Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

NABU: Containerschiffe müssen endlich sauber werden - Bessere Abgasbilanz für wenige Cent möglich

24.03.2014

Der NABU hat am heutigen Montag aktuelle Berechnungen vorgestellt, wonach der Warenverkehr auf See schnell und ohne spürbare Konsequenzen für die Wirtschaft und die Konsumenten umweltfreundlicher werden kann.

Würden Containerschiffe künftig mit wirksamer Abgastechnik fahren und auf sauberen Treibstoff umstellen, hätte dies bei Konsumartikeln lediglich Teuerungen im Promillebereich zur Folge. Der Preis eines Paars Schuhe würde so gerade einmal um 3 Cent steigen, der eines Druckers um 20 Cent und der eines T-Shirts sogar nur um 0,2 Eurocent.


Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat im vergangenen Jahr Rußpartikel als genauso Krebs erregend eingestuft wie Asbest.

"Containerschiffe gelten aufgrund ihres hohen Ladevolumens als äußerst effizient. Dass sie deswegen aber auch umweltfreundlich wären, ist ein Mythos", so NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller.

Die meisten der derzeit eingesetzten Frachter verkehren gänzlich ohne Abgastechnik und verbrennen statt Schiffsdiesel hochgiftiges Schweröl. Die dadurch entstehenden Luftschadstoffe, wie Rußpartikel, Stickoxide und Schwefeldioxid, gefährden die Gesundheit von Menschen, selbst in Hunderten Kilometern Entfernung zur Küste.

"Containerschiffe sind in Sachen Luftverschmutzung das klimaschädlichste Transportmittel überhaupt. Pro beförderter Tonne stößt ein Containerschiff mindestens 50-mal so viel Schwefeldioxid aus wie ein moderner Lkw", so Miller.

Der NABU fordert daher von allen Reedern, endlich effektive Abgasnachbehandlung in alle Schiffe einzubauen und auf Treibstoff mit einem Schwefelgehalt von höchstens 0,005 Prozent umzustellen.

Unternehmen, die ihre Waren mit Hochseeschiffen transportieren, müssen nach Ansicht des NABU die Mehrkosten mittragen. Da diese im Promillebereich des Verkaufspreises liegen, sei kaum mit einem Konsumrückgang oder massiven ökonomischen Verlusten zu rechnen.

Volkswirtschaftlich rechne sich die Nachrüstung ohnehin. Denn allein durch die Verbesserung der Luftqualität ließen sich Schäden in Milliardenhöhe vermeiden.

Erheblichen Nachholbedarf in Sachen Umweltschutz bei Schiffen sieht auch der international anerkannte Verkehrsexperte Dr. Axel Friedrich. Er ist überzeugt, dass die Technologien zur Abgasnachbehandlung und sauberer Treibstoff ausreichend vorhanden sind. "An Land werden Partikelfilter und Stickoxid-Katalysatoren seit Jahren standardmäßig bei Pkw und Lkw eingesetzt. Für die Seeschifffahrt gibt es nun keine Ausreden mehr. Der ökologische Fußabdruck der Schiffe und der transportierten Produkte kann und muss schnell verbessert werden", so Friedrich. Zusätzlich müsse auch die Maritime Organisation der Vereinten Nationen (IMO) endlich handeln und weltweit Grenzwerte für Feinstaub und Ruß festlegen sowie entsprechende Emissionskontrollgebiete ausweisen.

Der Anteil der Schifffahrt an der lokalen Schadstoffbelastung ist enorm: Allein den Hamburger Hafen laufen jedes Jahr rund 10.000 Schiffe an. Diese verursachen nach Angaben des Hamburger Senats 38 Prozent der Stickoxid- und 17 Prozent der Feinstaubemissionen in der Hansestadt. "Gerade weil der Hafen mitten in der Stadt liegt, sind die Verantwortlichen in Politik und Verwaltung in der Pflicht, die Anwohner vor den Gesundheitsrisiken durch Schiffsemissionen zu schützen. Das passiert bisher nur unzureichend. Wir fordern ein Ende des Verschmutzungsprivilegs für Hochseeschiffe", so Malte Siegert, Umweltexperte des NABU-Landesverbands Hamburg.

Die Emissionen der internationalen Schifffahrt sind nach wissenschaftlichen Untersuchungen für über 50.000 vorzeitige Todesfälle allein in Europa verantwortlich. Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat im vergangenen Jahr Rußpartikel als genauso Krebs erregend eingestuft wie Asbest. 

Das Hintergrundpapier mit allen Berechnungen für die konkreten Produkte finden Sie unter www.NABU.de/containerschiffe. Dort finden Sie auch weitere Hintergrundinformationen zum Thema Luftverschmutzung durch Hochseeschiffe. 

