Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Molekül "Lignin" für umweltfreundlicheren Asphalt

23.03.2015

Pflanzliche Alternative für Asphaltbindemittel ist erneuerbare Ressource

Bald könnte es eine umweltfreundliche Alternative zum derzeitigen Asphaltbau geben. Wenn es nach einigen Forschern geht, soll im Straßenbau oder im Bau von Dächern ein Pflanzenmolekül namens Lignin zur Anwendung kommen, dass die gleichen Eigenschaften mitbringt wie das derzeit verwendete Bindemittel, das aus Öl gewonnen wird.


Baum: Besteht zu einem Drittel aus Lignin

Foto:pixelio.de/9ekieram1

Bitumen soll reduziert werden

Bitumen heißt die klebrige Substanz, die derzeit bei der Herstellung von Asphalt zum Einsatz kommt. Bekannterweise ist Öl weder eine erneuerbare Ressource noch sehr umweltverträglich. Noch dazu ist das Öl auf den Märkten großen Preisschwankungen ausgesetzt, was es manchmal schwierig macht, das Erdpech in guter Qualität zu bekommen.

"Das hat Hersteller auf der ganzen Welt dazu bewogen, nach Alternativen Ausschau zu halten", meint Ted Slaghek, Forscher in der niederländischen Non-Profit-Organisation TNO https://tno.nl/en/ . "Langfristig müssen wir uns in Richtung erneuerbarer Energie bewegen."

Das von den Forschern als Ersatz für das Bitumen vorgeschlagene Lignin zum Beispiel ist eine erneuerbare Ressource, die ein Drittel des trockenen Materials eines Baumes ausmacht. Das Molekül ist wesentlich für die Festigkeit von pflanzlichen Geweben von Bedeutung. Lignin ist neben der Cellulose die häufigste organische Verbindung der Erde.

Die Gesamtproduktion der Lignine wird auf etwa 20 Milliarden Tonnen pro Jahr geschätzt. Nicht nur deshalb ist es billiges Material, sondern auch, weil es ein Abfallprodukt bei der Papierproduktion darstellt. 50 Millionen Tonnen werden jährlich als Abfall produziert. Heute wird dieses Nebenerzeugnis als Brennstoff für die Papierindustrie verwendet.

Lignin-Bitumen-Mischung als Erfolgsrezept

Lignin teilt viele Eigenschaften mit dem Bitumen und könnte daher einen umweltfreundlichen Zusatz darstellen und die Menge des verwendeten Erdpechs bei Konstruktionsarbeiten drastisch reduzieren. Die Schwierigkeit liegt darin, dass Lignin nicht einfach zum Öl beigemengt werden kann. Der Beifügungsprozess muss auf einer molekularen Basis erfolgen.

Slaghek hat mit seinem Team bereits eine Vielzahl von Lignin-Bitumen-Mischungen hergestellt, die den Asphalt resistenter gegen warmes Wetter machen sowie die Lebenszeit von Straßen um einige Jahre erhöhen.

"Auf der anderen Seite gibt es die Gefahr bei herkömmlich asphaltierten Straßen in kühlen Gefilden, das Bitumen zu hart und brüchig wird, und sich Steine und Schotter daraus lockern und Autos beschädigen können", so Slaghek. Die Forscher haben daher auch eine Mischung entwickelt, die das Bitumen klebriger macht, um auch bei kühlen Temperaturen gute Straßenqualität zu gewährleisten.

Christian Sec | pressetext.redaktion

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Hochmodernes Forschungsflugzeug fliegt zurzeit über Europa
17.07.2017 | Universität Bremen

nachricht Baumgrenze wird nicht allein durch das Klima bestimmt
03.07.2017 | Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Einblicke unter die Oberfläche des Mars

Die Region erstreckt sich über gut 1000 Kilometer entlang des Äquators des Mars. Sie heißt Medusae Fossae Formation und über ihren Ursprung ist bislang wenig bekannt. Der Geologe Prof. Dr. Angelo Pio Rossi von der Jacobs University hat gemeinsam mit Dr. Roberto Orosei vom Nationalen Italienischen Institut für Astrophysik in Bologna und weiteren Wissenschaftlern einen Teilbereich dieses Gebietes, genannt Lucus Planum, näher unter die Lupe genommen – mithilfe von Radarfernerkundung.

Wie bei einem Röntgenbild dringen die Strahlen einige Kilometer tief in die Oberfläche des Planeten ein und liefern Informationen über die Struktur, die...

Im Focus: Molekulares Lego

Sie können ihre Farbe wechseln, ihren Spin verändern oder von fest zu flüssig wechseln: Eine bestimmte Klasse von Polymeren besitzt faszinierende Eigenschaften. Wie sie das schaffen, haben Forscher der Uni Würzburg untersucht.

Bei dieser Arbeit handele es sich um ein „Hot Paper“, das interessante und wichtige Aspekte einer neuen Polymerklasse behandelt, die aufgrund ihrer Vielfalt an...

Im Focus: Das Universum in einem Kristall

Dresdener Forscher haben in Zusammenarbeit mit einem internationalen Forscherteam einen unerwarteten experimentellen Zugang zu einem Problem der Allgemeinen Realitätstheorie gefunden. Im Fachmagazin Nature berichten sie, dass es ihnen in neuartigen Materialien und mit Hilfe von thermoelektrischen Messungen gelungen ist, die Schwerkraft-Quantenanomalie nachzuweisen. Erstmals konnten so Quantenanomalien in simulierten Schwerfeldern an einem realen Kristall untersucht werden.

In der Physik spielen Messgrößen wie Energie, Impuls oder elektrische Ladung, welche ihre Erscheinungsform zwar ändern können, aber niemals verloren gehen oder...

Im Focus: Manipulation des Elektronenspins ohne Informationsverlust

Physiker haben eine neue Technik entwickelt, um auf einem Chip den Elektronenspin mit elektrischen Spannungen zu steuern. Mit der neu entwickelten Methode kann der Zerfall des Spins unterdrückt, die enthaltene Information erhalten und über vergleichsweise grosse Distanzen übermittelt werden. Das zeigt ein Team des Departement Physik der Universität Basel und des Swiss Nanoscience Instituts in einer Veröffentlichung in Physical Review X.

Seit einigen Jahren wird weltweit untersucht, wie sich der Spin des Elektrons zur Speicherung und Übertragung von Information nutzen lässt. Der Spin jedes...

Im Focus: Manipulating Electron Spins Without Loss of Information

Physicists have developed a new technique that uses electrical voltages to control the electron spin on a chip. The newly-developed method provides protection from spin decay, meaning that the contained information can be maintained and transmitted over comparatively large distances, as has been demonstrated by a team from the University of Basel’s Department of Physics and the Swiss Nanoscience Institute. The results have been published in Physical Review X.

For several years, researchers have been trying to use the spin of an electron to store and transmit information. The spin of each electron is always coupled...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Den Geheimnissen der Schwarzen Löcher auf der Spur

21.07.2017 | Veranstaltungen

Den Nachhaltigkeitskreis schließen: Lebensmittelschutz durch biobasierte Materialien

21.07.2017 | Veranstaltungen

Operatortheorie im Fokus

20.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Einblicke unter die Oberfläche des Mars

21.07.2017 | Geowissenschaften

Wegbereiter für Vitamin A in Reis

21.07.2017 | Biowissenschaften Chemie

Den Geheimnissen der Schwarzen Löcher auf der Spur

21.07.2017 | Veranstaltungsnachrichten