Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Nachhaltig nutzen, dauerhaft schützen

08.11.2011
Forstpolitikwissenschaftler der Universität Freiburg untersuchen die Landnutzungspolitik europäischer Waldökosysteme

Das Institut für Forst- und Umweltpolitik der Universität Freiburg (IFP) um Prof. Dr. Karl-Reinhard Volz und Dr. Metodi Sotirov ist wissenschaftlicher Koordinator eines neuen Forschungsverbunds zur Landnutzungspolitik europäischer Waldökosysteme.

Der Verbund mit dem Namen INTEGRAL (Future-oriented integrated management of European forest landscapes) wird aus dem siebten Forschungsrahmenprogramm der Europäischen Union mit sieben Millionen Euro gefördert. Das Finanzvolumen des Freiburger Teilprojekts beträgt 855.000 Euro. Das Projekt ist am 1. November 2011 gestartet und läuft über vier Jahre. Die administrative Koordination liegt bei der Schwedischen Landwirtschaftsuniversität (SLU).

Hauptziel des Projekts ist es, die Unterschiede zwischen waldrelevanten Landnutzungspolitiken und Landnutzungspraktiken in Europa zu reduzieren sowie gesellschaftliche Konflikte zu untersuchen. Diese Konflikte, die aus konkurrierenden Ansprüchen an die Produkte und Dienstleistungen der Waldökosysteme entstehen, sollen im Kontext des aktuellen sozio-ökologischen Wandels erklärt und entschärft werden. Gegenstand der Forschung sind damit politische, sozioökonomische, ökologische und technische Aspekte des Managements europäischer Waldlandschaften im Sinne einer nachhaltigen Nutzung und eines dauerhaften Schutzes der Waldökosysteme. Methodisch will das Projekt einen neuen Ansatz für die Gestaltung politischer Prozesse zur Steuerung von Ansprüchen an die Waldnutzung entwickeln. Dazu wird es quantitative Vorhersagen und Modellierungen von Entscheidungshilfen mit qualitativer Politikanalyse und explorativer Zukunftsforschung verbinden.

Neben der wissenschaftlichen Gesamtkoordination leitet das IFP im Projekt das Arbeitsfeld „Politikfeldanalyse und Zukunftsforschung“. Dort geht es zunächst darum, gesellschaftliche Schlüsselfaktoren wie Politik, Ökonomie oder Demographie zu identifizieren und ihre Wirkung auf die Waldbewirtschaftung zu analysieren. Darauf aufbauend entwickeln die Forscherinnen und Forscher qualitative Zukunftsszenarien, wobei Anspruchsgruppen wie Waldeigentümer und Waldnutzer, Naturschützer, Entscheidungsträger und Wissenschaftler beteiligt werden. Im dritten Schritt formulieren sie Handlungsempfehlungen für die Europäische Union und ihre Regionen. Politikinstrumente wie finanzielle Förderung, Informationen oder Verbote sollen so eingesetzt werden, dass sie eine ausgewogene Nutzung von Waldökosystemen anleiten können.

Die Forscher werden mit einem gemeinsamen Untersuchungsrahmen und speziellen Forschungsfragen 20 Fallstudien in zehn europäischen Ländern analysieren und vergleichen. Die Studien spiegeln regional unterschiedliche, aber dennoch typische ökologische, sozioökonomische, politische und technische Verhältnisse innerhalb Europas wider. Partner der Universität Freiburg und der SLU sind Forschergruppen aus Bulgarien, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Irland, Italien, Litauen, den Niederlanden, Österreich, Portugal, Schweden und der Slowakei sowie drei Dachverbände von Interessengruppen zu den Themen Waldnutzung und Waldschutz.

Kontakt:

Dr. Metodi Sotirov
Institut für Forst- und Umweltpolitik
Universität Freiburg
Tel.: 0761/203-3719
Fax: 0761/203-3705
E-Mail: metodi.sotirov@ifp.uni-freiburg.de

Rudolf-Werner Dreier | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-freiburg.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Frühwarnsignale für Seen halten nicht, was sie versprechen
05.12.2016 | Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB)

nachricht Besserer Schutz vor invasiven Arten
15.11.2016 | Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Elektronenautobahn im Kristall

Physiker der Universität Würzburg haben an einer bestimmten Form topologischer Isolatoren eine überraschende Entdeckung gemacht. Die Erklärung für den Effekt findet sich in der Struktur der verwendeten Materialien. Ihre Arbeit haben die Forscher jetzt in Science veröffentlicht.

Sie sind das derzeit „heißeste Eisen“ der Physik, wie die Neue Zürcher Zeitung schreibt: topologische Isolatoren. Ihre Bedeutung wurde erst vor wenigen Wochen...

Im Focus: Electron highway inside crystal

Physicists of the University of Würzburg have made an astonishing discovery in a specific type of topological insulators. The effect is due to the structure of the materials used. The researchers have now published their work in the journal Science.

Topological insulators are currently the hot topic in physics according to the newspaper Neue Zürcher Zeitung. Only a few weeks ago, their importance was...

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochgenaue Versuchsstände für dynamisch belastete Komponenten – Workshop zeigt Potenzial auf

09.12.2016 | Seminare Workshops

Ein Nano-Kreisverkehr für Licht

09.12.2016 | Physik Astronomie

Pflanzlicher Wirkstoff lässt Wimpern wachsen

09.12.2016 | Biowissenschaften Chemie