 Pressefotos und Footage-Material von rußenden Containerschiffen

unter: www.NABU.de/presse/fotos bzw. www.NABU.de/presse/filmmaterial

 Im Internet zu finden unter www.NABU.de/containerschiffe

Pressekontakt:

Dietmar Oeliger, Leiter Verkehrspolitik NABU-Bundesverband, Dietmar.Oeliger@NABU.de, Tel. 030-284984-1625, mobil: 0172-9201823 

Malte Siegert, Leiter Umweltpolitik NABU-Landesverband Hamburg, siegert@NABU-Hamburg.de, Tel. 040-697089-15, mobil: 0173-9373241 

Dr. Axel Friedrich, Internationaler Verkehrsexperte, Axel.friedrich.berlin@gmail.com, mobil: 0152-29483857

Dietmar Oeliger | NABU

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Plastik stimuliert Bakterien im Meer
17.04.2018 | Universität Wien

nachricht Wälder beeinflussen den globalen Quecksilber-Kreislauf maßgeblich
13.04.2018 | Helmholtz-Zentrum Geesthacht - Zentrum für Material- und Küstenforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Verbesserte Stabilität von Kunststoff-Leuchtdioden

Polymer-Leuchtdioden (PLEDs) sind attraktiv für den Einsatz in großflächigen Displays und Lichtpanelen, aber ihre begrenzte Stabilität verhindert die Kommerzialisierung. Wissenschaftler aus dem Max-Planck-Institut für Polymerforschung (MPIP) in Mainz haben jetzt die Ursachen der Instabilität aufgedeckt.

Bildschirme und Smartphones, die gerollt und hochgeklappt werden können, sind Anwendungen, die in Zukunft durch die Entwicklung von polymerbasierten...

Im Focus: Writing and deleting magnets with lasers

Study published in the journal ACS Applied Materials & Interfaces is the outcome of an international effort that included teams from Dresden and Berlin in Germany, and the US.

Scientists at the Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) together with colleagues from the Helmholtz-Zentrum Berlin (HZB) and the University of Virginia...

Im Focus: Gammastrahlungsblitze aus Plasmafäden

Neuartige hocheffiziente und brillante Quelle für Gammastrahlung: Anhand von Modellrechnungen haben Physiker des Heidelberger MPI für Kernphysik eine neue Methode für eine effiziente und brillante Gammastrahlungsquelle vorgeschlagen. Ein gigantischer Gammastrahlungsblitz wird hier durch die Wechselwirkung eines dichten ultra-relativistischen Elektronenstrahls mit einem dünnen leitenden Festkörper erzeugt. Die reichliche Produktion energetischer Gammastrahlen beruht auf der Aufspaltung des Elektronenstrahls in einzelne Filamente, während dieser den Festkörper durchquert. Die erreichbare Energie und Intensität der Gammastrahlung eröffnet neue und fundamentale Experimente in der Kernphysik.

Die typische Wellenlänge des Lichtes, die mit einem Objekt des Mikrokosmos wechselwirkt, ist umso kürzer, je kleiner dieses Objekt ist. Für Atome reicht dies...

Im Focus: Gamma-ray flashes from plasma filaments

Novel highly efficient and brilliant gamma-ray source: Based on model calculations, physicists of the Max PIanck Institute for Nuclear Physics in Heidelberg propose a novel method for an efficient high-brilliance gamma-ray source. A giant collimated gamma-ray pulse is generated from the interaction of a dense ultra-relativistic electron beam with a thin solid conductor. Energetic gamma-rays are copiously produced as the electron beam splits into filaments while propagating across the conductor. The resulting gamma-ray energy and flux enable novel experiments in nuclear and fundamental physics.

The typical wavelength of light interacting with an object of the microcosm scales with the size of this object. For atoms, this ranges from visible light to...

Im Focus: Wie schwingt ein Molekül, wenn es berührt wird?

Physiker aus Regensburg, Kanazawa und Kalmar untersuchen Einfluss eines äußeren Kraftfeldes

Physiker der Universität Regensburg (Deutschland), der Kanazawa University (Japan) und der Linnaeus University in Kalmar (Schweden) haben den Einfluss eines...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Internationale Konferenz zur Digitalisierung

19.04.2018 | Veranstaltungen

124. Internistenkongress in Mannheim: Internisten rücken Altersmedizin in den Fokus

19.04.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Juni 2018

17.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Nachhaltige und innovative Lösungen

19.04.2018 | HANNOVER MESSE

Internationale Konferenz zur Digitalisierung

19.04.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Auf dem Weg zur optischen Kernuhr

19.04.2018 | Physik Astronomie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics