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Meerwasserentsalzung mit Sonnenenergie

02.07.2013
Entsalztes Wasser für die Erzeugung von Lebensmitteln im Fokus eines Forschungsprojekts der Justus-Liebig-Universität Gießen in Saudi-Arabien – 838.000 Euro Förderung von der saudischen Forschungseinrichtung King Abdulaziz City for Science and Technology (KACST) in Riad

In vielen Ländern der Erde ist Wasser Mangelware. In Saudi-Arabien zum Beispiel regnet es so gut wie nicht, die Grundwasservorräte werden knapp. Dennoch möchte das Land einen Grundbedarf an Lebensmitteln selbst decken und natürlich seine Trinkwasserversorgung sichern.

Hier setzt ein von Prof. Dr. Hans-Georg Frede (Professur für Ressourcenmanagement an der Justus-Liebig-Universität Gießen) und seinem Team eingeworbenes Forschungsprojekt an: Meerwasser soll mit Hilfe von Sonnenenergie entsalzt werden, um es dann in der Landwirtschaft einzusetzen. Sonnenenergie steht dem Land bei sommerlichen Temperaturen von über 40°C mehr als ausreichend zur Verfügung.

Zurzeit greifen die Saudi Araber noch auf sogenanntes fossiles Grundwasser zurück – Grundwasser, das in einer früheren Zeitepoche erzeugt wurde, aber heute nicht mehr erneuert wird. Diese Grundwasservorräte, die auch als Trinkwasser genutzt werden, bilden die einzigen Süßwasservorräte des Landes und neigen sich dem Ende zu. Die Grundwasserspiegel fallen kontinuierlich. Damit steht Saudi-Arabien wie viele andere Länder in der Golfregion vor der großen Herausforderung, wie es zukünftig seine Wasserversorgung sicherstellen kann – Meerwasserentsalzung ist eine Möglichkeit.

Die Gießener Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gehen insbesondere der Frage nach, bis zu welcher Salzkonzentration das Meerwasser entsalzt werden muss, damit Pflanzenschäden vermieden werden. Ebenso stehen Fragen der Wirtschaftlichkeit moderner Entsalzungstechnologien zur Diskussion. In einem weiteren Teil des Projekts wird mit modernen geographischen Informationssystemen geprüft, in welchen Teilen von Saudi-Arabien, das etwa sechsmal so groß ist wie Deutschland, solche Technologien anwendbar sind.

Das Projekt hat ein Fördervolumen von 838.000 Euro und ist auf drei Jahre ausgelegt. Es wird finanziert von der saudischen Forschungseinrichtung King Abdulaziz City for Science and Technology (KACST) in Riad. Ein Teil der Untersuchungen wird im Interdisziplinären Forschungszentrum (IFZ) der Justus-Liebig-Universität Gießen durchgeführt, ein Teil in der Küstenregion im Nordosten Saudi-Arabiens in der Nähe zu Kuwait.

Kontakt:
Prof. Dr. Hans-Georg Frede
Professur für Ressourcenmanagement
Heinrich-Buff-Ring 26-32, 35392 Gießen
Telefon: 0641 99-37380

Caroline Link | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-giessen.de/

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