Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Moore sind die billigsten CO2-Speicher

06.12.2010
Viermal mehr Emissionen als der Flugverkehr durch trockene Moore

Die billigste Form, große Anteile der CO2-Emissionen eines Landes zu reduzieren, ist der Schutz von Wäldern und Mooren. Eine verloren gegangene Moorlandschaft verwandelt sich zu einer Quelle von extremen CO2-Ausstößen.

In welchem Ausmaß das in Österreich geschieht, zeigt eine gemeinsame Studie der österreichischen Bundesforste, des Umweltbundesamtes und des WWF.

Moore bedecken nur drei Prozent der Erdoberfläche, speichern jedoch fast ein Drittel des erdgebundenen Kohlenstoffs. Ihr Schutz gehört daher zu den wichtigstenen Themen des Waldschutz-Abkommens REDD+ bei der Klimaschutzkonferenz in Cancun.

Natürlicher Treibhausgas-Senker

Moore wandeln CO2 aus der Atmosphäre in langlebigen Torf um. Sie sind dadurch die besten natürlichen Kohlenstoffspeicher und binden pro Hektar viermal mehr CO2 als die Tropenwälder. Um ihre Speicherfunktion erfüllen zu können, benötigen sie ganzjährig einen hohen Wasserstand.

Sinkt der Grundwasserstand und gelangt Sauerstoff an den im Torf gespeicherten Kohlenstoff, so entweicht dabei CO2. Das geschieht einerseits durch die mit dem Klimawandel abnehmenden Niederschläge und längere Trockenperioden, jedoch auch durch die Trockenlegung der Flächen für Nutzung in der Land- und Forstwirtschaft.

Höhere Belastung als der Flugverkehr

Moorgebiete werden somit durch menschliches Einwirken zu einer bedeutenden Quelle für Treibhausgase. Obwohl Moore nur 0,25 Prozent der Landfläche Österreichs bedecken, würde das Freikommen ihrer gesamten Kohlenstoffvorräte dem vierfachen jährlichen CO2-Ausstoß des Landes entsprechen, zeigt die aktuelle Studie. Schon heute verursacht die Moornutzung zudem viermal mehr Emissionen als der nationale Flugverkehr, nämlich 300.000 Tonnen CO2 pro Jahr.

Deutsche Studien zeigen ein ähnliches Bild. Ein Drittel der bundesweiten Agraremissionen von Treibhausgasen sowie vier Prozent der gesamtdeutschen Treibhausgasproduktion gehen auf die Kappe der Moornutzung (pressetext berichtete: http://pressetext.com/news/081113029/).

Rückführung zahlt sich aus

"Laut den Modellrechnungen trocknen 85 Prozent unserer Hochmoore bis 2050 aus, wenn das Temperaturmittel um 2,3 Grad steigt", berichtet Franz Essl vom Umweltbundesamt. Moorschutz ist somit das Gebot der Stunde. "Ein Hektar geschütztes Moor spart jährlich neun Tonnen CO2. Das ist so viel, wie jeder Mensch hierzulande durchschnittlich pro Jahr verursacht", so WWF-Sprecher Michael Zika.

Technisch ist der Schutz günstig und geschieht etwa durch die Errichtung von Holzdämmen, die den Wasserhaushalt wiederherstellen. Bei bereits als Ackerland genutzten Moorflächen ist die Umstellung auf Forst- oder Gründlandnutzung sinnvoll. Profitieren würde nicht nur das Klima, sondern auch der Hochwasserschutz und die Artenvielfalt, so die Experten.

Download der Studie unter http://www.oebf.at/index.php?id=720

Johannes Pernsteiner | pressetext.redaktion
Weitere Informationen:
http://www.oebf.at
http://umweltbundesamt.at
http://wwf.at

Weitere Berichte zu: CO2 CO2-Speicher Emission Flugverkehr Kohlenstoff Moornutzung Torf Treibhausgas Umweltbundesamt

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Mehr wärmeliebende Tiere und Pflanzen durch Klimawandel
20.02.2017 | Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseen

nachricht Gebietsfremde Arten weltweit auf dem Vormarsch
15.02.2017 | Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Im Focus: Innovative Antikörper für die Tumortherapie

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig von diesen teuren Medikamenten profitieren, wird intensiv an deren Verbesserung gearbeitet. Forschern um Prof. Thomas Valerius an der Christian Albrechts Universität Kiel gelang es nun, innovative Antikörper mit verbesserter Wirkung zu entwickeln.

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig...

Im Focus: Durchbruch mit einer Kette aus Goldatomen

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des Wärmetransportes

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des...

Im Focus: Breakthrough with a chain of gold atoms

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

Im Focus: Hoch wirksamer Malaria-Impfstoff erfolgreich getestet

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Der Lkw der Zukunft kommt ohne Fahrer aus

21.02.2017 | Veranstaltungen

Physikerinnen und Physiker diskutieren in Bremen über aktuelle Grenzen der Physik

21.02.2017 | Veranstaltungen

Kniffe mit Wirkung in der Biotechnik

21.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rittal vereinbart mit den Betriebsräten Sozialpläne

21.02.2017 | Unternehmensmeldung

Der Lkw der Zukunft kommt ohne Fahrer aus

21.02.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Zur Sprache gebracht: Und das intelligente Haus „hört zu“

21.02.2017 | Messenachrichten