähiger gegenüber Störungen wie starken Temperatur- und Niederschlagsschwankungen. Sie haben auch deshalb eine große Bedeutung für den Menschen, da sie die Anpassungsfähigkeit der Natur an Klimawandel regulieren.

In der Studie, die vom „Centre for Econics and Ecosystem Management“ an der Eberswalder Hochschule für nachhaltige Entwicklung (FH) erarbeitet und in der internationalen Fachzeitschrift „Ecological Complexity“ veröffentlicht wurde, geht es um die Frage, wo diese Gebiete liegen. Das Autorenteam, das von Lisa Freudenberger angeführt wurde, hat entsprechende Indikatoren für die Funktionstüchtigkeit von Ökosystemen identifiziert, kombiniert und für alle Kontinente kartiert.

Die höchsten Werte fanden die Autoren in vielen tropischen und subtropischen Regenwäldern wie dem Amazonasgebiet. Aber auch Regionen in den borealen und temperierten Zonen in Kanada, Russland und Skandinavien sind bedeutsam. Im globalen Naturschutz finden diese Gebiete aufgrund ihrer verhältnismäßig geringen Artenvielfalt gegenüber den Tropen häufig weniger Beachtung. „Global gesehen sind die von uns identifizierten Gebiete für die Bereitstellung von Ökosystemdienstleistungen am wichtigsten und verdienen einen besonderen Schutz.“ sagt Lisa Freudenberger. „Unsere Arbeit ist die Grundlage für eine neue Herangehensweise für die Festlegung von Naturschutzprioritäten“, ist Prof. Pierre Ibisch, Leiter der Forschungsgruppe, überzeugt.

Die Studie wurde im Rahmen des kooperativen Promotionsprogramms „Klimaplastischer Naturschutz“ der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (FH), der Universität Potsdam und dem Potsdam Institut für Klimafolgenforschung sowie der Nachwuchsforschergruppe „Regionale Anpassungsstrategie an den beschleunigten Klimawandel – Ökosystemare Dienstleistungen / Biodiversität“ angefertigt. Eine Förderung erfolgte durch das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds und des Landes Brandenburg.

Literaturangabe:
Freudenberger L, Hobson P R, Schluck M, Ibisch P L (2012): A global map of the functionality of terrestrial ecosystems. Ecological Complexity 12:13-22, Doi: 10.1016/j.ecocom.2012.08.002. (http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S1476945X12000669)

Kontakt und weitere Informationen:
Lisa Freudenberger
E-Mail: lisa.freudenberger@hnee.de
Prof. Dr. Pierre L. Ibisch
Tel: +49 – 3334 – 657 178 oder E-Mail: pierre.ibisch@hnee.de
http://www.hnee.de/ibisch - http://www.centreforeconics.org

Dortje Klatte | idw
Weitere Informationen:
http://www.centreforeconics.org
http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S1476945X12000669

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Müll in den Weltmeeren überall präsent: 1220 Arten betroffen
23.03.2017 | Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung

nachricht Internationales Netzwerk bündelt experimentelle Forschung in europäischen Gewässern
21.03.2017 | Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise