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Naturverträgliche Restaurierung historischer Gebäude konserviert besser

13.10.2008
Leitfaden eines Projektes unterschiedlicher Fachleute erschienen
Natürliche Patina wirkt wasserabweisend und erhält die Oberfläche

Naturverträgliche Restaurierung von Burgen, Schlössern, Burg- und Stadtmauern fördert nicht nur deren Biodiversität, sondern es werden vielmehr durch den Oberflächenbewuchs auch die Materialeigenschaften der benutzten Natursteine besser konserviert, als bei intensiver Behandlung.

Lediglich Bäume und Sträucher sollten ab einem gewissen Alter entfernt werden. Das geht aus einem Leitfaden zur naturverträglichen Restaurierung von historisch bedeutsamem Mauerwerk aus Sand- und Kalkstein hervor, den kürzlich eine Projektgruppe unter der Leitung von Professor Dr. Carl Beierkuhnlein (Lehrstuhl Biogeografie) vorgelegt hat.

Der Leitfaden ist ein Resultat eines von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt und der Oberfrankenstiftung geförderten Projektes, an dem neben dem Lehrstuhl von Professor Dr. Carl Beierkuhnlein auch der des Bayreuther Tierökologen Professor Dr. Konrad Dettner, die Universität Bamberg, das Labor Drewello (Materialwissenschaften), die Ökologische Bildungsstätte Oberfranken – Naturschutzzentrum Mitwitz sowie mehrere Experten verschiedener Gutachterbüros beteiligt waren.

In dem Projekt konnten in bislang einmaliger Weise sehr unterschiedliche Fachdisziplinen zusammen geführt werden und neben spezifisch biologischen Untersuchungen (z.B. Moose, Algen, Flechten, Höhere Pflanzen, Ameisen, Wildbienen, Spinnentiere, Mollusken) vor allem materialwissenschaftliche und denkmalschützerische Experten einbezogen werden.

Man fand heraus, dass die sich einstellende natürliche Patina wasserabweisend wirkt und die Oberfläche erhält. Chemische und mechanische Behandlung sorgen zwar für wenige Jahre für eine einheitlich wirkende Oberfläche, sind aber immerhin mit Materialverlusten verbunden. Auch ist ihre Wirkung lang anhaltend, da die Flechten und Algen im Gestein nicht vollständig entfernt werden können. Werden offene Fugen durch Mörtel verschlossen, führt dies außerdem zu Wasserstau und zu Feuchteschäden.

Professor Beierkuhnlein: „Wir konnten folglich zeigen, dass unter Berücksichtigung verschiedener Aspekte eine naturverträgliche Sanierung historischer Gebäude nicht nur wesentlich billiger ist, sondern auch die Gebäude und das Kulturerbe besser erhält. Die Artenvielfalt zusätzlich gefördert“.

Kontakt
und weitere Informationen:
Prof. Dr. Carl Beierkuhnlein
Lehrstuhl Biogeografie
Telefon: 0921/55-2270
E-Mail: carl.beierkuhnlein@uni-bayreuth.de

Kerstin Wodal | Universität Bayreuth
Weitere Informationen:
http://www.uni-bayreuth.de/presse/index.html

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