Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue Bioindikatoren und Messverfahren für das Grundwasser

04.08.2015

Wissenschaftler des Instituts für Grundwasserökologie (IGOE) am Helmholtz Zentrum München koordinieren das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit mehr als 2 Millionen Euro geförderte Verbundprojekt GroundCare. Die Laufzeit des Projekts beträgt drei Jahre. Ziel ist es, neue ökologische Indikatoren zu finden und Methoden zu entwickeln, um die Grundwasserqualität zu bewerten und Ökosystemdienstleistungen nachhaltig zu nutzen.

Nachhaltiges Ressourcen-Management ist die Basis für einen verantwortungsvollen Umgang mit Grundwasser – stellt dieses doch die wichtigste Quelle für Trinkwasser dar. Derzeit fehlen jedoch standardisierte Indikatoren und Methoden zur Bewertung der ökologischen Funktionsfähigkeit und Stresstoleranz von Grundwasserökosystemen.


Quelle: Fotolia / robert

Helmholtz Zentrum München - Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt

Auch grundwasser-spezifische Ökotoxverfahren gibt es bis dato nicht. „Solche Methoden sind absolut nötig, um das Ökosystem Grundwasser an seinem jeweiligen Standort optimal bewirtschaften und schützen zu können“, erklärt Dr. Christian Griebler. Er ist der Koordinator des ReWaM-Projektes „Parametrisierung und Quantifizierung von Grundwasser-Ökosystem-Dienstleistungen als Grundlage für eine nachhaltige Bewirtschaftung (GroundCare)“ und Kommissarischer Direktor des IGOE

. „In unserem Projekt versuchen wir, für die wasserwirtschaftliche Praxis geeignete Indikatoren zu identifizieren und zu standardisieren. Wir hoffen so, durch kostengünstige und zeitsparende Methoden den Zustand unseres Grundwassers in Zukunft besser überwachen zu können“.

Leitfaden für Umweltbehörden

Grundwasser ist sowohl durch zunehmende Einträge von Schadstoffen und Krankheitserregern als auch durch Extremwetterereignisse in seiner Qualität vielerorts gefährdet oder bereits beeinträchtigt. Für den langfristigen Schutz und die Verfügbarkeit von sauberem Grundwasser ist es daher von zentraler Bedeutung, neue Konzepte zur Beurteilung der Belastbarkeit und des Selbstreinigungsvermögens zur Anwendungsreife zu bringen.

Für eine nachhaltige Bewirtschaftung sowie den Ökosystemschutz sind zudem Verfahren zur grundwasserspezifischen Stoffbewertung unter Nutzungsaspekten und aus ökotoxikologischer Sicht erforderlich. „Da diese derzeit nicht existieren“, so Griebler, „sollten die Erkenntnislücken unbedingt geschlossen werden“. Die gewonnenen Empfehlungen können den Umweltbehörden und der Wasserwirtschaft anschließend als Leitfäden für ein möglichst nachhaltiges und ökonomisches Grundwassermanagement dienen.

Weitere Informationen

Das Helmholtz Zentrum München verfolgt als Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt das Ziel, personalisierte Medizin für die Diagnose, Therapie und Prävention weit verbreiteter Volkskrankheiten wie Diabetes mellitus und Lungenerkrankungen zu entwickeln. Dafür untersucht es das Zusammenwirken von Genetik, Umweltfaktoren und Lebensstil. Der Hauptsitz des Zentrums liegt in Neuherberg im Norden Münchens. Das Helmholtz Zentrum München beschäftigt rund 2.300 Mitarbeiter und ist Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft, der 18 naturwissenschaftlich-technische und medizinisch-biologische Forschungszentren mit rund 37.000 Beschäftigten angehören. http://www.helmholtz-muenchen.de/

DasVerbundprojekt GroundCare ist Teil der BMBF-Fördermaßnahme „Regionales Wasser-Ressourcen-Management für den nachhaltigen Gewässerschutz in Deutschland (ReWaM)“ im Förderschwerpunkt „Nachhaltiges Wassermanagement (NaWaM)“. Das in interdisziplinärer Zusammenarbeit von verschiedenen wissenschaftlichen Institutionen und Praxispartnern durchgeführte Projekt startete am 1. Juni 2015 und läuft bis zum 31. Mai 2018. Ziel von ReWaM ist die Erforschung, Erprobung und Etablierung neuer Ansätze in der Wasserwirtschaft.http://www.helmholtz-muenchen.de/igoe/forschung/drittmittelprojekte/groundcare/i...

An dem Projekt sind beteiligt:

• Bayerisches Landesamt für Umwelt (LfU), Augsburg
• Technologiezentrum Wasser (DVGW-TZW ), Karlsruhe
• Technische Universität Hamburg Harburg (DVGW-TUHH)
• Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU)
• Boden und Grundwasserlabor GmbH (BGD), Dresden
• GELSENWASSER AG, Gelsenkirchen
• Institut für Grundwasserökologie GmbH, Landau
• Limco International GmbH (LimCo), Konstanz
• Westfälische Wasser- und Umweltanalytik, Gelsenkirchen
• Umweltforschungszentrum, Leipzig
• Universität Koblenz Landau, Landau
• Institut für Wasserforschung GmbH, Schwerte
• Trinkwasserversorger in Augsburg, Berlin, Dresden, Karlsruhe, Hannover und Würzburg

Weitere Informationen:

http://www.helmholtz-muenchen.de/aktuelles/uebersicht/pressemitteilungnews/artic...

Susanne Eichacker | Helmholtz Zentrum München - Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt
Weitere Informationen:
http://www.helmholtz-muenchen.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Online-Karten: Schweinswale und Seevögel in Nord- und Ostsee
15.12.2017 | Bundesamt für Naturschutz

nachricht Wie Brände die Tundra langfristig verändern
12.12.2017 | Gesellschaft für Ökologie e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Immunsystem - Blutplättchen können mehr als bislang bekannt

LMU-Mediziner zeigen eine wichtige Funktion von Blutplättchen auf: Sie bewegen sich aktiv und interagieren mit Erregern.

Die aktive Rolle von Blutplättchen bei der Immunabwehr wurde bislang unterschätzt: Sie übernehmen mehr Funktionen als bekannt war. Das zeigt eine Studie von...

Im Focus: First-of-its-kind chemical oscillator offers new level of molecular control

DNA molecules that follow specific instructions could offer more precise molecular control of synthetic chemical systems, a discovery that opens the door for engineers to create molecular machines with new and complex behaviors.

Researchers have created chemical amplifiers and a chemical oscillator using a systematic method that has the potential to embed sophisticated circuit...

Im Focus: Nanostrukturen steuern Wärmetransport: Bayreuther Forscher entdecken Verfahren zur Wärmeregulierung

Der Forschergruppe von Prof. Dr. Markus Retsch an der Universität Bayreuth ist es erstmals gelungen, die von der Temperatur abhängige Wärmeleitfähigkeit mit Hilfe von polymeren Materialien präzise zu steuern. In der Zeitschrift Science Advances werden diese fortschrittlichen, zunächst für Laboruntersuchungen hergestellten Funktionsmaterialien beschrieben. Die hiermit gewonnenen Erkenntnisse sind von großer Relevanz für die Entwicklung neuer Konzepte zur Wärmedämmung.

Von Schmetterlingsflügeln zu neuen Funktionsmaterialien

Im Focus: Lange Speicherung photonischer Quantenbits für globale Teleportation

Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik erreichen mit neuer Speichertechnik für photonische Quantenbits Kohärenzzeiten, welche die weltweite...

Im Focus: Long-lived storage of a photonic qubit for worldwide teleportation

MPQ scientists achieve long storage times for photonic quantum bits which break the lower bound for direct teleportation in a global quantum network.

Concerning the development of quantum memories for the realization of global quantum networks, scientists of the Quantum Dynamics Division led by Professor...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Call for Contributions: Tagung „Lehren und Lernen mit digitalen Medien“

15.12.2017 | Veranstaltungen

Die Stadt der Zukunft nachhaltig(er) gestalten: inter 3 stellt Projekte auf Konferenz vor

15.12.2017 | Veranstaltungen

Mit allen Sinnen! - Sensoren im Automobil

14.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Weltrekord: Jülicher Forscher simulieren Quantencomputer mit 46 Qubits

15.12.2017 | Informationstechnologie

Wackelpudding mit Gedächtnis – Verlaufsvorhersage für handelsübliche Lacke

15.12.2017 | Verfahrenstechnologie

Forscher vereinfachen Installation und Programmierung von Robotersystemen

15.12.2017 | Energie und Elektrotechnik